Rückblick

Mein Lesejahr 2016

Ich weiß, dass das vermutlich gerade jeder sagt, aber ich kann es wirklich kaum glauben, dass 2016 schon wieder vorbei sein soll – es kommt mir vor, als hätte ich meinen letzten Jahresrückblick gerade erst geschrieben, und jetzt soll schon wieder ein ganzes Jahr vergangen sein?
Nun ja, gelesen habe ich dafür zumindest genug – 76 Bücher mit insgesamt 36,364 Seiten, also etwa 7,500 Seiten mehr als letztes Jahr, und da war ich eigentlich schon total überrascht, wie viel ich doch in einem Jahr gelesen hatte. Darunter waren 11 Rereads und 2 Mangas. Außerdem habe ich noch eine Kurzgeschichte gelesen und ein Buch abgebrochen, welche ich aber beide bei meinem Endergebnis nicht mitgezählt habe.
Nur 26 dieser Bücher habe ich auf englisch gelesen, die restlichen 50 auf deutsch – daran ist vor allem das Bloggerportal und diverse Buchflohmärkte und kostenlose Bücherschränke Schuld, wenn ich mir selbst ein neues Buch kaufe, dann greife ich nämlich nur sehr, sehr selten zur deutschen Ausgabe. Mein längstes Buch war „Das letzte Gefecht“ von Stephen King mit stolzen 1712 Seiten, mein kürzestes – von der Kurzgeschichte mal abgesehen – „Der Kirschgarten“ von Tschechov mit nur 90 Seiten.

Ich stelle euch jetzt erst einmal ein paar der Bücher vor, die für mich dieses Jahr besonders herausgestochen sind – meine 10 Lieblingsbücher dieses Jahr, 5 Bücher die mich eher enttäuscht haben, und dann noch jeweils 5 Bücher aus den Kategorien „Fantasy“, „Sci-Fi/Dystopie“, „Klassiker“ und „Zeitgenössische/Historische Romane“ – und sage dann später noch ein bisschen was zu meinem Jahr im Allgemeinen. Wie immer werde ich wahrscheinlich wieder viel zu viel plappern – ich bin euch also absolut nicht böse, wenn ihr die Kategorien überspringt, die euch nicht so sehr interessieren und einfach nur das lest, was ihr tatsächlich lesen wollt!

Meine Highilights des Jahres

Bei so vielen Büchern ist es wirklich schwer, sich für „nur“ zehn Favoriten zu entscheiden, aber das hier waren die Bücher, die mir 2016 am besten gefallen, am meisten bedeutet und mich am tiefsten beeindruckt haben.

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Früchte des Zorns“ von John Steinbeck ist das Lieblingsbuch meiner Mutter, und seit Ewigkeit hat sie mich schon beredet, es doch auch einmal zu lesen. Dieses Jahr habe ich es getan und ich kann nur eines sagen: wow! Es ist ein unheimlich starkes, tiefgehendes, tolles Buch, das zu Lesen mir nicht nur Spaß gemacht sondern mich auch unheimlich mitgenommen hat. Ich verstehe absolut, warum meine Mutter es so liebt, denn es ist definitiv auch ein neues Lieblingsbuch für mich.
Das Lied des Achill“ war ein ziemlicher Spontankauf dieses Jahr – ich hatte schon viel Gutes darüber gehört und dann zufällig erfahren, dass die deutsche Hardcoverausgabe für nur 5€ zu haben. Und schwupps war es gekauft, gelesen und geliebt! Ich habe die Geschichte rund um Achilles und Patroklus verschlungen, und vor allem der poetische Schreibstil hat mich total begeistert. Es ist ein Buch, das sich ganz sanft und leise in mein Herz geschmuggelt hat, und eines meiner absoluten Highlights dieses Jahr!
Die „Die Maschinen“ -Reihe von Ann Leckie war dieses Jahr ganz klar mein Highlight in Sachen Sci-Fi. Zu Beginn des ersten Bandes war ich mir noch nicht ganz sicher, ob die Reihe mich wirklich begeistern würde, aber das hat sie – voll von spannenden politischen Intrigen, einem futuristischen und doch fast antik anmutenden Gesellschaftssystem ganz wunderbaren, liebenswerten Charakteren, und einem ganz neuen Ansatz an das Thema „Geschlecht“ ist es wirklich eine ganz fantastische Trilogie. Es ist außerdem komplett im generischen Femininum geschrieben, was zu Beginn etwas befremdlich, dann aber einfach nur wahnsinnig interessant ist.
Ein weiteres Highlight dieses Jahr war für mich „Die Gestirne“ von Eleanor Catton. Mit seinen über 1000 Seiten hat das Buch mich so eingeschüchtert, dass ich mich ewig nicht rangetraut habe – und dann habe ich den ganzen Wälzer in nur etwas mehr als einer Woche verschlungen, weil ich einfach nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Mit seiner wahnsinnig vielschichtigen Geschichte, den vielen Charakteren und dem tollen Schreibstil war „Die Gestirne“ packend und tiefgehend zugleich – ein Buch, dass ich so schnell nicht vergessen werde!
Über Anthony Doerrs „Alles Licht, das wir nicht sehen“ hatte ich schon sehr viel Gutes gehört, war mir aber trotzdem nicht sicher, ob das Buch mir auch gefallen würde, denn eigentlich lese ich so gut wie nie Bücher, die während des zweiten Weltkriegs spielen. Hier hat es sich aber definitiv gelohnt, meine gewohnte Bücher-Umgebung mal zu verlassen, denn „Alles Licht, das wir nicht sehen“ ist ein wirklich grandioses Buch, das sich nicht nur mit seiner wunderschönen, gefühlvollen Erzählweise, sondern auch mit seinen zwei wahnsinnig lebensechten und liebenswerten Protagonisten einen Platz in meinem Herzen – und in meinen Jahreshighlights – verdient hat.
Genau wie „Früchte des Zorns“ ist auch „Die Mitte der Welt“ von Andreas Steinhöfel ist eindeutig ein neues Lieblingsbuch für mich. Ich hatte das Buch mehr oder weniger zufällig vor ein paar Jahren bei reBuy mitbestellt, im Grunde nur, weil es so billig war. Seitdem stand „Die Mitte der Welt“ bei mir im Regal und hat Staub angesetzt, bis ich es mir dieses Jahr im Rahmen meines Umzugs wieder in die Hände gefallen ist und ich beschlossen habe, es endlich doch einmal zu lesen. Ich hatte also wirklich keine allzu hohen Erwartungen daran und war dann umso begeisterter, als ich tatsächlich von der ersten Seite an gefesselt war. „Die Mitte der Welt“ wartet mit einem wundervollen Schreibstil, einer atmosphärischen, mysteriösen Geschichte, die sich immer irgendwo zwischen Realität und Fantasie bewegt, und ein paar wirklich liebenswerten, interessanten Charakteren auf. Schon lange habe ich kein Buch mehr so schnell durchgelesen!
Zwei Frauen“ von Diana Beate Hellmann war ein weiterer Zufallsfund – letztes Jahr um Silvester herum wusste ich nicht so wirklich, was ich gerne lesen wollte, und habe dann einfach dieses Buch aus dem Regal meiner Mutter gezogen. Schon sehr früh war mir klar, dass das erste Buch, das ich 2016 lesen würde auch gleichzeitig eins meiner Highlights sein würde, so gut hat mir die einfühlsame und doch sehr starke und rauhe Erzählung über zwei krebskranke Frauen – die davon mal abgesehen aber unterschiedlicher nicht sein könnten – gefallen.
Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde war ebenfalls eines der ersten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe, und gleichzeitig auch eines meiner liebsten – ich war von Anfang an begeistert von dem Stil, den Charakteren, der Geschichte, einfach dem ganzen Buch. Es ist wirklich schade, dass Oscar Wilde nur diesen einen Roman geschrieben hat – ansonsten hätte ich mir alle weiteren von ihm schon längst gekauft und sie wohl innerhalb kürzester Zeit verschlungen!
Effi Briest“ von Theodor Fontane stand schon seit Jahren auf meiner Leseliste – seit der Schulzeit nämlich, in der scheinbar jeder Mensch dieses Buch gelesen hat, nur meine Klasse eben nicht. Ich hatte immer das Gefühl, dadurch etwas verpasst zu haben, gleichzeitig aber auch immer ein wenig Angst vor dem Buch, da die meisten Menschen die es in der Schule gelesen haben es scheinbar wahnsinnig langweilig fanden. Dieses Jahr habe ich mich dann endlich herangewagt – und ich bin wirklich froh darüber, denn ich habe es geliebt. Gelangweilt habe ich mich zu keiner Sekunde, im Gegenteil, ich bin ganz und gar in der Geschichte und vor allem in Effi als Protagonistin aufgegangen – ein wirklich tolles Buch!
Mein letztes – aber deswegen nicht weniger wichtiges – Lieblingsbuch aus diesem Jahr ist „Die Farbe Lila“ von Alice Walker. Ich hatte vor Jahren, als ich im Grunde noch viel zu jung war, um ihn wirklich zu verstehen, einmal den Film gesehen und wollte das Buch eigentlich schon lange mal lesen. Ich glaube, es war aber gut, zu warten, bis ich tatsächlich alt genug war, um Celies Geschichte in allen Aspekten zu begreifen, denn es ist so ein großes, wichtiges Buch, dass es schade wäre, das nicht zu tun. Es ist beinahe unheimlich, wie intensiv, aufrüttelnd, kraftvoll und vielschichtig ein Buch mit nicht einmal 300 Seiten sein kann. „Die Farbe Lila“ hat mich auf jeden Fall nicht nur begeistert sondern auch nachhaltig beeindruckt, und ich bin sehr froh, es gelesen zu haben!

Meine Enttäuschungen des Jahres

Wie immer gibt es aber natürlich nicht nur Bücher, die mich begeistert haben, sondern leider auch solche, bei denen das nicht der Fall war – nicht jedes der Bücher auf dieser Liste ist abgrundtief schlecht, aber von allen fünf hatte ich mir einfach mehr erwartet oder erhofft.

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Die Akimuden“ von Viktor Jerofejew war das letzte Buch, welches ich dieses Jahr gelesen habe, und es tut mir wirklich leid, dass ich 2016 mit einem Buch abgeschlossen habe, das mir so gar nicht gefallen wollte – wäre es nicht eine Pflichtlektüre für die Uni gewesen hätte ich es auf keinen Fall fertig gelesen. „Die Akimuden“ war nicht nur verwirrend und – meiner Meinung nach – einfach unoriginell, es war auch voll von Sexismus, Homophobie, Rassismus und Ableismus, alles Sachen, die ich in meinen Büchern echt nicht brauche.
Eine weitere Enttäuschung war „Ice Massacre“ von Tiana Warner, ein Buch, auf das ich mich eigentlich richtig gefreut hatte, denn es hört sich wirklich interessant an: Meerjungfrauen terrorisieren eine kleine Insel, verführen und töten alle Männer, die ausgesandt werden, um sie zu vertreiben. Als Lösung schickt die Regierung der Insel diesmal Frauen aus, die gegen die Reize der Meerjungfrauen immun sind – doch nicht Meela, die sich in eine von ihnen verliebt. Es hätte wirklich viel Potenzial gehabt, war aber einfach so unterirdisch schlecht geschrieben und aufgebaut, dass ich wirklich kaum Spaß daran hatte. Die Figuren waren alle wahnsinnig flach und auch die queere Romanze, die im Klappentext versprochen wird, kommt gar nicht wirklich vor, sondern wird eigentlich nur am Ende kurz angedeutet. Ein echter Reinfall!
Auch „Rivers of London“ konnte – obwohl es kein grottenschlechtes Buch war – meine Erwartungen einfach nicht erfüllen. Ich mochte den Schreibstil, die Welt und viele der Nebencharaktere wirklich gerne und hätte die Reihe – trotz der etwas verwirrenden, stellenweise auch schwachen Geschichte – auf jeden Fall weitergelesen, wäre da nicht der Protagonist Peter gewesen, der mit seinem konstanten sexistischen Macho-Gehabe alles zunichte gemacht hätte. Wirklich schade – auch hier wurde viel Potenzial verschenkt!
Mit „Orlando“ von Virginia Woolf konnte ich ebenfalls nicht richtig warm werden. Es war mein zweites Buch von Woolf und ich bin inzwischen zu dem Schluss gekommen, dass mir ihre Art zu schreiben vielleicht einfach nicht liegt, denn auch „Mrs. Dalloway“ hat mir damals nicht wirklich viel gegeben. Zwar habe ich aus „Orlando“ durchaus ein, zwei Dinge mitgenommen und würde es generell nicht als schlechtes Buch bezeichnen, aber ingesamt hat es mich doch einfach eher kalt gelassen.
Meine größte Enttäuschung dieses Jahr war wohl „Der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand“ von Jonas Jonasson, das einzige Buch, welches ich dieses Jahr abgebrochen habe. Schon seit Jahren steht es auf meiner Wunschliste und ich habe mich irre gefreut, als ich es vor ein paar Monaten in einem kostenlosen Bücherschrank entdeckt habe – leider währte diese Freude nicht besonders lang. Der Humor von „Der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand“ war leider so überhaupt nicht meins, sodass mir das Buch nur selten mehr als ein müdes Lächeln entlocken konnte, und auch mit den Figuren konnte ich mich überhaupt nicht anfreunden. Die Geschichte hat mich sowieso nicht interessiert, sodass ich das Buch irgendwann schlichtweg wieder beiseite gelegt habe.

Fantasy Bücher

Fantasy zählt noch immer zu meinen absolut liebsten Genres, weswegen ich dieses Jahr auch eine ganze Menge daraus gelesen habe – 19 Stück nach meiner Zählung. Das waren meine liebsten dieses Jahr:

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Carry On“ von Rainbow Rowell war eines der ersten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe, und ich habe mich sofort in die süße kleine Harry Potter Hommage verliebt. Sowohl die Liebesgeschichte als auch die Magie, die Rowell sich ausgedacht hat, mochte ich total gerne und so hat das Buch mir einfach wirklich nur Spaß gemacht!
Außerdem wirklich, wirklich großartig fand ich dieses Jahr „Der begrabene Riese“ von Kazuo Ishiguro, ein Buch, das es nur knapp nicht in meine Jahreshighlights geschafft hat. Die ruhige und doch eindringliche Erzählweise, die neblige, mystische Atmosphäre, das alles hat mich wirklich begeistert – ich will auf jeden Fall in Zukunft noch mehr von Ishiguro lesen und kann das Buch nur weiterempfehlen!
Auch wirklich viel Spaß gemacht hat mir mein Reread von Michael Endes „Die unendliche Geschichte“ . Ich habe den Film als Kind abgöttisch geliebt und auch das Buch vor langer, langer Zeit einmal gelesen, konnte mich aber nicht mehr wirklich daran erinnern, sodass ich es schon lange noch einmal lesen wollte. Was soll ich sagen? Es hat sich wirklich gelohnt – die Welt von Phantasien ist wundervoll, und das Buch ist zu Recht ein deutscher Kinderbuchklassiker!
Wirklich gerne gelesen habe ich 2016 außerdem die ersten zwei Bände der „Nightrunner„-Trilogie, „Luck in the Shadows“ und „Stalking Darkness“ von Lynn Flewelling. Nicht nur die Charaktere sind wirklich fantastisch, die Romanze, die sich zwischen den beiden Protagonisten Alec und Seregil entwickelt, toll, sondern auch das World-Building und die Geschichte haben mir wirklich gut gefallen. Ich kann es gar nicht erwarten, die Reihe endlich weiterzulesen, sie bedeutet mir wirklich viel.
Zu guter Letzt wäre da dann noch „The Last Unicorn“ von Peter S. Beagle, ein Buch, welches ich mit 13 oder 14 Jahren mal angefangen und nie fertig gelesen hatte, bis ich es dieses Jahr doch endlich noch einmal angepackt habe. „The Last Unicorn“ ist ein wunderschönes, märchenhaftes Fantasybuch, das tatsächlich noch schöner ist, als der Film – und den mag ich schon sehr gerne. Ein wirklich einzigartiges Erlebnis, voll von Magie, aber auch einer Prise Selbstironie, die das Ganze zu einem wirklich tollen Buch macht!

Dystopien, Sci-Fi und Postapokalyptisches

Eigentlich sind Dystopien und Sci-Fi ja nicht das gleiche, aber ich habe der Einfachheit – und Kürze! – halber einfach mal alles zusammengefasst, was entweder futuristisch ist oder irgendwas mit Weltraum zu tun hat. Insgesamt komme ich in dieser Misch-Masch-Kategorie dann auf 24 Bücher. Meine Favoriten dabei waren diese hier:

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Die „Die Maschinen“ -Reihe von Ann Leckie hat es ja sogar unter meine liebsten zehn Bücher des Jahres geschafft – wie gesagt also definitv mein liebstes Science-Fiction Buch dieses Jahr!
Sehr gerne mochte ich dieses Jahr außerdem „Red Rising“ von Pierce Brown, ein Buch, an das ich eigentlich gar keine so hohen Erwartungen hatte, das mir dann aber wirklich richtig Spaß gemacht hat. Ich habe die nächsten Bände der Trilogie noch nicht gelesen, will das aber auf jeden Fall bald tun, denn die Welt hat mir richtig gut gefallen und auch die Geschichte fand ich – obwohl es für ein dystopisches Jugendbuch jetzt nichts wahnsinnig neues ist – sehr spannend erzählt und aufbereitet. Definitiv eine meiner Überraschungen dieses Jahr!
Auch „Die 5. Welle“ von Rick Yancey war für mich eine solche wirklich positive Überraschung. Ich hatte zuvor ein paar eher gemischte Meinung zu dem Buch gehört und bin mit der Erwartung rangegangen, dass es ein ganz nettes aber nicht unbedingt außergewöhnliches Jugendbuch sein würde – und dann habe ich es gelesen und geliebt. Ich mochte die Protagonistin sehr gerne, die Geschichte selbst sowieso – ich habe dieses Jahr ein richtiges Faible für postapokalyptische Romane entwickelt – und fand das ganze Buch einfach wahnsinnig spannend und unterhaltsam geschrieben. Band 2 steht schon bei mir im Regal und ich hoffe wirklich, bald dazu zu kommen, ihn zu lesen!
Das Highlight meines diesjährigen Stephen King Lesemonats war ebenfalls ein postapokalyptisches Buch – „Das letzte Gefecht“ war mit seinen über 1700 Seiten ein wirklich dicker Schinken, hat sich aber auch wirklich gelohnt – ich bin total froh, es dieses Jahr noch einmal in der ungekürzten Fassung gelesen zu haben, denn damit gewinnt das Buch noch einmal wirklich an Tiefe. Wie es bei Stephen King oft ist, so waren es auch hier vor allem die Figuren, die das Buch so toll und einzigartig gemacht haben.
Auch die „Der Übergang„-Reihe von Justin Cronin, der ich fast meinen gesamten November gewidmet habe, hat mir sehr gut gefallen. Vor allem die düstere Atmosphäre und die episch lange Zeitspanne, über die die Geschichte sich erstreckt, haben es mir wirklich angetan. Außerdem wurde ich noch während ich die Bücher gelesen habe vom Goldmann-Verlag auf eine Lesung des dritten Bandes, „Die Spiegelstadt“, eingeladen, was mich nicht nur sehr gefreut hat sondern mir auch noch einen viel tieferen Einblick in die Gedankenwelt des Autors und somit auch die seiner Bücher ermöglicht hat. Die Reihe war also insgesamt wirklich ein Erlebnis!

Klassiker

Einer meiner Vorsätze für’s neue Jahr war es ja, mehr Klassiker zu lesen – jeden Monat einen. Das hat zwar nicht ganz geklappt, aber doch beinahe, und so habe ich mit immerhin 11 Klassikern – wobei ich hier auch moderne Klassiker mitzähle – etwas mehr als doppelt so viele gelesen wie noch im letzten Jahr. Und diese waren dabei meine liebsten:

Eigentlich „nur“ ein Reread aber trotzdem eines meiner Highlights dieses Jahr war „Jane Eyre“ von Charlotte Brontë. Es ist nach wie vor eines meiner Lieblingsbücher, und es hat mir wirklich Spaß gemacht, diesen atmosphärischen, sehr feministischen Klassiker noch einmal neu zu erkunden – und dabei auch viele Dinge zu entdecken, die mir beim ersten Lesen entgangen sind.
Sowohl „Effi Briest“ von Theodor Fontane und „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde gehören zu meinen Lieblingsbüchern des Jahres – ich werde meine Lobeshymne deswegen hier nicht noch einmal hinschreiben, obwohl es sich wirklich lohnen würde, denn es sind tolle Bücher!
Auch für die beiden modernen Klassiker auf meiner Liste, „Früchte des Zorns“ von John Steinbeck und „Die Farbe Lila“ von Alice Walker trifft das zu. Bei letzterem bin ich mir aufgrund des relativ aktuellen Erscheinungsdatums immer noch nicht ganz sicher, ob ich es tatsächlich als Klassiker zählen soll oder nicht, aber schlussendlich ist es definitiv bedeutend genug. Es sind auf jeden Fall zwei fantastische Bücher, die ich wirklich nur weiterempfehlen kann!

Zeitgenössische und historische Romane

Aus Ermangelung eines besseren Namens zähle ich in die Kategorie „zeitgenössische Romane“ einfach alle Romane, die ungefähr in unserer Gegenwart spielen – und weil ich so gut wie nie historische Romane lese und eine eigene Kategorie sich deshalb kaum lohnen würde zähle ich diese einfach auch hier dazu. 16 Bücher habe hier insgesamt gelesen und meine liebsten waren:
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Wie oben bereits erwähnt habe ich „Die Mitte der Welt“ von Andreas Steinhöfel, „Zwei Frauen“ von Diana Beate Hellmann, „Alles Licht, das wir nicht sehen“ von Anthony Doerr und „Das Lied des Achill“ von Madeline Miller dieses Jahr mehr als nur geliebt – wobei ich mir bei letzterem nicht ganz sicher bin, ob es in der Kategorie „historischer Roman“ tatsächlich richtig ist, oder ob ich es lieber zu „Fantasy“ zählen sollte, denn schließlich geht es ja um die Sagengestallt Achilles. Goodreads ordnet es bei beidem ein – und so wichtig ist das ja auch eigentlich gar nicht, was wirklich zählt ist, dass das Buch mir wahnsinnig gut gefallen hat.
Auch „Ich gebe dir die Sonne“ von Jandy Nelson, welches mein Monatshighlight im Dezember war, hat mir unheimlich gut gefallen. Ohne kitschig oder übertrieben zu wirken erzählt das Buch sehr einfühlsam und kraftvoll die Geschichte der Zwillinge Noah und Jude, die beide auf ihre eigene Art und Weise unglücklich und mit ihrer Situation überfordert sind. Es ist ein Buch, das sich nicht so einfach in ein paar Sätzen zusammenfassen lässt, weil es einfach immer so viel mehr ist. Ein ganz besonderes Jugendbuch!
Vielleicht sollte es mir außerdem zu denken geben, dass meine Lieblingsbücher dieses Jahr fast nur aus den letzten beiden Kategorien zu stammen scheinen – es waren auf jeden Fall alles wirklich fantastische Bücher!

Was mein Jahr ausgezeichnet hat

Puh – 2016 war ein wahnsinnig kurzes und doch wahnsinnig langes und vielerlei Hinsicht anstrengendes Jahr. Von Donald Trump über den Tod von Leonard Cohen, Davied Bowie, Alan Rickman, Carrie Fisher und so vielen anderen berühmten Persönlichkeiten dieses Jahr ist wirklich viel schlimmes passiert und auch privat ging bei mir vieles drunter und drüber, vor allem in Form einer phänomenalen Sinnkrise was mein Studium angeht.
Dafür strahlt das Positive, das ich dieses Jahr erlebt habe dem umso heller entgegen – im Juni bin ich (nach zwei Jahren Suchen und Warten!) endlich mit meinem Freund zusammen in unsere erste eigene Wohnung gezogen und sie ist wunderbar und perfekt. Die Leipziger Buchmesse war dieses Jahr wieder fantastisch, unser Camping-Urlaub auf Rügen war wunderschön und genau das, was ich in dieser Zeit gebraucht habe. Ich habe dieses Jahr viel über mich selbst gelernt und verstanden und habe wirklich das Gefühl, daran gewachsen zu sein. Das absolute Highlight dieses Jahres war aber die Geburt der wunderschönen kleinen Tochter meiner besten Freundin – die kleine Maus ist wirklich ein Stern am Himmel dieses sonst so düsteren Jahres.

Buchtechnisch besonders im Gedächtnis geblieben sind mir dieses Jahr vor allem die Bücher, die ich mit dem Zwitscherbooks-Buchclub gelesen habe – „Orlando“ von Virginia Woolf, „Die Farbe Lila“ von Alice Walker, „Die Maschinen“ von Ann Leckie, „The Art of Being Normal“ von Lisa Williamson, „The Last Unicorn“ von Peter S. Beagle und „Rivers of London“ von Ben Aaronovitch. Ich habe lange überlegt, ob ein Buchclub wirklich das Richtige für mich ist – so strukturiert, in festgelegten Zeitfenstern zu lesen ist eigentlich so gar nicht meins und bei Diskussionen traue ich mich oft eh nicht, meine Meinung zu sagen – aber es war wirklich eine meiner besten Entscheidungen überhaupt, bei Zwitscherbooks mitzulesen. Nicht nur, dass ich das Lesen auf eine völlig neue Art kennengelernt habe, durch die Diskussionen mit anderen die Bücher, die wir gelesen haben, noch einmal viel, viel tiefer erfasst habe, sondern vor allem auch die Tatsache, dass ich auf diese Weise immer wieder neue, diverse Buchvorschläge erhalte, ist wundervoll.
Ich kann wirklich nur jedem, der gerne mal im Buchclub lesen will oder generell Interesse and queerfeministischen Büchern hat, nur raten, mal bei Zwitscherbooks vorbeizuschauen – es gibt hier keinen Zwang, niemand muss Angst haben, rausgeworfen zu werden wenn er nicht jeden Monat mitliest oder nicht zu jeder Diskussion erscheint, man kann es also wirklich einfach mal ausprobieren. Mir hat es auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe, auch im nächsten Jahr noch viel mit dem Buchclub zusammen zu lesen!

Überhaupt mein Leseverhalten stark geprägt haben 2016 natürlich die Vorsätze, die ich mir zu Beginn des Jahres gemacht hatte. Da wäre zum einen mein bereits erwähntes Ziel, jeden Monat einen Klassiker zu lesen. Außerdem wollte ich noch jeden Monat ein Buch lesen, dessen Protagonist_in queer und/oder ein_e PoC ist, um etwas wegzukommen von dem nicht besonders vielfältigen Mainstream der Bücherwelt. Ein deutschsprachiger Autor sollte auch jeden Monat dabei sein, denn mir ist aufgefallen, wie wenig ich mich eigentlich in der deutschsprachigen Buchwelt auskenne, was ich wirklich sehr schade fand. Außerdem wollte ich noch jeden Monat ein Buch rereaden, damit ich auch ohne schlechtes Gewissen mal wieder in meine liebsten Welten eintauchen konnte.
Diese Vorsätze haben zwar nicht alle hundertprozentig, aber dennoch ganz gut funktioniert! Wie bereits gesagt waren dieses Jahr für mich 11 Klassiker und 11 Rereads dabei. Außerdem 9 Bücher von deutschsprachigen Autoren, 16 Bücher mit queeren Protagonist_inn_en und 10 Bücher mit nicht weißen Protagonist_inn_en, wobei diese beiden Kategorien sich teilweise überschneiden.
Meinen SuB konnte ich – obwohl ich meine eigenen Erwartungen bezüglich meines Lesepensums mal wieder stark übertroffen habe – wenn überhaupt nur sehr gering senken. Zumindest hat er sich aber auch nicht erhöht, und das ist ja schonmal was. Außerdem habe ich meinen Umzug genutzt, um alle meine Bücher mal zu zählen und zu katalogisieren, deswegen habe ich zum ersten Mal seit Jahren wieder einen Überblick darüber, welche Bücher ich überhaupt noch lesen muss – vielleicht klappt der SuB-Abbau als nächstes Jahr etwas besser. Angefangene Reihen habe ich – trotz meines Vorsatzes – ebenfalls kaum beendet und von den Büchern, die ich mir für dieses Jahr fest vorgenommen hatte habe ich auch nur die Hälfte gelesen – die restlichen sieben Stück verschiebe ich dann wohl oder übel auf 2017.
So bewusst zu lesen hat mir wirklich viel Spaß gemacht, und einen Teil dieser Vorsätze möchte ich nächstes Jahr auf jeden Fall weiterführen – dazu komme ich dann aber bald noch einmal in einem separaten Post, denn dieser hier ist wirklich schon lang genug.

Alles in Allem war 2016 aber ein wirklich gutes Lesejahr für mich. Ich habe viele tolle Bücher gelesen, habe mich auch mal an etwas neues herangewagt und bewusst versucht, etwas vielfältiger zu lesen – was gar nicht so schwer ist, wie ich gedacht hatte, wenn man nur mal damit anfängt. Überraschenderweise gab es dieses Jahr wieder eine ganze Reihe von Jugendbüchern, die ich wirklich gerne gelesen habe – letztes Jahr noch hatte ich das Gefühl, dass diese mir langsam aber sicher überhaupt nichts mehr geben. Das finde ich sehr interessant und bin schon sehr gespannt, wo ich mich in dieser Hinsischt nächstes Jahr wiederfinden werde.

Wie war eure Lesejahr 2016 denn so? Was waren eure liebsten und eure absolut un-liebsten Bücher dieses Jahr? Was sollte ich unbedingt auf meine Leseliste setzen? Lasst mir doch einen Kommentar oder einen Link zu euren eigenen Blogposts da, wenn ihr mögt – ich würde mich auf jeden Fall wahnsinnig freuen!

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