Blogbeitrag

Helden meiner Kindheit

Schon vor einer Weile habe ich mir vorgenommen, mich hier auf dem Blog um ein wenig mehr Vielfalt zu bemühen – nicht immer nur massenweise Rezensionen und Monatsrückblicke zu posten, sondern eben ab und zu auch mal etwas anderes. Trotz aller guten Vorsätze bin ich bisher nicht dazu gekommen – aber jetzt sind endlich Semesterferien und ich habe nicht nur wieder etwas mehr Zeit zum Lesen, sondern auch wieder zum Bloggen!
In diesem Post will ich euch also, wie der Titel wohl schon verrät, ein wenig über meinen liebsten Bücher aus meiner Kindheit sprechen – ein Thema, das ich auch bei anderen Buchbloggern immer wahnsinnig spannend finde.


Schon als ganz kleines Kind haben mir die Bücher am besten gefallen, in denen niedliche Tiere vorkamen – meine Lieblingsbilderbücher, lange bevor ich selbst lesen gelernt habe, waren „Die kleine Raupe Nimmersatt“, „Das kleine Ich bin Ich“ und Judith Kerrs Geschichten rund um den vergesslichen Kater Mog. Vor den wilden Kerlen aus Maurice Sendaks „Wo die wilden Kerle wohnen“ habe ich mich nie gefürchtet – ganz im Gegenteil, ich hätte immer gerne mit Max den Platz getauscht, aber nicht um der Abenteuer willen, die er erlebt, sondern einfach nur weil ich die Monster auf seiner Insel so wahnsinnig süß fand.

Auch als ich dann im Alter von fünf Jahren angefangen habe, selbst Bücher zu lesen, hat sich diese Vorliebe gehalten – mit Büchern über Freundschaften, Streiche, Arztbesuche, den ersten Schultag, oder ähnlichem konnte man mich nur wenig begeistern.
Die Geschichte des frechen, Wünsche-erfüllenden Zauberwesens „Psammy“ aus Edith Nesbits „Psammy sorgt für Abenteuer“ oder die Erlebnisse von Ernst Ekkers „Springingerl“, dem außerirdischen Wesen, das auf der Erde gelandet ist uns sich über all die seltsamen Lebewesen hier wundert, habe ich dafür immer wieder verschlungen.
Ebenfalls heiß und innig geliebt habe ich mein „Pokémon“-Buch, das drei Geschichten aus der Fernsehserie enthielt. Nicht weiter verwunderlich, denn schließlich habe ich überhaupt erst lesen gelernt, weil ich meine Pokémon-Spiele auf dem GameBoy gerne auch ohne die Hilfe meiner Mama spielen können wollte – ich war ein wirklich obsessiver Fan und hatte von zahllosen Plüschtieren bis zu den beliebten Sammelkarten auch allen Schnick-Schnack, den man damals so bekommen konnte. Dieses Buch habe ich eine Weile lang wirklich überall hin mitgeschleppt, was man ihm auch ansieht – obwohl es ein gebundenes Buch mit stabilem Papp-Cover ist habe ich es geschafft, sowohl die Vorder- als auch die Rückseite zu knicken.

Als ich dann etwas älter war, so mit sieben oder acht Jahren, hatten es mir urplötzlich gerade die Bücher, die ich zuvor so verschmäht hatte, angetan – ich entdeckte Streiche spielende und vor allem Kriminalfälle lösende Kinderbanden für mich und war hin und weg.
Ich habe „Die Robinson Bande“ von R.M. Schröder beinahe so sehr vergöttert wie Fiona Kellys „Mystery Club“, las in Rekordtempo alle „Die Knickerbocker Bande“-Bücher von Thomas Brezina, die unsere kleine Bücherei vorrätig hatte, und war – als ich diese dann durch hatte – schnell ebenso begeistert von den weniger bekannten „Tiger Girls & Rote Rächer“-Büchern von Ulli Schubert.
Außerdem entdeckte ich zu dieser Zeit auch Enid Blyton für mich. Da meine Eltern getrennt lebten war die Frage danach, was ich lesen würde, immer auch stark davon abhängig, bei welchem Elternteil ich mich gerade befand. Klar, ab und zu habe ich auch mal ein Buch vom einem zum anderen mitgenommen, aber die Regel war das eher nicht – zu groß war die Gefahr, es dann dort zu vergessen.
Unter der Woche, wenn wir bei meiner Mama waren, habe ich also vor allem die Bücherei geplündert, an den Wochenenden bei meinem Papa stattdessen meist einfach zu den Büchern gegriffen, die dort eben rumlagen – und bin so, nach einigen Fehlschlägen in Form von unverständlichen Klassikern und schnulzigen Groschenromanen, die noch meiner Oma gehört hatten, auf „Die fünf Freunde“ gestoßen. Schnell mussten dann auch noch andere Enid Blyton Bücher her – allen voran ist mir hier ihre „Abenteuer“ -Reihe in Erinnerung geblieben, die ich ab der 3. Klasse regelmäßig aus der kleinen Ferien-Bibliothek meiner Klassenlehrerin auslieh.
Außerdem unausweichlich war dann irgendwann auch „Hanni und Nanni“ – nachdem ich den ersten Sammelband gelesen hatte wollte ich unbedingt mehr davon und habe mir nach und nach von meinem mühsam ersparten Taschengeld die weiteren Bücher der Reihe gekauft.

Auch „Die Wilden Hühner“ von Cornelia Funke sind, wenn es um Banden geht, natürlich nicht wegzudenken – noch heute sind Sprotte, Frieda, Melanie, Trude und Wilma wie alte Freundinnen für mich.
Überhaupt ist Cornelia Funke wohl die Heldin meiner Kindheit – nicht nur wegen „Die Wilden Hühner“ oder „Der Herr der Diebe“, welches ich ebenfalls abgöttisch geliebt und mehr als nur einmal gelesen habe, sondern vor allem wegen „Tintenherz“, dem Buch, das meine Liebe zum Lesen erst wirklich entfacht hat.
Die Geschichte rund um Meggie, Mo, Staubfinger & Co. war so viel mehr als nur eine Geschichte für mich – ich habe „Tintenherz“ nicht nur immer und immer wieder gelesen, ich habe auch – ganz wie Meggie! – mit dem Buch unter dem Kopfkissen geschlafen und fortan penibelst auf meine Bücher geachtet. Eselsohren, gebrochene Rücken oder Schokoladenflecken auf den Seiten waren plötzlich ein absolutes No-Go, denn Bücher waren für mich mit einem Mal nicht mehr einfach nur Gegenstände sondern fast etwas Heiliges.
Obwohl ich mir inzwischen Mühe gebe, in dieser Hinsicht wieder etwas lockerer zu werden – ein Buch darf schließlich auch gelesen aussehen, wenn es gelesen wurde – so ist dieses Gefühl der absoluten Hochachtung für das geschriebene Wort mir doch bis heute geblieben.

„Tintenherz“ war es dann auch, das mir den Weg zu anderen, „größeren“ Welten eröffnet hat – nachdem ich das Buch gelesen hatte war „Hanni und Nanni“ einfach nicht mehr genug, es musste etwas anderes her. Ich entdeckte damals nicht nur meine Liebe zu mitreißenden Abenteuern sondern vor allem zu Fantasy.
So las ich nicht nur die „Artemis Fowl“-Bücher von Eoin Colfer mit Begeistertung, sondern auch einiges von Kai Meyer – vor allem seine „Die Wellenläufer“-Trilogie hat mich absolut begeistert – und verfiel schließlich auch der Welt von „Harry Potter“, die ich bisher nur aus den Filmen kannte.
Auch gegruselt habe ich mich inzwischen beim Lesen zunehmend gerne – vor allem mit den Fear Street Büchern von R.L. Stine, von denen mir besonders „Die Stiefschwester“ in Erinnerung geblieben ist. Noch heute läuft mir ein Schauer über den Rücken, wenn ich daran denke, wie ich das Buch heimlich nachts unter der Bettdecke gelesen und mich danach nicht mehr unter ihr herausgetraut habe – tatsächlich liegt das empfohlene Lesealter mit 12-15 Jahren auch deutlich über meinem damaligen Alter und ich weiß gar nicht, wie ich überhaupt dazu gekommen bin, dieses Buch zu lesen.

Von da an konnte mich, was Bücher anging, jedenfalls nichts mehr halten – der Weg war geebnet für Sonea, Bartimäus, Eragon & Co., ebenso wie für Stephen King, Anne Rice und alles, was ich sonst noch so in meiner Jugend gelesen habe. Vielleicht schreibe ich auch darüber eines Tages noch einmal einen Post – dieser hier hat mir nämlich wirklich Spaß gemacht!

Welche Bücher habt ihr denn als Kinder so gelesen? Mir ist aufgefallen, dass ich eigentlich relativ wenige Kinderbuch-Klassiker gelesen habe – nichts von Astrid Lindgren oder Roald Dahl zum Beispiel, und auch die „Narnia“ Bücher habe ich erst als Teenager für mich entdeckt.
Außerdem habe ich gemerkt, dass viele der Bücher, die mich als Kind so begeistert haben – wie „Psammy sorgt für Abenteuer“, „Springingerl“ oder auch „Mystery Club“ – gar nicht mehr verlegt werden. Scheinbar waren gerade diese Bücher also nicht besonders erfolgreich. Habt ihr als Kinder vielleicht auch Lieblingsbücher gehabt, die es inzwischen gar nicht mehr gibt, oder seid ihr eher mit den Klassikern wie „Alice im Wunderland“, „Peter Pan“ oder „Der Zauberer von Oz“ aufgewachsen?
Mich interessiert sowas wie gesagt wirklich total – also lasst mir gerne einen Kommentar oder vielleicht einen Link zu einem eigenen Blogpost da! Ich würde mich wahnsinnig freuen, mehr über eure liebsten Kinderbücher zu erfahren!

Kommentare

  • Mimikuper

    Die Wilden Hühner und Hanni und Nanni habe ich auch sehr gerne gelesen! Aber auch sehr gerne Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga.. allgemein Astrid Lindgren. 😀 Und sonst noch die kleine Hexe von Ottfried Preußler und von Erich Kästner das fliegende Klassenzimmer & Emil und die Detektive 🙂

    • sacinee | BÜCHERJÄGER

      Erich Kästner ist auch einer dieser ganz klassischen Kinderbuchautoren, von denen ich noch nie etwas gelesen habe – vielleicht hole ich das ja irgendwann noch nach. :’D
      Jetzt wo du es sagst, Ottfried Preußler wurde mir glaube ich als Kind auch oft von meiner Mama vorgelesen. „Das kleine Gespenst“ mochte ich damals glaube ich am liebsten! 😀

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