Blogbeitrag

Die Leipziger Buchmesse 2017

Seit ich vor zwei Jahren zum ersten Mal auf der Leipziger Buchmesse war ist es jedes Jahr eines der Ereignisse, auf die ich mich am allermeisten freue. Genau wie schon letztes Jahr waren mein Freund und ich dieses Mal von Donnerstag Abend bis Sonntag Morgen in Leipzig, wir hatten also zwei volle Tage auf der Buchmesse!

Auch dieses Jahr waren wir am Donnerstag, noch bevor wir überhaupt ins Hotel gefahren sind, wieder auf dem Fantasy Leseabend im kleinen Theaterhaus Schille, bei dem dieses Mal neben Fantasy-Größen Kai Meyer und Markus Heitz auch noch Alana Falk sowie die beiden Seraph-Gewinnerinnen, Katharina Seck (bester Roman) und Julia Lange (bestes Debüt), da waren und aus ihren Büchern gelesen haben.
Gekauft habe ich zwar keines davon – obwohl die Buchmesse immer dazu einlädt, hundert Bücher mit nachhause zu nehmen bin ich ja doch eine arme Studentin – aber trotzdem haben die Lesungen alle wahnsinnig viel Spaß gemacht.
Am besten gefallen haben mir hier Kai Meyers Sci-Fi Roman „Die Krone der Sterne“ , den er beim Leseabend im letzten Jahr bereits angekündigt hatte, Markus Heitz‘ „Des Teufels Gebetbuch“ , in dem es um ein verfluchtes Kartenspiel geht, und Katharina Secks „Die silberne Königin“ , welches von einer Geschichtenerzählerin handelt, die in einem vom ewigen Winter beherrschten Land lebt, in dem Geschichten verboten sind.

Freitag war dann unser erster Tag auf der Messe, und ich glaube, dieses Jahr auch mein liebster.

Ich konnte nicht nur der ganz wunderbaren Marie Graßhoff kurz Hallo sagen, sondern mir auch endlich eine physische Ausgabe ihres Buches „Kernstaub: Über den Staub an Schmetterlingsflügeln“ kaufen, die ich mir dann natürlich auch gleich habe signieren lassen.
Ich besitze „Kernstaub“ zwar schon seit Jahren als eBook, aber erstens lese ich – obwohl ich eBooks sonst sehr gerne mag – lange Bücher doch lieber als „richtiges“ Buch, und zweitens ist diese wirklich wunderschöne Ausgabe es einfach absolut wert. Auf jeder Seite tummeln sich kleine Illustrationen von Quallen, Schmetterlingen oder Uhren, und auch sonst ist „Kernstaub“ merkbar mit viel Liebe gestaltet – ich kann es kaum erwarten, das Buch auf diese Weise noch einmal zu beginnen!

Sehr interessant ging es dann mit dem Loewe-Bloggertreffen weiter, auf dem der Verlag nicht nur sehr coole Lebkuchenherzen verschenkte, sondern auch einige Highlights aus dem noch gar nicht erschienenen Loewe-Herbstprogramm vorstellte.
Besonders gefreut habe ich mich hier über die Ankündigung von „Forever Again: Für alle Augenblicke wir“, der deutschen Ausgabe von Lauren James‘ „The Next Together“ , das zu kaufen ich mir schon einmal auf englisch überlegt hatte.

Ein weiteres Highlight am Freitag war Jostein Gaarder, der aus seinem neuen Buch „Ein treuer Freund“ vorgelesen hat, welches sich sehr skurril aber auch sehr interessant anhörte – in dem Buch geht es um den Einzelgänger Jakop, der nur seine Handpuppe Pelle als Freund hat, in seiner Feizeit aber gerne auf fremde Beerdigungen geht um so zu tun, als wäre er mit der gerade verstorbenen Person eng befreundet gewesen. Hier habe ich mir außerdem meine Ausgabe von „Sofies Welt“ von ihm signieren lassen!

Am Abend ging es dann gleich wieder ins Theaterhaus Schille, zu einem weiteren Leseabend, diesmal organisiert vom Piper-Verlag. Es waren drei Autoren anwesend, die jeweils ihre aktuellen Bücher vorstellten – Robert Corvus las aus seinem Sci-Fi Roman „Feuer der Leere“ , Michael Peinkofer aus seinem Fantasy-Roman „Tote Helden“ und Brandon Sanderson aus „Shadows of Self“, dem fünften Band seiner „Mistborn“-Reihe, der auf deutsch gerade unter dem Titel „Schatten über Elantel“ erschienen ist.
Ich fand sowohl „Feuer der Leere“ als auch „Tote Helden“ wahnsinnig interessant, habe mir aber leider trotzdem keins von beidem gekauft – wie gesagt, mein Budget ist leider knapp bemessen. Trotzdem werde ich beide Bücher im Auge behalten, und vielleicht irgendwann doch einmal zu lesen kriegen!
Außerdem habe ich mir meine Ausgabe von „The Final Empire“ , dem ersten „Mistborn“-Band von Brandon Sanderson signieren lassen.
Brandon Sanderson ist im Rahmen der Buchmesse übrigens zum allerersten Mal in Deutschland, was diese Signierstunde zu etwas ganz besonderem gemacht hat, weil wirklich viele der Menschen, die dort waren, wohl schon sehr lange große Fans seiner Bücher sind – nicht nur hatten viele von ihnen ganze Kataloge an Fragen dabei, die Sanderson alle ausführlich beantwortet hat, einige hatten sogar Fanart zu seinen Büchern dabei, um sie ihm entweder zu schenken oder einfach nur zu zeigen. Ich finde es immer total toll, zu sehen, dass Menschen von etwas wirklich begeistert sind, deshalb hat sogar das Anstehen in der Schlange mir richtig Spaß gemacht!

Am Samstag war es dann natürlich wieder sehr voll auf der Messe, wobei es mir ehrlich gesagt etwas angenehmer vorkam als noch letztes Jahr – ob die Besuchermassen sich dieses Mal tatsächlich besser verteilt haben, oder ob ich letztes Mal nur so überfordert von allem war, dass es mir noch viel enger vorkam, als es ohnehin schon war, werde ich wohl nie erfahren.
Auf jeden Fall war dieser Samstag aber entspannter als der letzte – ich hatte alle Bücher, die ich zum Signieren mitgebracht hatte, bereits am Freitag signieren lassen, also mussten wir uns in keiner der ellenlangen Schlangen anstellen und konnten dafür sogar einen Platz in der ersten Reihe der Leseinsel Fantasy ergattern, wo wir uns dann ganz entspannt zwei Lesungen angehört haben – im letzten Jahr standen wir so weit hinten, dass wir tatsächlich kein Wort mehr verstanden haben.
Zum einen war das „Elanus“ von Ursula Poznanski, ein Jugendbuch-Thriller, in dem ein 17-Jähriger das Mädchen, in das er verknallt ist, mithilfe einer Drohne ausspioniert, und „Elfenmacht“ von Bernhard Hennen, dem neuesten Band seiner „Die Elfen“-Reihe, der mir glatt Lust gemacht hat, diese endlich weiterzulesen – den ersten Band hatte ich ja auch letztes Jahr nach der Messe gelesen.

Super cool fand ich es am Samstag außerdem, dass ich die liebe Elif endlich einmal ein Realität gesehen habe und auch ihr kurz Hallo sagen konnte!

Als es dann am Abend etwas ruhiger wurde sind wir noch ein wenig über die Messe geschlendert und haben uns dann noch eine Lesung zu Cristopher Goldens „Der Fährmann“ angehört, ein Buch, das nicht nur sehr hübsch aussieht, sondern auch sehr interessant klang – eine Frau ist für einen kurzen Moment klinisch tot, weigert sich aber, dem berühmten Fährmann ins Jenseits die nötigen Silberstücke für ihre Überfahrt ins Land der Toten zu geben, woraufhin dieser ihr nach ihrer Wiederbelebung zurück ins Land der Lebenden folgt.

Am Sonntag waren wir dann nur noch kurz auf der Messe, bevor es wieder zurück nachhause ging.

Als große Fans der Literatursendung „druckfrisch“ konnten wir uns natürlich die „Best of druckfrisch“-Veranstaltung des ARD-Forums nicht entgehen lassen. Mit gewohntem Wortwitz – und außerdem den wohl coolsten Socken aller Zeiten – lobte oder zerriss Literaturkritiker Denis Scheck hier die seiner Meinung nach besten und schlechtesten Bücher auf der Spiegel-Bestsellerliste – von Daniela Katzenbergers „Eine Tussi sagt ‚Ja!‘“ über ein kleines Büchlein namens „How to sh.. in the woods“ , bis zu Hanya Yanagiharas „Ein wenig Leben“ , das ich jetzt noch mehr lesen möchte, als ich das ohnehin schon wollte. Es hat wirklich Spaß gemacht!

Viel zu schnell waren unsere letzten Stunde auf der Messe dann auch schon wieder vorbei, und wir haben uns auf den Weg zurück nachhause gemacht. Ich freue mich jetzt schon auf nächstes Jahr – am liebsten würde ich einfach mein ganzes Leben umgeben von Büchern und Buchliebhabern verbringen. Aber zumindest habe ich natürlich wieder eine ganze Menge schöner Sachen mitgenommen, mithilfe derer ich hoffentlich noch ein wenig in Erinnerungen schwelgen kann!

 

 

 

 

 

 

 

Wer war denn von euch noch so auf der Messe, und wie waren eure Eindrücke? Ich habe im Nachhinein auf Twitter gesehen, dass noch total viele Leute da waren, die ich nicht getroffen habe – das tut mir total Leid, aber vielleicht klappt es ja nächstes Mal. Ich würde mich auf jeden Fall freuen!

Rezension

Daughter of Smoke and Bone

von Laini Taylor

Hodder & Stoughton Verlag, 418 Seiten

Preis: 7,99€

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Inhalt

Alles in Allem hat Karou es immer geschafft, ihre beiden Leben voneinander getrennt zu halten – auf der einen Seite ist sie Kunststudentin in Prag; auf der anderen Laufmädchen einer monströsen Kreatur, Brimstone, die für sie das ist, was einer Familie am nächsten kommt.
Halb in unserer Welt, halb Anderswo aufgewachsen, hat Karou weder Brimstones dunkle Magie – er vergibt Wünsche an Menschen, im Tausch gegen Zähne – noch den Grund dafür, dass er sie großgezogen hat, je verstanden – und egal wie oft sie ihn fragt, Brimstone weigert sich, ihr zu antworten.
Jetzt schließen die Türen nach Anderswo sich – und Karou muss sich entscheiden, zwischen der Sicherheit ihres menschlichen Lebens, und ihrer Familie – in einer Welt, die nicht nur von Magie sondern auch von einem jahrtausende alten Krieg bestimmt wird, und in der sie endlich die Antworten auf all ihre Fragen finden könnte.

Meine Meinung

Ich wollte „Daugher of Smoke and Bone“ – wie so viele Bücher – eigentlich schon lange einmal lesen, bin aber irgendwie nie dazu gekommen. Da das Buch in Prag spielt habe ich den Kurzurlaub, den mein Freund und ich letzte Woche in dieser wunderschönen Stadt verbracht haben, als Grund genutzt, es endlich zu tun. Es war wirklich fantastisch, die Orte, die im Buch beschrieben werden, noch am selben Tag besucht zu haben – Prag ist eine wunderschöne Stadt, und „Daugher of Smoke and Bone“ ein wunderschönes Buch!

Ich muss allerdings zugeben, dass ich mir eine ganze Weile lang nicht sicher war, ob ich das Buch wirklich mögen würde. Die Ausgangssituation – gewöhnliches Schulmädchen führt heimlich ein magisches Doppelleben – erschien mir wahnsinnig Jugendbuch-typisch, Laini Taylors poetischer, sehr verschnörkelter Schreibstil ist zwar schön zu lesen, macht aber vor allem Gespräche zwischen den Charakteren oft unglaubwürdig, und außerdem hatte ich zwischendurch ernsthafte Bedenken, dass das Ganze sich doch nur wieder in eine bloße Love-Triangle-Geschichte verwandeln würde, von denen ich inzwischen wirklich die Nase voll habe.
Glücklicherweise ist das aber nicht passiert, und trotz des – für mich – stellenweise etwas holprigen Starts pendelt das Buch sich schnell ein und hat seine Stimme spätestens ab der Hälfte definitiv gefunden.
Besonders fasziniert hat mich an „Daughter of Smoke and Bone“ die Welt von Brimstone & Co., Chimären, von denen ein jeder unterschiedlich ist, was das Buch sehr vielfältig und interessant macht. Überhaupt hat Laini Taylor viele Dinge wirklich interessant und besonders gestaltet – so ist mir zum Beispiel auch eine Verwendung von Magie, wie sie hier praktiziert wird, in noch keinem anderen Buch begegnet. Meine Befürchtung, in „Daughter of Smoke and Bone“ nur wieder ein anderes generisches Fantasy-Jugendbuch zu finden waren absolut unbegründet.
Ich war nicht von allem, was in dem Buch passiert, begeistert – „Liebe auf den ersten Blick“-Situationen mag ich zum Beispiel einfach nicht, obwohl diese vergleichsweise gut gelöst wurde. Die Person, in die Karou sich verliebt, war mir außerdem stellenweise viel zu besitzergreifend und auch sonst nicht wirklich sympathisch. Es hat mich auch gestört, wie viele reale religiöse Symbole ihren Weg in Laini Taylors magische Welt gefunden haben, weil sich das für mich teilweise doch sehr nach cultural appropriation angefühlt hat.
Vor allem zum Ende hin hat es mich dann aber wirklich mitgerissen – für die erste Hälfte des Buches habe ich ein paar Tage gebraucht, die zweite Hälfte war dann an nur einem Abend durchgelesen, weil es urplötzlich wahnsinnig spannend wurde und auf einmal doch einfach alles gepasst hat.
Ich glaube, „Daughter of Smoke and Bone“ ist ein Buch, das einfach ein wenig Anlaufzeit braucht, bevor es sein volles Potenzial entfalten kann – das ist dann aber gewaltig. Ich habe wirklich schon lange nicht mehr so mitgefiebert bei einem Buch, und so schnell wie bei dieser Reihe ist auch schon lange kein zweiter Band mehr in meinem Einkaufswagen gelandet.

Trotz der leichten Startschwierigkeiten, die ich mit dem Buch hatte, und den Dingen, die ich teilweise etwas problematisch fand, hat „Daughter of Smoke and Bone“ mir also wirklich wahnsinnig viel Spaß gemacht. Es fällt mir sehr schwer, das Buch richtig zu bewerten, weil es für mich eben so uneinheitlich war – die erste Hälfte würde von mir wahrscheinlich nur drei Sterne bekommen, die zweite locker fünf, also habe ich mich einfach für die Mitte entschieden.
Eine Leseempfehlung gibt es von mir aber auf jeden Fall – und ich freue mich schon sehr, bald mit „Days of Blood and Starlight“ wieder in Laini Taylors faszinierende, magische Welt einzutauchen!

Rezension

Warm Bodies

von Isaac Marion

Deutscher Titel: Mein fahler Freund

Vintage Verlag, 240 Seiten

Preis: 8,49€

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Inhalt

R ist ein Zombie. Er hat keinen Namen, keine Erinnerungen und keinen Puls. Wie die anderen Zombies verbringt R seine Zeit mit Herumstehen und Stöhnen – und doch ist er anders als die meisten seiner untoten Kameraden, denn R hat Träume.
Inmitten den Ruinen einer verlassenen Stadt trifft R auf Julie. Er weiß nicht warum, aber er verliebt sich unsterblich in sie – ausgerechnet in ein lebendes menschliches Wesen. Und plötzlich ist sein Zombie-Dasein R nicht mehr genug. Er möchte atmen, leben, lieben – und Julie will ihm dabei helfen.

Meine Meinung

Ich wusste nicht so wirklich, was mich erwarten würde, als ich mich entschloss, „Warm Bodies“ zu lesen, aber ich muss ehrlich zugeben, dass ich nicht wirklich damit gerechnet habe, dass es mir gefällt. Paranormale Romanzen in Jugendbüchern gehen mir schon eine ganze Weile auf die Nerven, und die Tatsache, dass der Protagonist in diesem Buch ein Zombie ist macht das Ganze auch nicht wirklich besser – eher noch ein wenig ekliger.
Würde ich dieses Semster nicht eine Hausarbeit über Zombies schreiben, dann hätte ich „Warm Bodies“ also vermutlich nie zu Hand genommen – und auch nie erfahren, was ich dabei verpasst hätte!

Schon von der ersten Seite an war mir klar, dass ich völlig falsche Vorstellungen von dem Buch hatte. Es war zuerst einmal wahnsinnig witzig, Rs Gedanken über das Leben, den Tod und vor allem das Zombiedasein an sich zu verfolgen. Die Sprache und die Bilder, deren Isaac Marion sich dabei bedient, wäre in jedem anderen Kontext viel zu hochtrabend und überzogen, aber in Kombination mit der Tatsache, dass R kaum ein Wort mit mehr als zwei Silben hervorbringen kann, war es einfach nur großartig.
Da ich Shakespeares „Romeo und Julia“ nie gelesen habe ich die meisten Parallelen zu R und Julie vermutlich einfach überlesen, aber auch ohne diese literarische Verknüpfung hat mir die Romanze der beiden ganz gut gefallen. Ich bin wie gesagt kein großer Fan solcher Liebesgeschichten, aber dadurch, dass die Beziehung der Beiden bei weitem nicht das alleinige Thema von „Warm Bodies“ ist, lässt sie sich sehr gut lesen.
Das liegt wahrscheinlich auch vor allem daran, dass ich sowohl Julie als auch R sehr gerne mochte. Überhaupt sind die Charaktere der wohl größte Pluspunkt dieses Buches – R mochte ich wie gesagt schon vom ersten Satz an, und auch sonst sind die Figuren von „Warm Bodies“ mir schnell ans Herz gewachsen. Vor allem hat es mich gefreut, dass weder Julie noch ihre Freundin Nora dem Klischee des braven, ruhigen, unscheinbaren Mädchens entsprechen, das man sonst oft in Büchern dieses Genres findet. Besonders beeindruckt war ich außerdem davon, dass Isaac Marion es sogar schafft, Rs Freund M, einen Zombie, der wie alle Zombies kaum spricht sondern nur stöhnt und durch die Gegend schlurft, von dem man als Leser im Laufe des Buches wirklich nur eine Handvoll richtiger Wörter zu hören bekommt, zu einer dreidimensionalen, lebensechten Figur, mit Ecken, Kanten und vor allem Persönlichkeit zu machen.
Außerdem sehr interessant fand ich die Zombies an sich, die in vielerlei Hinsicht ganz gewöhnliche, klassische Zombies sind, aber irgendwie eben doch ihre eigenen Strukturen haben und – zwar begrenzt, aber immerhin – untereinander kommunizieren können. Was die Zombieapokalype in der Welt von „Warm Bodies“ ausgelöst hat wird im Buch nie richtig aufgeklärt – zum Ende hin äußert Julie aber eine Vermutung, durch die das Thema noch einmal von einer neuen Seite angegangen wird und die mir sehr gut gefallen hat.

Zwar war in „Warm Bodies“ nicht alles perfekt – besonders gestört haben mich die fettphobischen/-feindlichen Kommentare, die vor allem von Julie ab und zu geäußert wurden. Volle fünf Sterne will ich deshalb also nicht vergeben, trotzdem bin ich aber froh, das Buch gelesen zu haben.
„Warm Bodies“ ist unheimlich humorvoll, aber es ist noch so viel mehr als das – düster, philosophisch angehaucht, ein wenig gruselig und stellenweise sogar irgendwie eklig, aber auch spannend, mitreißend und vor allem sehr originell. Ich hoffe wirklich sehr, dass ich bald die Zeit dazu finde, auch das Prequel und die Fortsetzung dieses Buches zu lesen!

Rückblick

Mein Lesemonat Februar

Weil dieses Semester alle meine Klausuren in den ersten zwei Februarwochen lagen, war der Monat um ehrlich zu sein ziemlich stressig für mich. Ich habe es in dieser ersten Februarhälfte auch tatsächlich nicht geschafft, auch nur ein einziges Buch zu lesen – umso überraschter bin ich deshalb natürlich, dass ich in den letzten beiden Wochen des Monats dann doch noch auf sechs Bücher gebracht habe.
Und das hier sind sie:

Aristotle and Dante Discover the Secrets of the Universe – Benjamin Alire Sáenz
(359 Seiten)

Die Wand – Marlen Haushofer
(276 Seiten)

Love Letters to the Dead – Ava Dellaira
(407 Seiten)

World War Z: Operation Zombie – Max Brooks
(444 Seiten)

Der Schneesturm – Vladimir Sorokin
(207 Seiten)

Feed: Viruszone – Mira Grant
Newsflesh #1
(506 Seiten)

Insgesamt sind das 2199 Seiten, mehr als doppelt so viel wie noch im letzten Monat. Mal sehen, ob dieses Lesepensum sich hält – ich bezweifle das eher, schließlich muss ich im März auch noch eine Hausarbeit schreiben und ab April dürfte dann auch meine Bachelorarbeit anstehen, so wirklich Pause und Zeit, einfach nur für mich zu Lesen, habe ich also wohl erst im Sommer wieder.

Mein absolutes Lieblingsbuch diesen Monat war „Die Wand“ von Marlen Haushofer, ein Buch, über das ich schon sehr viel Gutes gehört hatte, und das ich wirklich wahnsinnig gerne gelesen habe. Mit seiner ruhigen, aber doch atmosphärischen und mitreißenden Art konnte es mich absolut begeistert!
Auch sehr gerne gelesen habe ich diesen Monat „Aristotle and Dante Discover the Secrets of the Universe“ von Benjamin Alire Sáenz, zusammen mit dem Zwitscherbooks-Buchclub auf Twitter. Zwar habe ich erst ein wenig gebraucht, um mich an den knappen Erzählstil zu gewöhnen, und die ein- oder andere Sache ist mir ein wenig zu kurz gekommen, aber insgesamt konnte das Buch mich mit seiner einfühlsamen Art und vor allem den wichtigen Themen, die es anspricht, doch für sich gewinnen!
Auch Ava Dellairas „Love Letters to the Dead“ mochte ich, obwohl ich das Ende insgesamt nicht ganz so gelungen fand und mir auch hier beim Lesen ein, zwei Kleinigkeiten aufgefallen sind, die mir nicht so gut gefallen haben, sehr gerne. Ich hatte eigentlich keine großen Erwartungen an das Buch, war dafür dann aber umso überraschter davon, wie tiefschürfend und emotional es war – Laurels Geschichte ist mir wirklich nahegegangen und so konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen.
Außerdem haben diesen Monat für mich vor allem die drei Zombie-Bücher ausgemacht, die ich in Vorbereitung auf meine Hausarbeit gelesen habe.
Das erste davon war „World War Z: Operation Zombie“ von Max Brooks, welches vor allem durch seine Vielstimmigkeit auffällt – das Buch hat keinen wirklichen Protagonisten, der einem klaren Handlungsstrang folgt, sondern dutzende einzelne Figuren, die jeweils eine Situation aus ihrem Leben während oder nach der Zombie-Apokalypse schildern. Das hat es zwar manchmal schwierig gemacht, dem Buch zu folgen, und vor allem in der ersten Hälfte wurde so kaum Spannung aufgebaut, insgesamt war es aber sehr interessant und wirklich speziell, sodass mir das Buch bestimmt noch eine Weile in Erinnerung bleiben wird.
Der Schneesturm“ von Vladimir Sorokin ist eigentlich gar kein Zombie-Buch im klassischen Sinne, und ich weiß nicht, ob ich es für meine Hausarbeit überhaupt werde verwenden können, aber trotzdem hat es mir sehr viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen! Ziemlich absurd und sehr symbollastig führt Sorokin einen auf 200 Seiten durch einen grausamen Schneesturm in einem stellenweise fast märchenhaft anmutenden, winterlichen Russland, und obwohl ich bestimmt nicht jede Anspielung verstanden habe, so ist mir beim Lesen doch nie langweilig geworden. „Der Schneesturm“ wird also bestimmt nicht mein letztes Buch von Sorokin sein!
Feed: Viruszone“ , das erste Buch aus Mira Grants „Newsflash“-Trilogie war wohl das schwächste Buch, das ich diesen Monat gelesen habe, aber trotzdem hat es mir auch irgendwie Spaß gemacht. Zwar konnte ich die Protagonistin – die ich am Anfang noch wirklich gerne mochte – mit ihrem einfältigen, egozentrischen Gerede zum Schluss hin einfach nicht mehr hören, und auch die pseudo-intellektuellen Blogposts, die an jedes Kapitel angehängt waren, haben mich auf Dauer ziemlich gelangweilt, dafür war das Buch aber sehr locker und relativ angenehm geschrieben und – obwohl es sich manchmal sehr gezogen hat – stellenweise auch ziemlich spannend.

Alles in Allem bin ich mit meinem Lesemonat sehr zufrieden. Mit meinen Lesevorsätzen für dieses Jahr hat es im Februar eher so mittelmäßig geklappt – mit „Aristotle and Dante Discover the Secrets of the Universe“ habe ich ein Buch mit einem queeren Latinx Protagonisten gelesen, und mit Marlen Haushofer eine deutschsprachige Autorin untergebracht, ein neues Genre oder eine neue Buchform war für mich aber nicht dabei. Dazu werde ich wahrscheinlich auch im nächsten Monat – der Hausarbeit sei Dank – nicht wirklich kommen. Aber das Jahr ist ja noch lang.

Wie war euer Lesemonat Februar denn so? Habt ihr eher viel oder eher wenig gelesen? War irgendein neuer Liebling dabei, den ich mir unbedingt auf die Leseliste schreiben sollte? Oder vielleicht sogar ein Buch, das ich diesen Monat auch gelesen habe?
Habt ihr denn schon Lesepläne für den nächsten Monat? Und – ganz wichtig – werdet ihr im März ebenfalls auf der Leipziger Buchmesse sein? Ich bin nämlich vorraussichtlich wieder mit am Start und würde mich natürlich sehr freuen, dort vielleicht das ein- oder andere bekannte Gesicht zu sehen.
Lasst mir wie immer gerne einen Kommentar da, wenn ihr mögt!

Blogbeitrag

Helden meiner Kindheit

Schon vor einer Weile habe ich mir vorgenommen, mich hier auf dem Blog um ein wenig mehr Vielfalt zu bemühen – nicht immer nur massenweise Rezensionen und Monatsrückblicke zu posten, sondern eben ab und zu auch mal etwas anderes. Trotz aller guten Vorsätze bin ich bisher nicht dazu gekommen – aber jetzt sind endlich Semesterferien und ich habe nicht nur wieder etwas mehr Zeit zum Lesen, sondern auch wieder zum Bloggen!
In diesem Post will ich euch also, wie der Titel wohl schon verrät, ein wenig über meinen liebsten Bücher aus meiner Kindheit sprechen – ein Thema, das ich auch bei anderen Buchbloggern immer wahnsinnig spannend finde.


Schon als ganz kleines Kind haben mir die Bücher am besten gefallen, in denen niedliche Tiere vorkamen – meine Lieblingsbilderbücher, lange bevor ich selbst lesen gelernt habe, waren „Die kleine Raupe Nimmersatt“, „Das kleine Ich bin Ich“ und Judith Kerrs Geschichten rund um den vergesslichen Kater Mog. Vor den wilden Kerlen aus Maurice Sendaks „Wo die wilden Kerle wohnen“ habe ich mich nie gefürchtet – ganz im Gegenteil, ich hätte immer gerne mit Max den Platz getauscht, aber nicht um der Abenteuer willen, die er erlebt, sondern einfach nur weil ich die Monster auf seiner Insel so wahnsinnig süß fand.

Auch als ich dann im Alter von fünf Jahren angefangen habe, selbst Bücher zu lesen, hat sich diese Vorliebe gehalten – mit Büchern über Freundschaften, Streiche, Arztbesuche, den ersten Schultag, oder ähnlichem konnte man mich nur wenig begeistern.
Die Geschichte des frechen, Wünsche-erfüllenden Zauberwesens „Psammy“ aus Edith Nesbits „Psammy sorgt für Abenteuer“ oder die Erlebnisse von Ernst Ekkers „Springingerl“, dem außerirdischen Wesen, das auf der Erde gelandet ist uns sich über all die seltsamen Lebewesen hier wundert, habe ich dafür immer wieder verschlungen.
Ebenfalls heiß und innig geliebt habe ich mein „Pokémon“-Buch, das drei Geschichten aus der Fernsehserie enthielt. Nicht weiter verwunderlich, denn schließlich habe ich überhaupt erst lesen gelernt, weil ich meine Pokémon-Spiele auf dem GameBoy gerne auch ohne die Hilfe meiner Mama spielen können wollte – ich war ein wirklich obsessiver Fan und hatte von zahllosen Plüschtieren bis zu den beliebten Sammelkarten auch allen Schnick-Schnack, den man damals so bekommen konnte. Dieses Buch habe ich eine Weile lang wirklich überall hin mitgeschleppt, was man ihm auch ansieht – obwohl es ein gebundenes Buch mit stabilem Papp-Cover ist habe ich es geschafft, sowohl die Vorder- als auch die Rückseite zu knicken.

Als ich dann etwas älter war, so mit sieben oder acht Jahren, hatten es mir urplötzlich gerade die Bücher, die ich zuvor so verschmäht hatte, angetan – ich entdeckte Streiche spielende und vor allem Kriminalfälle lösende Kinderbanden für mich und war hin und weg.
Ich habe „Die Robinson Bande“ von R.M. Schröder beinahe so sehr vergöttert wie Fiona Kellys „Mystery Club“, las in Rekordtempo alle „Die Knickerbocker Bande“-Bücher von Thomas Brezina, die unsere kleine Bücherei vorrätig hatte, und war – als ich diese dann durch hatte – schnell ebenso begeistert von den weniger bekannten „Tiger Girls & Rote Rächer“-Büchern von Ulli Schubert.
Außerdem entdeckte ich zu dieser Zeit auch Enid Blyton für mich. Da meine Eltern getrennt lebten war die Frage danach, was ich lesen würde, immer auch stark davon abhängig, bei welchem Elternteil ich mich gerade befand. Klar, ab und zu habe ich auch mal ein Buch vom einem zum anderen mitgenommen, aber die Regel war das eher nicht – zu groß war die Gefahr, es dann dort zu vergessen.
Unter der Woche, wenn wir bei meiner Mama waren, habe ich also vor allem die Bücherei geplündert, an den Wochenenden bei meinem Papa stattdessen meist einfach zu den Büchern gegriffen, die dort eben rumlagen – und bin so, nach einigen Fehlschlägen in Form von unverständlichen Klassikern und schnulzigen Groschenromanen, die noch meiner Oma gehört hatten, auf „Die fünf Freunde“ gestoßen. Schnell mussten dann auch noch andere Enid Blyton Bücher her – allen voran ist mir hier ihre „Abenteuer“ -Reihe in Erinnerung geblieben, die ich ab der 3. Klasse regelmäßig aus der kleinen Ferien-Bibliothek meiner Klassenlehrerin auslieh.
Außerdem unausweichlich war dann irgendwann auch „Hanni und Nanni“ – nachdem ich den ersten Sammelband gelesen hatte wollte ich unbedingt mehr davon und habe mir nach und nach von meinem mühsam ersparten Taschengeld die weiteren Bücher der Reihe gekauft.

Auch „Die Wilden Hühner“ von Cornelia Funke sind, wenn es um Banden geht, natürlich nicht wegzudenken – noch heute sind Sprotte, Frieda, Melanie, Trude und Wilma wie alte Freundinnen für mich.
Überhaupt ist Cornelia Funke wohl die Heldin meiner Kindheit – nicht nur wegen „Die Wilden Hühner“ oder „Der Herr der Diebe“, welches ich ebenfalls abgöttisch geliebt und mehr als nur einmal gelesen habe, sondern vor allem wegen „Tintenherz“, dem Buch, das meine Liebe zum Lesen erst wirklich entfacht hat.
Die Geschichte rund um Meggie, Mo, Staubfinger & Co. war so viel mehr als nur eine Geschichte für mich – ich habe „Tintenherz“ nicht nur immer und immer wieder gelesen, ich habe auch – ganz wie Meggie! – mit dem Buch unter dem Kopfkissen geschlafen und fortan penibelst auf meine Bücher geachtet. Eselsohren, gebrochene Rücken oder Schokoladenflecken auf den Seiten waren plötzlich ein absolutes No-Go, denn Bücher waren für mich mit einem Mal nicht mehr einfach nur Gegenstände sondern fast etwas Heiliges.
Obwohl ich mir inzwischen Mühe gebe, in dieser Hinsicht wieder etwas lockerer zu werden – ein Buch darf schließlich auch gelesen aussehen, wenn es gelesen wurde – so ist dieses Gefühl der absoluten Hochachtung für das geschriebene Wort mir doch bis heute geblieben.

„Tintenherz“ war es dann auch, das mir den Weg zu anderen, „größeren“ Welten eröffnet hat – nachdem ich das Buch gelesen hatte war „Hanni und Nanni“ einfach nicht mehr genug, es musste etwas anderes her. Ich entdeckte damals nicht nur meine Liebe zu mitreißenden Abenteuern sondern vor allem zu Fantasy.
So las ich nicht nur die „Artemis Fowl“-Bücher von Eoin Colfer mit Begeistertung, sondern auch einiges von Kai Meyer – vor allem seine „Die Wellenläufer“-Trilogie hat mich absolut begeistert – und verfiel schließlich auch der Welt von „Harry Potter“, die ich bisher nur aus den Filmen kannte.
Auch gegruselt habe ich mich inzwischen beim Lesen zunehmend gerne – vor allem mit den Fear Street Büchern von R.L. Stine, von denen mir besonders „Die Stiefschwester“ in Erinnerung geblieben ist. Noch heute läuft mir ein Schauer über den Rücken, wenn ich daran denke, wie ich das Buch heimlich nachts unter der Bettdecke gelesen und mich danach nicht mehr unter ihr herausgetraut habe – tatsächlich liegt das empfohlene Lesealter mit 12-15 Jahren auch deutlich über meinem damaligen Alter und ich weiß gar nicht, wie ich überhaupt dazu gekommen bin, dieses Buch zu lesen.

Von da an konnte mich, was Bücher anging, jedenfalls nichts mehr halten – der Weg war geebnet für Sonea, Bartimäus, Eragon & Co., ebenso wie für Stephen King, Anne Rice und alles, was ich sonst noch so in meiner Jugend gelesen habe. Vielleicht schreibe ich auch darüber eines Tages noch einmal einen Post – dieser hier hat mir nämlich wirklich Spaß gemacht!

Welche Bücher habt ihr denn als Kinder so gelesen? Mir ist aufgefallen, dass ich eigentlich relativ wenige Kinderbuch-Klassiker gelesen habe – nichts von Astrid Lindgren oder Roald Dahl zum Beispiel, und auch die „Narnia“ Bücher habe ich erst als Teenager für mich entdeckt.
Außerdem habe ich gemerkt, dass viele der Bücher, die mich als Kind so begeistert haben – wie „Psammy sorgt für Abenteuer“, „Springingerl“ oder auch „Mystery Club“ – gar nicht mehr verlegt werden. Scheinbar waren gerade diese Bücher also nicht besonders erfolgreich. Habt ihr als Kinder vielleicht auch Lieblingsbücher gehabt, die es inzwischen gar nicht mehr gibt, oder seid ihr eher mit den Klassikern wie „Alice im Wunderland“, „Peter Pan“ oder „Der Zauberer von Oz“ aufgewachsen?
Mich interessiert sowas wie gesagt wirklich total – also lasst mir gerne einen Kommentar oder vielleicht einen Link zu einem eigenen Blogpost da! Ich würde mich wahnsinnig freuen, mehr über eure liebsten Kinderbücher zu erfahren!

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