Rückblick

Mein Lesemonat September

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Hallo, Leute! Es war sehr still hier auf dem Blog im letzten Monat, aber zumindest den Monatsrückblick kann ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Dass es hier im September kaum Posts gab lag vor allem daran, dass ich einen sehr stressigen Monat hatte, der bis oben hin mit Klausurvorbereitungen, BAföG-Anträgen und anderem ähnlich unangenehmem Kram gefüllt war und ich deshalb kaum zum Lesen gekommen bin. Eigentlich wollte ich statt Rezensionen dann zumindest ein, zwei Tags machen, aber auch dazu bin ich einfach nicht gekommen.
Um ehrlich zu sein hatte ich fast schon erwartet, auch keinen richtigen Monatsrückblick-Post schreiben zu können, weil ich eben kaum etwas gelesen und daher zwar massenhaft angefangen aber nichts beendet hatte. Nun habe ich es aber doch noch auf stolze zwei Bücher geschafft – die ich übrigens beide größtenteils während der letzten drei Tage gelesen habe, als meine Klausur endlich vorbei war – und kann euch doch zumindest noch ein bisschen was erzählen.Und das sind die Beiden:

Alles Licht, das wir nicht sehen – Anthony Doerr
(517 Seiten)

Buch der Sehnsüchte – Leonard Cohen
(233 Seiten)

Insgesamt habe ich mit 750 Seiten damit meinen absolut schwächsten Lesemonat seit Erstellung dieses Blogs – und vermutlich auch schon seit langer Zeit davor – abgeliefert, aber das ist schon okay so. Dafür hoffe ich, nächsten Monat beim Stephen King Lesemonat wieder richtig dabei zu sein!
Mein Monatshighlight war dieses Mal eindeutig „Alles Licht, das wir nicht sehen“ von Anthony Doerr – ein Buch, das sich am Ende des Jahres sicher auch auf meiner Liste von Lieblingsbüchern 2016 wiederfinden wird. Es hat zum Nachdenken angeregt, war wunderschön geschrieben, gefühlvoll und doch spannend erzählt, mit tollen Charakteren und einfach allem, was ein gutes Buch so braucht. Ich bin wirklich sehr, sehr froh, dieses tolle Buch diesen Monat gelesen zu haben, denn wenn ich schon nicht viel lese, dann freue ich mich umso mehr, wenn das, was ich gelesen habe, wirklich gut war.
Alle Sterne, die ich bei meinem zweiten Buch, „Buch der Sehnsüchte“ von Leonard Cohen abgezogen habe, sind im Grunde der deutschen Übersetzung geschuldet, die zwar an manchen Stellen recht gelungen, an den meisten aber einfach nur ungelenk und lieblos war. Klar, Gedichte zu übersetzen ist immer schwierig, aber hier hatte ich wirklich das Gefühl, dass es den Übersetzern teilweise absolut egal war, ob überhaupt noch irendwie eine Bedeutung in einer Zeile übrig bleibt, solange es sich noch halbwegs reimt.
Das war wirklich sehr schade, denn das „Buch der Sehnsüchte“ ist sonst ein wirklich schönes, liebevoll gestaltetes Buch – kein reiner Gedichtband sondern mehr eine Ansammlung von Ideen, Gedanken, Notizen, Songtexten, Skizzen, Gedichten und dem ein oder anderen kurzen Text, in der man immer mal wieder gerne blättert und das einem Leonard Cohen nicht nur als Poeten sondern vor allem als Mensch näher bringt. Trotz der teilweise verstümmelten Texte habe ich sehr viel markiert und mir fast mehr Seiten mit Eselsohren eingemerkt als nicht – eigentlich mache ich sowas bei Büchern ja nicht, aber hier hat es einfach gepasst. Ich werde es mir also auf jeden Fall irgendwann nochmal auf englisch zulegen und dann hoffentlich noch etwas mehr genießen können.

Von meinen mir zu Beginn des Jahres selbstgesetzten Lesezielen habe ich diesen Monat keines erreicht – zwar habe ich mit „Der Glöckner von Notre Dame“ von Victor Hugo und „Traitor’s Moon“ von Lynn Flewelling sowohl einen Klassiker als auch ein Buch mit einem queeren Protagonisten angefangen, beendet habe ich allerdings keines davon. Und auch ein deutscher Autor war diesen Monat leider überhaupt nicht dabei.
Bei nur zwei gelesenen Büchern ist das natürlich auch nicht verwunderlich, trotzdem finde ich es schade, vor allem, weil ich während des Stephen King Lesemonats vermutlich auch nicht dazu kommen werde.  Naja, das muss ich dann eben in den November verschieben.
Zumindest kann ich mich freuen, dass beide Bücher, die ich diesen Monat gelesen habe, Rezensionsexemplare waren (vielen Dank dafür noch einmal an den btb-Verlag!), und mir mein Stapel unrezensierter Bücher deshalb nicht mehr ganz so über den Kopf wächst wie noch zu Beginn des Monats – ich muss meinen Anfrage-Wahn wirklich endlich unter Kontrolle bringen.

Und das war er dann auch schon wieder, mein – dieses Mal doch eher kurzer – Rückblick auf meinen Lesemonat September. Wie sah der letzte Monat bei euch denn lesetechnisch so aus? Habt ihr viel gelesen oder war bei euch – wie auch bei mir – eher der Wurm drin? Habt ihr einen neuen Schatz entdeckt, den ich mir unbedingt einmal genauer ansehen sollte, oder irgendetwas besonders schlechtes gelesen, um das ich lieber einen weiten Bogen machen sollte?
Lasst mir wie immer gerne einen Kommentar oder auch einen Link zu euren eigenen Monatsrückblicks-Posts da, wenn ihr so etwas habt, denn wie ihr wisst interessieren mich diese Dinge immer brennend!

Rezension

Alles Licht, das wir nicht sehen

Alles Licht das wir nicht sehen von Anthony Doerr
Alles Licht das wir nicht sehen von Anthony Doerr

von Anthony Doerr

Originaltitel: All the Light We Cannot See

btb Verlag, 517 Seiten

Preis: 10,99€

Inhalt

In seinem Roman erzählt Anthony Doerr kenntnisreich und in einer wunderschönen Sprache, kunstvoll miteinander verwoben, die Geschichte zweier Jugendlicher im Zweiten Weltkrieg, der blinden Marie-Laure, die mit ihrem Vater aus dem besetzten Paris nach Saint-Malo flieht, und des jungen Waisen Werner, der in der Wehrmacht eingesetzt wird. Unaufhaltsam treibt die Geschichte sie aufeinander zu, spannend, labyrinthisch und atemlos – bis sich ihre Lebenswege für einen folgenreichen Augenblick kreuzen.

Meine Meinung

Schon Monate vor dem deutschen Erscheinungstermin von “Alles Licht, das wir nicht sehen”, hatte ich gefühlt eine Million wahnsinnig positiver Meinungen darüber gehört. So ziemlich jeder schien das Buch gelesen zu haben, und alle waren ausnahmslos begeistert. Obwohl ich normalerweise eher keine Bücher lese, die im 2. Weltkrieg spielen, und das Buch deshalb nicht einfach so auf gut Glück kaufen wollte, war ich also wahnsinnig interessiert daran und habe das Buch, als es dann endlich auf deutsch erschien, ohne zu Zögern als Rezensionsexemplar angefragt, um mir meine eigene Meinung zu bilden.

Von der ersten Seite an war ich von “Alles Licht, das wir nicht sehen” gefesselt. Obwohl ich im vergangenen Monat kaum zum Lesen gekommen bin und deshalb ewig für die gut 500 Seiten des Buches gebraucht habe hat es mich dennoch einfach nicht mehr losgelassen.
In kurzen Kapiteln wird hier abwechselnd das Leben von Marie-Laure und Werner zwischen den Jahren 1942 und 2014 beschrieben – normalerweise habe ich bei einem solchen Aufbau immer eine Stimme, die ich lieber mag als die andere, und auf die ich mich beim Lesen mehr freue, das war hier aber absolut nicht der Fall. Sowohl Marie-Laure als auch Werner haben mein Herz im Sturm erobert und ich habe beide Blickwinkel wahnsinnig gerne gelesen.
Die Geschichte um die Beiden ist ebenfalls sehr spannend und wird nach und nach immer vielschichtiger und mysteriöser. Aufgrund des Klappentextes hatte ich zunächst irgendeine tragische Liebesgeschichte erwartet – oder sollte ich besser sagen “befürchtet”? – aber diese gab es glücklicherweise nicht. Es ist tatsächlich eher ein Buch über zwei verschiedene Schicksale während des zweiten Weltkrieges, als eines, das die beiden Protagonisten verbindet. Es ist mehr Zufall als Vorsehung, die die beiden zusammen führt – und trotzdem scheinen Marie-Laures und Werners Leben untrennbar miteinander verwoben zu sein. Die Geschichte beginnt also recht langsam und die beiden Handlungsstränge laufen noch sehr getrennt nebeneinander hert, doch je mehr die Sache auf beiden Seiten ins Rollen kommt, desto packender wird das Ganze – das Buch ist in dieser Hinsicht wirklich beeindruckend konstruiert.
Außerdem total begeistert hat mich an “Alles Licht, das wir nicht sehen” die Sprache. Anthony Doerr schafft es meisterhaft, in seine spannende und gefühlvolle Erzählung immer wieder so wunderschön formulierte Gedanken und Denkanstöße einzubauen, dass man als Leser gar nicht anders kann, als seine Fantasie wandern zu lassen und das Buch auch ab und an mal zur Seite zu legen, um darüber nachzudenken, was man gerade gelesen hat. Man schwebt auf seinen Worten durch die Geschichte wie auf einer Wolke, von der man am liebsten nie wieder runter will. Es ist fantastisch.

Kurzum – ich habe “Alles Licht, das wir nicht sehen” geliebt. Es ist mit Sicherheit nicht nur ein Monats-Highlight – das wäre bei der lächerlich geringen Anzahl an Büchern, die ich im September gelesen habe, auch keine großartige Auszeichnung – sondern bestimmt auch eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen haben werde. Ohne Zweifel werde ich noch lange darüber nachdenken und es bestimmt auch irgendwann noch einmal lesen!

Ich habe “Alles Licht, das wir nicht sehen“ als kostenloses Rezensionsexemplar erhalten – vielen Dank dafür an den btb-Verlag!

Blogbeitrag

Der Stephen King Lesemonat ist zurück!

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Hallo, Leute!
Ich freue mich wahnsinnig, euch endlich ganz offiziell mitteilen zu können, dass der Stephen King Lesemonat dieses Jahr wieder stattfindet! Ich hatte dabei letztes Jahr so viel Spaß mit euch, dass ich auch diesen Oktober nicht darauf verzichten wollte.

Für die, die letztes Jahr nicht dabei waren fasse ich das Ganze hier noch einmal kurz zusammen:

Was ist der Stephen King Lesemonat eigentlich?

Wie der Name schon sagt geht es darum, während eines Monats gemeinsam Stephen King zu lesen. Für den König des Horrors gibt es dafür natürlich keine passendere Zeit als die von Halloween, deshalb habe ich auch dieses Jahr wieder den Oktober gewählt!

Was muss man tun, um mitzumachen?

Ganz einfach – lest etwas von Stephen King und taggt alle Leseupdates, Blogposts, Fotos, Rezensionen, etc. die ihr auf Twitter, Instagram oder Tumblr veröffentlicht mit #StephenKingMonth, damit die anderen Teilnehmer des Lesemonats sie auch finden können. Ihr müsst euch nirgendwo extra anmelden – macht einfach mit!

Welche Bücher sollen wir lesen?

Das bleibt ganz allein euch überlassen! Wie auch schon letztes Jahr wird es keine Bücherliste oder ähnliches geben, die dann in einer bestimmten Zeit gelesen werden muss. Ich möchte, dass der Stephen King Lesemonat ein entspanntes Event, ganz ohne Druck und Zwang ist, bei dem alle Teilnehmer Spaß haben.
Ob ihr nun also eure zehn liebsten 1000-Seiten-Schinken von King ausgrabt und den ganzen Monat nichts anderes lest oder nur ein Buch oder eine Kurzgeschichte von ihm auf eure Leseliste für den Oktober setzt ist ganz egal – Hauptsache, es ist etwas von Stephen King dabei!
Wenn ihr trotzdem gerne ein spezielles Buch mit anderen zusammen lesen und dann darüber diskutieren wollt, wie man das bei Readalongs normalerweise so macht, dann sprecht ihr euch am besten untereinander ab oder ihr postet einfach eine Liste von Büchern, die für euch infrage kämen, und schaut dann, ob ihr noch andere findet, die an den gleichen Büchern Interesse hätten. Letztes Jahr habe ich mit ein paar Leuten zusammen „Cujo“ gelesen, was wirklich viel Spaß gemacht hat!

Hilfe! Ich will gerne mitmachen, habe aber noch nie etwas von King gelesen und weiß gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll! 

Kein Problem! Für alle von euch, denen es so geht, habe ich hier eine kurze Liste meiner liebsten Stephen King Bücher zusammengestellt:

es„ES“

ES“ war mein allererstes Buch von Stephen King und hat meine Liebe zu ihm begründet. Auch heute noch ist es mein absolutes Lieblingsbuch von ihm – es hat wirklich alles, was ein gutes King Buch ausmacht, Grusel, Abenteuer, Monster und Freundschaft.
Mit seinen – je nach Ausgabe – gut über 1000 Seiten ist es ein ganz schöner Brocken, wer sich aber trotzdem daran wagt wird es sicherlich nicht bereuen!

„Desperation“desperation-deutsch

Desperation“ ist ein weiteres meiner Lieblingsbücher von Stephen King und – zumindest für mich – wohl das, das vom Grusel- und Monsterfaktor am nächsten an „ES“ herankommt.
Vor allem zum Ende hin ist es ziemlich religiös angehaucht, das muss man mögen (oder zumindest tolerieren können), sonst wird das Lesen an manchen Stellen vielleicht etwas anstrengend. Es lohnt sich aber!
Besonders wird „Desperation“ auch dadurch, dass es einen Parallel-Roman dazu gibt, den King unter seinem Pseudonym Richard Bachman veröffentlicht hat. In „Regulator“ kommt das gleiche Monster und weitgehend auch die gleichen Figuren vor, die Handlung ist aber eine komplett andere – es ist wirklich sehr spannend, die beiden Romane zu lesen und zu vergleichen!

king_ssie_108339„Sie“

„Sie“ ist der Roman für alle, die gerne etwas von King lesen wollen, aber mit Übernatürlichem und Monstern nicht so viel am Hut haben. Hier gibt es keine Dämonen, Geister oder sonstige Grusel-Elemente, nur puren, psychologischen Horror. Es ist ein absolut fantastisches Buch, das man kaum mehr aus der Hand legen kann.
Mit – je nach Ausgabe – etwas 300-400 Seiten ist es außerdem eines von Kings kürzeren Büchern und perfekt für alle, die mit dicken Schinken nicht so viel anfangen können!

„Das Mädchen“ das-maedchen

Normalerweise gefallen mir Kings längere Romane immer bei Weitem besser als seine kürzeren, aber „Das Mädchen“ ist ein wirklich grandioses Buch auf nur etwa 200-300 Seiten.
Geeignet ist es aber nicht nur für diejenigen unter euch, die nach einem eher kurzen Buch suchen, sondern auch für alle Fans von Survival-Geschichten mit einem Horror-Element, welches sich nicht unbedingt in den Vordergrund der Geschichte drängt.

mercedes„Mr. Mercedes“

Wer gerne Krimis liest, der ist bei der Reihe um den Ermittler Bill Hodges gut aufgehoben, aber auch Leuten, die – wie ich – mit dieser Art von Literatur normalerweise nicht so viel zu tun haben, werden bestimmt viel Spaß daran haben. „Mr. Mercedes“ ist vor allem ein sehr klug aufgebauter Detektivroman, bei dem die Ermittlung im Vordergrund steht und das Übernatürliche sich erst nach und nach bemerkbar macht. Der dritte und letzte Band der Reihe erscheint übrigens diesen Monat auf deutsch im Heyne-Verlag!

„Das Spiel“300px-das_spiel

Das Spiel“ ist ein Buch, welches mir bestimmt schon hundert mal empfohlen wurde, bis ich es endlich gelesen habe. Und zurecht, denn ich war von der ersten Seite an gefesselt – es ist spannend und auf wahnsinnig vielen verschiedenen Ebenen gruselig. „Das Spiel“ ist eines der wenigen King-Bücher bei denen man tatsächlich bis ganz zum Schluss nicht weiß, was denn nun real ist und was nicht, und das macht es zu einem wirklich sehr eindringlichen Buch.
Ohne groß spoilern zu wollen will ich aber allen, die das Buch gerne lesen wollen, noch eine Triggerwarnung für die sexuelle Gewalt mitgeben, die in „Das Spiel“ eine wichtige Rolle spielt.

Ich hoffe, ihr konntet auf meiner kleinen Liste ein Buch finden, das euch zusagt, falls ihr euch bisher noch nicht entscheiden konntet, was ihr gerne lesen wollt. Wenn ihr selbst einem unentschlossenen Leser noch eine Empfehlung mit auf den Weg geben wollt, dann könnt ihr das natürlich auch gerne tun! Lasst einfach einen Kommentar da, oder veröffentlicht selbst eine Liste – ich bin mir sicher, dass King-Neulinge euch danken werden.
Wenn ihr sonst noch Fragen zum Lesemonat habt, dann nur her damit, ich beantworte sie auch gerne! Ich freue mich schon sehr darauf, diesen Oktober wieder zusammen mit euch zu lesen und hoffe, es wird genauso toll wie im letzten Jahr!

Rückblick

Mein Lesemonat August

Mit dem August geht für mich ein gleichzeitig seh schöner, aber auch irgendwie etwas anstrengender Monat zu Ende, in dem ich aber überraschend viel gelesen habe – irgendwie übertreffe ich mich damit in letzter Zeit immer wieder selbst, vielleicht ist das der Ausgleich für die Leseflaute, die ich im Frühling hatte. Auf jeden Fall hat es mir auch bei meiner Goodreads-Lesechallenge geholfen, die ich somit dieses Jahr tatsächlich bereits im August beenden konnte – so schnell war ich noch nie. Klar, ich habe mir zu Beginnd des Jahres auch ganz bewusst ein – für mich – sehr gut machbares Ziel gesetzt, aber trotzdem war ich überrascht, wie schnell es dieses Mal ging.
Ich möchte euch aber jetzt auch gar nicht mehr mit langem Vorgeplänkel auf die Nerven gehen, sondern lieber gleich zur Sache kommen, nämlich den Büchern, die ich diesen Monat gelesen habe. Und das waren:

Die Elfen – Bernhard Hennen
Die Elfen #1
(910 Seiten)

Star Wars Episode 1: Die dunkle Bedrohung – Terry Brooks
(320 Seiten)

Illuminae – Amie Kaufman & Jay Kristoff
The Iluminae Files #1
(599 Seiten)

Ice Massacre – Tiana Warner
Mermaids of Eriana Kwai #1
(375 Seiten)

Harry Potter and the Prisoner of Azkaban – J.K. Rowling
Harry Potter #3
(435 Seiten)

The Last Unicorn – Peter S. Beagle
(294 Seiten)

The Time Machine – H.G. Wells
(128 Seiten)

Wolfszeit – Nina Blazon
(560 Seiten)

Insgesamt sind das acht Bücher mit 3621 Seiten, also sogar etwas mehr als letzten Monat, was ich so gar nicht erwartet hätte, was mich dafür aber umso mehr freut.
Wie eigentlich immer fällt es mir schwer, mir nur ein Buch als „Highlight“ des Monats auszusuchen, weil es mehrere gab, die mir auf ihre ganz eigene Art und Weise wirklich gut gefallen haben. So hat mich zum Beispiel Wolfszeitvon Nina Blazon, das letzte Buch, das ich im August gelesen habe, durch seine Spannung und sein interessantes Setting total in den Bann gezogen, aber auch Bernhard Hennens „Die Elfen“ hat mir mit seiner weitläufigen, phantastischen Welt und der mysthischen Erzählweise einfach nur richtig viel Spaß gemacht. Ein wirklich einzigartiges Leseerlebnis und dazu noch eine tolle, spannende Geschichte hat mir diesen Monat außerdem „Illuminae“ von Amie Aufman und Jay Kristoff geboten, welches ich so schnell sicher nicht wieder vergessen werde.
Außerdem fand ich es natürlich toll, diesen Monat zusammen mit meinem Freund unseren Harry Potter Reread weiterzuführen und mit „Harry Potter and the Prisoner of Azkaban“ den dritten Band der Reihe zu lesen und gemeinsam noch einmal neu zu entdecken. Und auch das diesmonatige Buch des Zwitscherbooks-Buchclubs, „The Last Unicorn“ von Peter S. Beagle, habe ich unheimlich gern gelesen. Mit seiner wunderschönen Sprache und der märchenhaften Handlung ist es eine Geschichte, die einem mit Sicherheit noch länger im Gedächtnis bleibt.
Ich habe im August also einige sehr schöne Bücher gelesen, leider gab es dieses Mal jedoch auch wieder etwas, das ich wirklich schon lange nicht mehr hatte, nämlich eine wirkliche Enttäuschung. Vielleicht hatte ich an Tiana Warners „Ice Massacre“ einfach zu hohe oder die falschen Erwartungen, aber es hat mir wirklich nicht ansatzweise so gut gefallen, wie ich es im Vorfeld gedacht hatte. Das fand ich besonders deshalb sehr schade, weil es mit Sicherheit viel Potenzial gehabt hätte.
Trotzdem war der August lesetechnisch ein voller Erfolg, denn auch bei meinen selbstgesetzten Challenges habe ich mich wieder ganz gut geschlagen. Mit „Wolfszeit“ von Nina Blazon und „Die Elfen“ von Bernhard Hennen habe ich diesen Monat sogar zwei Bücher von deutschen Autoren gelesen, mit „The Time Machine“ von H.G. Wells hatte ich erneut einen Klassiker dabei – wenn auch einen kurzen – und meinen Vorsatz etwas diverser zu lesen habe ich mit „Ice Massacre“ ebenfalls erfüllt, denn obwohl die Queerness in diesem Buch nicht ansatzweise so präsent war, wie ich erwartet hatte, so war sie dennoch irgendwie da. Außerdem ist Meela, die Protagonistin, genau wie die meisten anderen Charaktere des Buches, nicht weiß.

Alles in Allem bin ich also mehr als zufrieden und kann nur hoffen, dass ich im nächsten Monat wieder genauso viele gute Bücher lesen kann und darf, wie diesen! Außerdem hoffe ich, im September wieder ein paar Rezensionsexemplare unterzukriegen – ich hatte mit „Star Wars Episode 1: Die dunkle Bedrohung“ nämlich endlich das letzter meiner ungelesenen Rezensionsexemplare gelesen, nur im mir dann im selben Atemzug schon wieder fünf neue zu bestellen. Fünf! Ich lerne einfach nicht dazu. Dieses Mal hoffe ich aber, meine Rezensionsexemplare etwas schneller zu lesen und zu rezensieren, damit sich nicht wieder über Monate hinweg ein Stapel bei mir ansammelt. Das ist dann nämlich nicht nur stressig für mich sondern natürlich auch nicht im Sinne der Verlage, die mir die Bücher freundlicherweise zukommen lassen.

Wie sieht es denn bei euch so aus? Seid ihr mit eurem Lesemonat August zufrieden? Waren viele gute Bücher dabei, oder musstet ihr ein paar Enttäuschungen einstecken? Habt ihr euch für den September schon etwas spezielles vorgenommen?
Wie immer freue ich mich darüber, mehr über eure Lesemonate zu erfahren – lasst mir also gerne eine Antwort oder – wenn ihr so etwas auch geschrieben habt – einen Link zu eurem eigenen Monatsrückblick da!

Rezension

Wolfszeit

wolfszeit
wolfszeit

von Nina Blazon

Ravensburger Verlag, 560 Seiten

Preis: 9,99€

Inhalt

In der französischen Provinz trauen sich die Leute im Dunkeln nicht mehr aus dem Haus. Denn draußen lauert die Bestie. Aber die schöne Isabelle hat ihren Angriff überlebt. Thomas, Gesandter des Königs, will mit ihrer Hilfe das Untier finden. Doch er verliebt sich in Isabelle und muss bald um ihr Leben fürchten.

Meine Meinung

„Wolfszeit“ war ein absoluter Spontankauf, wie ich ihn – zumindest im Hinblick auf Bücher – wirklich nur sehr selten tätige. Ich habe das Buch letzte Woche im Urlaub günstig in einem Buch-Outlet gefunden, und obwohl mich der Klappentext nicht einmal wirklich angesprochen hat, habe ich es einfach mitgenommen – weil mir Nina Blazon auf der Buchmesse dieses Jahr so sympathisch war, ich aber noch nie etwas von ihr gelesen hatte, und weil ich das Buch ja immer noch an meine Schwester weitergeben konnte, wenn es mir nicht gefallen würde. Glücklicherweise war das aber absolut nicht nötig, denn ich habe „Wolfszeit“ geliebt!

Das Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen, sobald ich das erste Kapitel gelesen hatte, war ich hin und weg und konnte es einfach nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichte war wahnsinnig spannend und klug aufgebaut, sodass ich mir wirklich bis ganz zum Schluss nicht sicher war, was es mit der „Bestie“ denn nun tatsächlich auf sich hat. Immer wieder gab es neue Wendungen und Enthüllungen, und das Buch ist komplett anders verlaufen, als ich es zu Beginn erwartet hatte.
Auch das Setting fand ich fantastisch. Im Frankreich von Louis XIV. spielend ist „Wolfszeit“ nicht nur spannend und abenteuerlich sondern auch voll mit riesigen, unpraktischen Kleidern und noch viel unpraktischeren sozialen Konventionen, mit gepuderten Haaren, hochnäsigen Adeligen und Vertuschungen. Da ich bisher nur sehr wenige Bücher gelesen habe, die in dieser Zeit spielen, und mein Wissen darüber ebenfalls eher vage ist – ich hatte Latein in der Schule und in Geschichte sind wir erst bei der französischen Revolution richtig eingestiegen – war das ebenfalls sehr spannend für mich. Thomas befindet sich auf einer ständigen Gratwanderung zwischen Versailles und dem Gévaudan, zwischen den Erwartungen seines Vaters und der Gesellschaft in Paris und seinen Aufgaben in der Provinz – es treffen für ihn zwei Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und das ist wirklich total interessant zu lesen.
Auch die Charaktere, die mir zu Beginn manchmal noch etwas blass erschienen sind, sind mir im Laufe des Buches richtig ans Herz gewachsen. Besonders aufgefallen ist mir hier auch, dass die Geschichte vor allem aus der Sicht von Thomas erzählt wird – einem Mann, was für Jugendbücher dieses Genres ja eigentlich eher unüblich ist, mir aber sehr gut gefallen hat. Es war sehr interessant, dass es einmal nicht das junge Mädchen ist, das  sich aus heiterem Himmel hoffnungslos in den unnahbaren Fremden verliebt und alle seine Träume aufs Spiel setzen muss, um irgendetwas Böses zu bekämpfen und ihm nahe sein zu können, sondern dass es sich hier eben genau umgekehrt verhalten hat. Diese in Jugendbüchern so beliebte Situation, die mich sonst nur mit den Augen rollen lässt, wurde so wieder interessant.
Was das Buch am Ende noch viel interessanter gemacht hat war übrigens der Nachtrag der Autorin, in dem sie ihre Recherche-Arbeit zu der „Bestie des Gévaudan“ beschreibt, die es – wie ich zuvor nicht wusste – tatsächlich gegeben hat. Auch viele der im Buch vorkommenden Figuren und die meisten der Opfer der „Bestie“ sind reale Menschen aus dem 18. Jahrhundert. Ich wünschte mir fast, diese Information noch vor dem Lesen bekommen zu haben, weil es das Ganze mit Sicherheit noch viel gruseliger, aber auch spannender macht.

Wie ihr sehen könnt, hat „Wolfszeit“ mich also auf voller Linie begeistert. Es war spannend, klug aufgebaut und erzählt, die Charaktere waren interessant und das Setting ebenfalls faszinierend. Ich habe bis zur letzten Seite mitgefiebert und bin einfach nur froh, das Buch entgegen die Stimme der Vernunft in meinem Kopf, die mir Spontankäufe sonst immer verbietet, mitgenommen zu haben, denn es war wirklich, wirklich fantastisch. „Wolfszeit“ wird mit Sicherheit nicht das letzte Buch von Nina Blazon sein, das ich lese!

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