Rezension

Das geheime Spiel

von Kate Morton

Originaltitel: The House at Riverton

Diana Verlag, 688 Seiten

Preis: 9,99€

Inhalt

Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs kommt Grace Bradley als Dienstbotin nach Riverton Manor. Selbst noch nicht erwachsen, bewundert sie die Hartford-Mädchen Hannah und Emmeline, die mit ihrer unbeschwerten Fröhlichkeit für Leben auf dem Anwesen sorgen. Doch die Begegnung mit dem jungen Dichter Lord Robert Hunter wird Hannah und Emmeline für immer verändern. Als einzige Vertraute versucht Grace die beiden Schwestern vor Unheil zu bewahren – vergeblich…

Meine Meinung

„Das geheime Spiel“ ist ein Buch, welches ich wahrscheinlich nie gelesen hätte, wenn ich Kate Morton nicht vor zwei Jahren bei einer Lesung gesehen hätte – es ist rein von der Thematik her eigentlich so gar nicht meins. Weil Kate Morton damals aber so sympathisch war wollte ich das Buch aber nicht länger verstauben lassen sondern ihm doch eine Chance geben!

Die Charaktere von „Das geheime Spiel“, vor allem Grace und die willensstarke Hannah, aber auch die etwas eigenwilligeren Hausangestellten wie Nancy oder Mrs. Townsend, haben mir allesamt wirklich sehr gut gefallen. Schon allein für sie habe ich das Buch gerne gelesen – ein so bunter und doch ganz natürlicher Haufen an verschiedenen Figuren ist mir schon lange nicht mehr begegnet.
Die Geschichte verläuft bis zu den letzten 50 Seiten relativ ruhig, ist aber trotzdem durchgehend spannend. Was mir an dem Buch am besten gefallen hat war wohl das Gatsby-Feeling, das wahrscheinlich einfach davon kommt, dass es in den 20ern spielt. Eigentlich lese ich historische Romane nicht so gerne, hier hat es mir aber wirklich gut gefallen, wie stark ich mich in diese Zeit hineinversetzt gefühlt habe. Die Atmosphäre war ganz wundervoll und ich fand es besonders spanennd, den gesellschaftlichen Wandel mitzuverfolgen, der sich vor und nach dem ersten Weltkrieg vollzogen hat. Sehr gerne mochte ich es auch, dass die Geschichte abwechselnd von Grace als jungem Dienstmädchen und alter Frau erzählt wurde, die auf ihr Leben zurückblickt. Ich mochte ihre klugen Gedanken und ihre Sichtweise auf das Leben und die Welt sehr.
Wie zu erwarten war das Ende sehr dramatisch, und obwohl es glücklicherweise absolut nicht kitschig oder zu überzogen geworden ist – wie es zum Beispiel bei Romanen von Jodi Picoult oft passiert – war es mir doch fast ein bisschen zu viel. Wie gesagt liegt mir diese Art von Büchern aber eigentlich auch überhaupt nicht – wenn man das bedenkt konnte „Das geheime Spiel“ eigentlich auf voller Linie überzeugen. Trotzdem ist es aber eben einfach nicht mein Genre.

Alles in allem habe ich das Buch also wirklich gerne gelesen – ob ich mir noch ein weiteres Buch von Kate Morton zulegen werde weiß ich aber noch nicht. Wer gerne historische Romane über englische Adelshäuser oder aber auch über die goldenen 20er Jahre mit interessanten Charakteren liest, die gerne auch etwas mysteriös oder ein bisschen dramatisch sein können, der ist mit „Das geheime Spiel“ aber gut beraten!

Rezension

Rumo & Die Wunder im Dunkeln

von Walter Moers

Piper Verlag, 693 Seiten

Preis: 14,00€

Inhalt

Rumo ein kleiner, schutzbedürftiger Wolpertingerwelpe, der von Fhernhachenzwergen auf einem Bauernhof aufgezogen und verhätschelt wird. Diese Idylle hat jedoch bald ein Ende: Eine Horde bösartiger Teufelszyklopen überfällt das Anwesen und verschleppt alles, was sich bewegt. In den Speisekammern der Teufelszyklopen trifft er auf Voltozan Smeik, der ihm fantastische Heldengeschichten erzählt und gemeinsam mit dem kleinen Rumo Fluchtpläne schmiedet. Doch ihre Flucht von den Teufelsfelsen ist erst der Anfang: auf Rumo wartet ein Abenteuer voller Gefahr und Abenteuer, das ihn durch ganz Zamonien führt – und als er die schöne, mutige, kämpferische Rala trifft sogar noch darüber hinaus.

Meine Meinung

Ich bin Walter Moers‘ Zamonien-Romanen ziemlich genau vor vier Jahren verfallen, als mein Freund – damals waren wir noch ganz frisch zusammen – mir eine Ausgabe von „Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“ geschenkt hat. Ich habe Blaubärs wunderschön illustrierte Abenteuer verschlungen – und mich jetzt umso mehr gefreut, den kleinen Rumo wiederzusehen, den er in seinem fünften Leben als kleinen Welpen davor rettet, zerquetscht zu werden.

Als ich das Buch letzten Dezember angefangen habe konnte ich mich allerdings erst einmal so gar nicht darin einfinden. Ich weiß nicht, ob ich einfach nicht in der richtigen Stimmung dafür war, oder ob das Buch tatsächlich einfach ein wenig braucht, bis es sein volles Potenzial entwickelt – jedenfalls habe ich die ersten 150 Seiten des Romans innerhalb etwa eines Monats gelesen und es dann auf unbestimmte Zeit auf den Nachttisch verfrachtet und stattdessen etwas anderes gelesen. Vor zwei Wochen hatte ich dann plötzlich wieder Lust darauf, es nochmal zu versuchen, und zack – mit einem Mal hat „Rumo & Die Wunder im Dunkeln“ mich richtig mitgerissen.
Ich glaube, die Bücher von Walter Moers mag man entweder, oder man mag sie eben nicht – mich hat der Moers’sche Zauber auf jeden Fall wie immer begeistert. Unaufhaltsam stolpert Rumo – wie eigentlich alle von Moers‘ Helden – von einem spannenden, fantasievollen, teilweise fast skurrilen, immer jedoch höchst gefährlichen Abenteuer ins nächste. All das wird begleitet von einem ganzen Haufen bunter, schriller, äußerst liebenswerter Charaktere und den wirklich tollen Illustrationen, für die Walter Moers ja eigentlich bekannt ist. Mit gewohntem Witz, voller Wortspiele und -neuschöpfungen dirigiert er einen als Autor durch diese rasante Geschichte, sodass man Zamonien am liebsten überhaupt nicht mehr verlassen würde.
Als Protagonisten mochte ich Rumo sehr gerne, der – obwohl er manchmal etwas ungeschickt ist – doch das Herz am rechten Fleck hat. Nach Käpt’n Blaubär und Hildegunst von Mythenmetz war Rumo außerdem mein erster Moers-Protagonist, der nicht über alle Maßen von sich selbst überzeugt sondern, ganz im Gegenteil, stellenweise sogar recht schüchtern war. Das hat ihn auf jeden Fall sehr sympathisch gemacht. Auch Voltozan Smeik, der ja bisher – wie auch der Rest seiner Familie – eher negativ in Erscheinung getreten ist, habe ich im Laufe der Geschichte sehr liebgewonnen, ebenso wie Rala, die – in Moers‘ ja doch immer sehr männlich dominiertem Kosmos – eine wirklich wunderschön vielschichtige und sympathische weibliche Figur ist, die sich so schnell von niemandem einschüchtern lässt.

Für Fans von Walter Moers – und alle, die es werden wollen – also ein wirklich wunderbares Buch. Der Anfang war für mich wie gesagt etwas zäh, es wurde aber schnell besser und ganz besonders gut gefallen hat mir dann die zweite Hälfte des Romans, in der es Rumo nach „Untenwelt“ verschlägt. Für mich wird es auf jeden Fall nicht der letzte Besuch in Zamonien gewesen sein – dafür war ich viel zu traurig, als das Rumos Geschichte dann schlussendlich vorbei war. Mir hat das Buch wirklich, wirklich Spaß gemacht!

Rezension

Lolita

von Vladimir Nabokov

Bertelsmann Verlag, 446 Seiten

Preis: 11,99€

Inhalt

Lolita, Licht meines Lebens, Feuer meiner Lenden. Meine Sünde, meine Seele. Lo-li-ta: Die Zungenspitze macht drei Sprünge den Gaumen hinab und tippt bei Drei gegen die Zähne. Lo. Li. Ta.

Humbert Humbert ist vierzig Jahre alt, ein gebildeter, gutaussehender, frustrierter College-Professor mit deutlich rassistischen und sexistischen Zügen. Und er mag kleine Mädchen – allen voran die zwölfjährige Tochter seiner Vermieterin, Dolores, die er Lolita nennt. Er würde alles tun, um sie zu besitzen und sie sich gefügig zu machen, und schreckt vor keinem Verbrechen zurück, um sein Ziel zu erreichen.

Ist Humbert Humbert verliebt oder geisteskrank? Ein redegewandter Poet oder ein Perverser? Eine gequälte Seele oder ein Monster? Oder schlicht und ergreifend alles davon?

Meine Meinung

Bevor irgendjemand anfängt, diese Rezension zu lesen, der diese Themen nicht gut verträgt, möchte ich euch noch einmal vor Triggern im Bereich von Kindesmissbrauch und Vergewaltigung warnen – zwar bemühe ich mich, meine Rezension nicht allzu graphisch zu gestalten, aber das ist es nunmal, worum es in dem Buch geht. Passt auf euch auf!

Ich habe „Lolita“ schon vor einigen Jahren als Teenager einmal gelesen, und war damals zu gleicher Maßen schockiert und fasziniert von dem Buch. Jetzt habe ich es für ein Seminar an der Uni noch einmal gelesen, und erneut hat das Buch mich begeistert – und mich gleichzeitig nicht nur angeekelt sondern mich auch in noch viel größerem Maße beängstigt als beim ersten Mal.

„Lolita“ ist ein Buch, das beim Lesen wehtut. Weil es darin eben nicht – wie so viele Ausgaben, unter anderem auch meine, es versprechen – um eine Liebesgeschichte geht sondern um den jahrelangen Missbrauch an einem kleinen Mädchen und die systematische Zerrüttung einer Kinderseele – erzählt aus der Sicht von Humbert Humbert, ihrem Peiniger.
Diese Sichtweise ist es vor allem, die das Buch so grausam macht – denn Humbert weiß genau, was er mit Lolita anstellt, und hört dennoch nicht auf damit, behauptet sogar, sie zu lieben. Selbst in den Passagen, in denen er sich einredet, Lolita würde seine „Gefühle“ erwidern ist immer klar, dass dem nicht so ist – und das ist auch gut so, denn wenn es nicht so wäre wäre „Lolita“ tatsächlich das moralisch fragwürdige Buch, das so viele Verleger daraus machen wollen. Wenn „Lolita“ aber eines nicht ist, dann fragwürdig – zwar stellt Humbert sich selbst natürlich die meiste Zeit über in positivem Licht dar, es bleibt aber dennoch absolut kein Zweifel darüber, was er ist und was er tut, und dass nichts davon richtig ist. Das ist mir jetzt mit 22 noch viel deutlicher aufgefallen als damals, als ich das Buch mit etwa 16 Jahren zum ersten Mal gelesen habe, und mich von Humberts Erklärungsversuchen noch ab und zu habe einlullen lassen – vielleicht hat er ja wirklich keine Kontrolle über sich selbst? – denn Nabokov ist hier mit einer Subtilität am Werk, die gar nicht mehr so subtil ist, wenn man nur die nötige Reife dafür mitbringt, sie tatsächlich zu erkennen. Und selbst, wenn man das nicht tut – spätestens am Ende des Romans wird klar, wie genau Humbert um seine eigene Schuld weiß.
So oder so leidet man natürlich unendlich mit Lolita mit, und hofft bei jeder sich bietenden Gelegenheit, sie möge ihrem Entführer entkommen, den Mut finden, jemandem von dem zu erzählen, was er ihr antut, oder einfach in einem unbeobachteten Moment loslaufen und nie wieder zurückkehren. Es ist wirklich schwer, ihr Leid mitzuverfolgen, und ich musste das Buch mehr als nur einmal weglegen, weil ich in diesem Moment einfach nicht weiterlesen konnte. Und doch habe ich „Lolita“ viel schneller gelesen, als ich zuvor erwartet hatte, denn die Geschichte lässt einen einfach nicht mehr los.
Auch sprachlich entwickelt das Buch einen unheimlichen Sog. Trotz Nabokovs Anmerkung in seinem Nachwort, in dem er es bedauert, dass er das Buch auf englisch schreiben musste  – „[…] dass ich das mir zugehörige Idion aufgeben musste, meine ungezwungene, reiche und unendlich gefügige russische Sprache, um sie gegen eine zweitrangige Version der englischen Sprache einzutauschen, der all jene Requisiten fehlen […], deren sich der heimische Illusionist mit wehenden Frackschößen bei seiner Magie bedienen kann, um das Erbe auf seine Weise zu überschreiten.“ – ist es einfach wahnsinnig gut geschrieben. Nabokov spielt auf eine fantastische Art und Weise mit Sprache und Bildern – und die Tatsche, dass er das nicht einmal in seiner Muttersprache tut, ist umso bemerkenswerter. Ich habe oft mitten im Lesen innegehalten, um mir eine seiner Formulierungen genauer anzusehen oder einen besonders bildgewaltigen Abschnitt noch einmal durchzulesen, weil er mir so gut gefallen hat.

„Lolita“ ist ein schweres, schmerzvolles, grausames, wahnsinnig gutes Buch. Es ist vielschichtig, psychologisch, beinahe hypnotisierend schrecklich – und es tut mir im Herzen weh, wie oft die Geschichte offenbar als Liebesroman missverstanden wird. Ich für meinen Teil werde wohl meinen Schutzumschlag, der das Buch sowohl beim Titelbild als auch in seinem Klappentext auf phänomenale Art und Weise fehlinterpretiert, auf den Müll werfen – „Lolita“ selbst werde ich aber trotzdem an alle weiterempfehlen, die sich an das schwierige Thema heranwagen wollen. Es ist es auf jeden Fall wert!

Rückblick

Mein Lesemonat Mai

 

Hallo, ihr Lieben! Eigentlich hatte ich erwartet, dass ich aufgrund meiner Bachelorarbeit im Mai wieder nur minimalst zum Lesen kommen würde, aber da habe ich mich offensichtlich getäuscht – eigentlich sollte ich inzwischen ja auch wissen, dass ich immer dann am meisten lese, wenn ich eigentlich am wenigsten Zeit dazu habe. Nun gut, ich beschwere mich nicht – zumindest noch nicht, Ende des Monats wenn ich die Bachelorarbeit dann abgeben muss vielleicht schon – und bin einfach froh, diesen Monat mal wieder überdurchschnittlich viel gelesen zu haben. Ganze acht Bücher sind es geworden, so viel habe ich dieses Jahr in noch keinem Monat gelesen!
Und diese hier waren es:

Peter Darling – Austin Chant
(164 Seiten)

Star Wars Nachspiel: Lebensschuld – Chuck Wendig
Star Wars Nachspiel #2
(572 Seiten)

Wonder – R.J. Palacio
(315 Seiten)

Days of Blood and Starlight – Laini Taylor
Daughter of Smoke and Bone #2
(517 Seiten)

The Book of Strange New Things – Michel Faber
(585 Seiten)

Two Boys Kissing – David Levithan
(285 Seiten)

Kafka am Strand – Haruki Murakami
(637 Seiten)

Franny and Zooey – J.D. Salinger
(202 Seiten)

Insgesamt macht das 3277 Seiten – deutlich mehr als ich bisher pro Monat gelesen habe. Noch mehr als darüber freue ich mich aber, dass wirklich jedes Buch, das ich diesen Monat gelesen habe, mir gefallen hat – tatsächlich habe ich diesen Monat kein Buch mit weniger als 4 Sternen bewertet!

Deswegen ist es auch wirklich schwer, mich auf nur einen Favoriten festzulegen. Ganz knapp vor den anderen Büchern gewinnt dieses Rennen wohl „Peter Darling“ von Austin Chant, eine Peter Pan Geschichte mit einem trans Protagonisten und einer Liebesgeschichte zwischen zwei Männern, die mich nicht nur aufgrund ihrer Diversität sondern auch wegen ihres wunderschönen, atmosphärischen Schreibstils begeistert hat. Ich hätte wirklich nicht erwartet, dass dieses nur etwa 160 Seiten lange Buch mich derart begeistern würde – definitiv ein neuer Liebling!
Den zweiten Platz meiner Highligt-Liste diesen Monat teilen sich „Franny und Zooey“ von J.D. Salinger und „The Book of Strange New Things“ von Michel Faber. Ersteres ist ein ebenfalls recht kurzes Büchlein, das ich erst vor zwei Tagen beendet habe, und das mir wirklich Spaß gemacht hat. Besonders beeindruckt hat mich, wie viel Tiefe und Charakter es entwickelt, obwohl es eigentlich nicht besonders viel Handlung aufweisen kann – wirklich ganz große Klasse! Zweiteres ist eines der Bücher, die ich dieses Jahr zum Geburtstag bekommen habe, und auf das ich schon länger ein Auge hatte – es hat mich definitiv nicht enttäuscht! „The Book of Strange New Things“ ist ein wunderschön geschriebener, eher ruhiger, dafür aber sehr atmosphärischer Roman, wie ich ihn zuvor noch nie gelesen habe. Es ist ein Buch, das man unmöglich in nur ein paar Sätzen zusammenfassen kann – man muss es einfach gelesen haben, um zu verstehen, warum es so besonders ist.
Auch wirklich, wirklich gut gefallen hat mir diesen Monat „Kafka am Strand“ von Haruki Murakami, ein Buch, das ich erst diesen Monat gekauft und sofort gelesen habe. Es war mein zweiter Roman von Murakami, und obwohl es ganz anders war als „Naokos Lächeln“ , welches ich zu Beginn des Jahres gelesen habe, hat es mich doch auf die gleiche Weise verzaubert und gefangen genommen. Ich bin wirklich froh, mich endlich an Murakamis Werke herangetraut zu haben – er ist ein Meister seines Fachs!
Auch „Wonder“ von R.J. Palacio war ein wirklich besonderes Buch – in jedem anderen Monat, in dem ich nicht so viel gelesen habe, hätte es vermutlich spielend die Favoriten-Position einnehmen können. Ich habe die Geschichte des kleinen August, der das Treacher-Collins-Syndrom hat, wirklich unheimlich gerne gelesen – sie spricht so viele ernste, wichtige, erschreckende Themen an und verliert dabei doch nie ihren Humor. Vor allem August mit seiner einzigartigen Erzählstimme habe ich als Protagonisten sehr geschätzt!
Two Boys Kissing“ habe ich diesen Monat mit dem Zwitscherbooks-Buchclub gelesen. Das Buch hat nicht nur Spaß gemacht und sich sehr schnell lesen lassen, vor allem seine starke Botschaft und die einzigartige, wirklich sehr interessante Erzählweise haben mir unheimlich gut gefallen.
Zu guter Letzt habe ich diesen Monat auch noch zwei Reihen weitergelesen – mit „Days of Blood and Starlight“ habe ich den zweiten Band der „Daughter of Smoke and Bone“-Trilogie von Laini Taylor beendet, deren ersten Band ich im März verschlungen habe. Seit langem ist diese mal wieder eine ganz klassische YA-Trilogie, die mir wirklich, wirklich Spaß macht, und ich hoffe, auch Band drei bald lesen zu können! Auch „Star Wars Nachspiel: Lebensschuld“ von Chuck Wendig hat mir sehr, sehr viel Spaß gemacht, auch wenn ich aufgrund der langen Pause zwischen Band eins und Band zwei ein bisschen gebraucht habe, um mich wieder in die Geschichte einzufinden. Ich freue mich schon sehr auf den dritten Band, der im August diesen Jahres erscheinen wird!

Was meine Lesevorsätze angeht, so habe ich diese auch im Mai nicht so ganz erfüllt. Obwohl ich so viele Bücher gelesen habe war kein einziges von einem_r deutschen Autor_in dabei, dafür aber mit „Peter Darling“, „Two Boys Kissing“ und „Star Wars Nachspiel: Lebensschuld“ gleich drei Bücher mit queeren Protagonisten.
Mit der SuB-Verkleinerung und dem Ausprobieren neuer Genres hat es diesen Monat aber wieder nicht so gut geklappt und auch von meiner Leseliste war kein Buch dabei – ich muss aber auch ehrlich sagen, dass ich mich in dieser Hinsicht momentan absolut nicht stressen will. Zwar sind meine Leseziele für mich ohnehin nie eine Pflicht, und ich fühle mich davon grundsätzlich nicht unter Druck gesetzt – ganz im Gegenteil freue mich immer sehr, meinen Lesehorizont auf diese Weise erweitern zu können, sonst würde ich mir diese Ziele gar nicht erst setzen – aber da die Uni mich momentan wirklich sehr in Beschlag nimmt habe ich zur Zeit einfach keine Energie oder Lust mehr übrig, mich aktiv darum zu kümmern. Das ist aber wie gesagt total okay so – das Lesen soll schließlich vor allem Spaß machen, und spätestens im Herbst sollte das dann auch wieder besser laufen.

Puh – ich habe diesen Monat so viel gelesen, dass dieser Monatsrückblick schon wieder viel zu lang geworden ist. Ich hoffe, ihr verzeiht es mir! Was habt ihr diesen Monat denn so gelesen? Herrscht bei euch gerade eher Flaute oder habt ihr auch einen überraschend guten Lesemonat hinter euch? Habt ihr eines der Bücher, die ich gelesen habe, auch schon gelesen, oder diesen Monat vielleicht selbst ein großartiges neues Buch entdeckt?
Lasst es mich wie immer gerne in den Kommentaren wissen – ich freue mich!

Blogbeitrag

Neuzugänge im Mai

Ich war dieses Jahr bisher eigentlich wirklich gut darin, keine neuen Bücher zu kaufen und stattdessen an meinem SuB zu arbeiten – bis diesen Monat. Sage und schreibe 14 neue Bücher sind bei mir eingezogen! Meine einzige Ausrede ist, dass sie alle entweder sehr billig oder sogar umsonst waren, sodass ich insgesamt nur etwa 20€ für alle Bücher ausgegeben habe. Obwohl ich trotzdem noch irgendwie ein ziemlich schlechtes Gewissen habe freue mich sehr über meine Neuzugänge und möchte sie euch deshalb gleich einmal vorstellen!

Gleich zu Beginn des Monats habe ich diese drei Bücher in einem kostenlosen Bücherschrank entdeckt und mitgenommen:

About a Boy – Nick Hornby

Will ist 36 und hipp wie ein Teenager. Er ist Single, hat keine Kinder, dafür aber den perfekten Ort gefunden, um Frauen kennenzulernen: Gruppen für alleinerziehende Mütter, die alle hoffen, einen netten Kerl kennenzulernen. So trifft Will den zwölfjährigen Marcus, und seine frischgeschiedene Mutter. Schnell werden der trendbewusste Womanizer und der Junge, der so uncool ist, daß seine Mitschüler ihn links liegen lassen, dicke Freunde, und irgendwann lernt das ungleiche Paar – der Jüngere steckt noch nicht ganz in der Pubertät, der Ältere scheint sie immer noch nicht hinter sich gelassen zu haben – gemeinsam, was es heißt, erwachsen zu werden…

Supergute Tage, oder: Die sonderbare Welt des Christopher Boone – Mark Haddon

Christopher ist 15 und Asperger-Autist. Er weiß eine ganze Menge über Mathe und nur sehr wenig über Menschen. Er mag Listen, Muster, und die Wahrheit. Er hasst es angefasst zu werden, und außerdem die Farben braun und gelb. Er ist alleine noch nie weiter als bis ans Ende der Straße gegangen, aber als er den Nachbarshund ermordert auffindet will er den Fall aufklären – und macht sich auf eine furchteinflößende Reise, die seine Welt auf den Kopf stellen wird.

Franny and Zooey – J.D. Salinger

»Franny« ist zwanzig und besucht ihren Freund Lane übers Wochenende im College. Doch das Treffen verläuft nicht wie geplant. Franny erleidet einen Nervenzusammenbruch, weil sie im Leben und im Studium keinen Sinn mehr findet. Sie kehrt todunglücklich nach Hause zurück, und ihre Mutter weiß nicht, wie sie ihr noch helfen soll. Frannys älterer Bruder, der hochintelligente, gutaussehende Zooey ist erfolgreicher TV-Schauspieler und geübt im Umgang mit Sinnkrisen – er will ihr mit seinem ganz eigenen zynischen Blick auf die Welt helfen.

Auf alle drei Bücher hatte ich schon länger ein Auge geworfen. „About a Boy“ von Nick Hornby hatte ich schon oft in verschiedenen Buchläden in der Hand und habe es dann doch jedesmal nicht mitgenommen – umso mehr freue ich mich, es jetzt trotzdem lesen zu können!
Mark Haddons „Supergute Tage, oder: Die sonderbare Welt des Cristopher Boone“ steht auf meiner Wunschliste, seit ich vor einiger Zeit ein (wirklich sehr gutes!) Theaterstück zu dem Buch gesehen habe. Mein kleiner Bruder ist autistisch, weswegen ich allen Medien, die autistische Kinder beinhalten aber nicht von autistischen Menschen geschrieben oder produziert werden immer ersteinmal sehr kritisch gegenüber stehe – hier wird „Supergute Tage“ sich noch beweisen müssen!

Ein ganz besonderer Glücksgriff an diesem Tag war „Franny and Zooey“ von J.D. Salinger, welches ich schon lange lesen wollte. Das habe ich dann auch direkt getan, sodass ich dieses Buch gleich wieder von meinem SuB streichen konnte – zumindest eine kleine Erleichterung für mein Gewissen. Ich habe „Franny and Zooey“ wirklich wahnsinnig gerne gelesen, aber weil dieser Blogpost bestimmt ohnehin wieder viel zu lang wird möchte ich jetzt nicht allzu viele Worte darüber verlieren und stattdessen lieber auf meine Rezension des Buches verweisen!

Zwei weitere Schätze habe ich im Regal meiner Mutter entdeckt, wo sie ohnehin nur Staub angesetzt hätten, weshalb ich sie kurzerhand mitgenommen habe!

Der Spieler – Fjodor Dostoevskij

Selbst der Magie des Spiels erlegen und in eine unglückliche Liebesaffäre verstrickt, hat Dostojewskij in nur drei Wochen diesen berühmten Roman niedergeschreiben – eine burleske, gelegentlich grotesk komische Geschichte um eine Gruppe von Menschen, die, kurz vor dem finanziellen Ruin stehend, im fiktiven Kurort Roulettenburg auf den Geldsegen einer umfangreichen, alle erlösenden Erbschaft wartet – und mittendrin der junge Alexej, der im Spielrausch seine Geliebte zu verlieren droht…

Neben „Der Spieler“ habe ich auch noch „Der Postmeister“ mitgenommen, eine Kurzgeschichtensammlung von Pusckin, die ich in Ermangelung einer Inhaltsangabe – es ist nunmal kein Roman – nicht genauer vorstellen werde. So wird es wohl leider auch der Gedichtsammlung von Rilke ergehen, die ich bei uns im Haus zufällig dort gefunden habe, wo normalerweise die unerwünschte Werbung landet. Ich habe das mal als „Kann mitgenommen werden“ interpretiert, und hoffe nun, mich meinen Lesezielen 2017 entsprechend ein bisschen mehr an Gedichte heranwagen zu können. Auf beide freue ich mich also auf jeden Fall schon sehr!

Der größte Teil meiner neuen Bücher stammt diesen Monat allerdings aus einer reBuy- und einer Medimops-Bestellung.

Das Haus Zeor – Jacqueline Lichtenberg

Genetische Mutation hat die Menschheit in zwei verschiedene Arten gespalten: in Gens und Simes. Die Simes können nur überleben, wenn sie einen Stoff aus dem Blut der Gens entnehmen – aber die Gens überleben diesen Transfer nur selten. Nur das Haus Zeor, ein Familienclan der Simes, kennt eine Methode, bei der der Spender am Leben bleiben kann – doch sie gilt als abtrünnig und pervers…

Lisey’s Story – Stephen King

Liseys berühmter Mann, der Schriftsteller Scott Landon, ist tot – und sein Nachlass weckt albtraumhafte Ahnungen in ihr, die bald grausame Gewissheit werden… Stück für Stück werden sorgsam verdrängte Erinnerungen in ihr wach: an eine andere Welt, die sie einst mit Scott besucht hat, tagsüber ein märchenhaftes Paradies, während nachts überall das Böse lauert. Ob Scott dort auf sie wartet, damit sie ihn ins Leben zurückholt?

Eigentlich wollte ich nur meine eigene Ausgabe von Jacqueline Lichtenbergs „Das Haus Zeor“ besitzen, welches ich vor Jahren einmal gelesen und sehr gut gefunden habe. In meiner Medimops-Bestellung hat das auch fast geklappt. Dann habe ich aber noch „Lisey’s Story“ entdeckt, das ich ohnehin schon lange einmal lesen wollte, und bin dem Stephen King Kaufrausch verfallen – spätestens in meiner sofort danach getätigten reBuy-Bestellung ist dann alles etwas aus dem Ufer gelaufen.

Schlaflos: Insomnia – Stephen King

Das Grauen kehrt nach Derry zurück. Ralph schläft immer weniger. Von Tag zu Tag wacht er früher auf. Bei seinen nächtlichen Spaziergängen durch Derry sieht er unheimliche Dinge, die er zunächst für Halluzinationen hält, die ihn aber zunehmend an seinem Verstand zweifeln lassen. Bis er erkennt dass er in Ereignisse von kosmischer Bedeutung verstrickt ist und das Leben aller Einwohner Derrys allein von ihm abhängt …

Das Bild: Rose Madder – Stephen King

Norman Daniel ist ein guter und pflichtbewußter Polizist. Seiner Ehefrau Rosie zeigt er sich aber als brutaler Schläger. Selbst, nachdem sie schwanger geworden ist, prügelt er sie. Als Rosie ihr Baby verliert, verläßt sie ihn und taucht unter. Nach 14 Jahren Ehehölle bringt Rosie Daniels endlich die Kraft auf, vor der Gewalt ihres brutalen Mannes zu fliehen – doch der rachelüsterner Cop folgt ihr dicht auf den Fersen.

Sarah – Stephen King

Als seine Frau überraschend an einem Hirnschlag stirbt, bricht die Welt des Bestsellerautors Michael Noonan zusammen. Vier Jahre später trauert er noch immer. Wie es scheint, hat er nicht nur seine Frau verloren, sondern auch seine Fähigkeit zu schreiben. Da er in seinen Träumen immer wieder sein Sommerhaus in Castle Rock, Maine sieht, zieht er sich dorthin zurück, um die Schreibblockade endlich zu überwinden. Doch dort lauert das Böse

Duma Key – Stephen King

Der reiche Bauunternehmer Edgar Freemantle hat bei einem schweren Unfall den rechten Arm eingebüßt und mehrere Knochenbrüche erlitten. Seine Kopfverletzung führt zu Lücken in der Erinnerung, und die Schmerzen treiben ihn in den Wahnsinn. Auf Anraten seines Arztes zieht er sich in ein Strandhaus auf der Florida-Insel Duma Key zurück, um dort Linderung in der Malerei zu finden. Seine Bilder entstehen wie im Fieberwahn, und die Insel scheint ein in ihm schlummerndes Talent auf seltsame Weise zu verstärken. Bald wird klar, dass seinen Bildern die unbändige Kraft innewohnt, die Wirklichkeit zu verändern…

Der Gefangene des Himmels – Carlos Ruiz Zafón

Nach „Der Schatten des Windes“ und „Das Spiel des Engels“ der neue große Barcelona-Roman von Carlos Ruiz Zafón. – Barcelona, Weihnachten 1957.
Der Buchhändler Daniel Sempere und sein Freund Fermín werden erneut in ein großes Abenteuer hineingezogen. In der Fortführung seiner Welterfolge nimmt Carlos Ruiz Zafón den Leser mit auf eine fesselnde Reise in sein Barcelona. Unheimlich und spannend, mit unglaublicher Sogkraft und viel Humor schildert der Roman die Geschichte von Fermín, der „von den Toten auferstanden ist und den Schlüssel zur Zukunft hat“.

Kafka am Strand – Haruki Murakami

Der 15-jährige Kafka Tamura reißt von zu Hause aus und flüchtet vor einer düsteren Prophezeiung seines Vaters auf die Insel Shikoku. Seine abenteuerliche Reise führt ihn in eine fremde Stadt, wo er der faszinierenden Bibliotheksleiterin Saeki begegnet und ihr verfällt. Der alte, seit einem Unfall als Kind geistesschwache Nakata kann mit Katzen sprechen und glaubt nun, in einen Mordfall verwickelt zu sein – auch er flieht aus Tokyo und gleitet genau wie Kafka ab in eine fremde, seltsame Welt.

Wir ihr seht ist also eine ganze Menge neuer Stephen King Lesestoff bei mir eingezogen – ich hoffe, zumindest etwas davon diesen Oktober lesen zu können, wenn ich hoffentlich wieder einen Stephen King Lesemonat veranstalten werde!
Außerdem ist in meinem Einkaufswagen noch „Der Gefangene des Himmels“ von Carlos Ruiz Zafón gelandet, der dritte Band der „Der Schatten des Windes“-Saga, die ich nun endlich komplett habe und hoffentlich bald ganz lesen werde – zumindest Band zwei habe ich mir für den Juni bereits vorgenommen!
Nachdem ich dieses Jahr „Naokos Lächeln“ gelesen und geliebt habe konnte ich zu einem weiteren Buch von Haruki Murakami auch nicht nein sagen, und so musste ich „Kafka am Strand“ einfach auch noch mitbestellen. Genau wie „Franny and Zooey“ habe ich aber auch dieses großartige Buch bereits gelesen und deshalb absolut kein schlechtes Gewissen mehr, weil ich es gekauft habe – dafür war es ohnehin schlichtweg viel zu gut. Auch hierzu habe ich bereits eine Rezension veröffentlicht!

Puh, das waren sie also, meine Neuzugänge im Mai – wirklich ein ganz schöner Stapel. Hat denn irgendjemand überhaupt den Weg bis hier unten geschafft, oder seid ihr alle bei der Hälfte abgesprungen? Verübeln kann ich es euch eigentlich nicht. :‘)
Wer noch da ist, der darf wie immer gerne einen Kommentar dalassen – habt ihr ja eines der Bücher, die bei mir eingezogen sind bereits gelesen? Habt ihr kürzlich vielleicht auch einen unvernünftig großen Bücherkauf getätigt, und wenn ja, was war dabei? Droht ihr auch bald von eurem SuB erschlagen zu werden, und irgendwie wächst er trotzdem immer weiter? Oder habt ihr euren SuB tatsächlich im Griff und könnt mir Tipps für meinen geben? Lasst es mich wissen – ich würde mich auf jeden Fall freuen!

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