Rückblick

Mein Lesemonat Juli

Diesen Monat war es – sogar für meine Verhältnisse – ungewöhnlich still hier auf dem Blog. Vor allem liegt das daran, dass ich diesen Monat alle Klausuren für dieses Semester schreiben musste und somit kaum Zeit zum Lesen hatte. (Wenn nichts mehr schief geht übrigens meine letzten Bachelorklausuren! Ich kann es immer noch nicht ganz fassen!) Außerdem habe ich die wenige Zeit, die ich noch zum Lesen hatte, vor allem für die ersten drei Bände von Stephen Kings „Der dunkle Turm“-Reihe genutzt, von der ich gerne noch so viel wie möglich lesen möchte, bevor nächste Woche der Film in die Kinos kommt, von daher hatte ich auch schlicht und ergreifend nicht allzu viel zu sagen oder zu rezensieren. Umso mehr freue ich mich jetzt aber, mal wieder  etwas zu schreiben – die Monatsrückblick-Posts machen mir ohnehin immer am meisten Spaß!
Diese Bücher habe ich im Juli gelesen:

Stephen King – Schwarz
Der dunkle Turm #1
(239 Seiten)

Stephen King – Drei
Der dunkle Turm #2
(461 Seiten)

Stephen King – tot.
Der dunkle Turm #3
(751 Seiten)

Vladimir Nabokov – Verzweiflung
(307 Seiten)

Henning Mankell – Mannen på stranden (Lättlast Ausgabe)
(
74 Seiten)

Mit immerhin fünf Büchern, trotzdem aber nur 1832 gelesen Seiten, war der Juli zumindest was die Quantität betrifft ein eher schwächerer Monat – das ist aber aufgrund der Klausuren wie gesagt nicht weiter verwunderlich und stört mich nicht großartig. Leider konnte der letzte Monat aber auch nicht mit großartigen literarischen Überraschungen oder sogar neuen Lieblingsbüchern aufwarten.
Mein Highlight des Monats war ohne Frage „Verzweiflung“ von Vladimir Nabokov, welches ich – nachdem ich mich durch den für mich etwas schwierigen Anfang gelesen hatte – gerne mochte, allerdings nicht so gerne wie „Lolita“ , das ich im Juni für dasselbe Nabokov-Seminar gelesen habe. Auch sehr gerne mochte ich die Mini-Ausgabe von „Mannen på stranden, die wir im Schwedischunterricht gelesen haben, auch wenn diese wirklich nur die wichtigsten Züge der Geschichte in der einfachsten Sprache zusammenfasst – ich hoffe, bald auch einmal einen richtigen Wallander-Krimi zu lesen und würde mich auch sehr über Empfehlungen in diese Richtung freuen!
Der „Der dunkle Turm“-Reihe stehen viele King-Fans eher zwiespältig gegenüber, und nachdem ich die ersten drei Bände nun gelesen habe weiß ich auch, warum. „Schwarz“ ist sehr atmosphärisch, hat aber kaum Handlung – es liest sich gut als der Worldbuilding-Prolog zu der langen Reihe, der es ist, aber weniger gut als ein tatsächlich eigenständiges Buch. Es lässt sich mit seinem ersten Satz („Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm.“) im Grunde schon komplett zusammenfassen. „Drei“ ist schon etwas zielführender und dient vor allem der Charaktereinführung, es ist stellenweise aber auch irgendwie sehr ungelenk, weshalb ich diesen Band bisher am wenigsten mochte. In „tot.“ zeigt Stephen King sich dann endlich wieder als der Autor, der er ist – zwar ist auch dieses Buch bei weitem nicht mein absolutes Lieblingsbuch von ihm, King hat aber scheinbar endlich seine „Stimme“ gefunden. Ich fand es durchgehend spannend, wenn auch stellenweise etwas vorhersehbar, und habe es gerne gelesen.
Alles in Allem erscheint die Reihe mir bisher wahnsinnig zerstückelt – ich habe fast das Gefühl, drei komplett verschiedene Bücher gelesen zu haben, die zufällig die gleichen Charaktere beinhalten. In seinem Vorwort zu „Schwarz“ schreibt King, dass er bereits über 20 Jahre über die Reihe nachgedacht hätte, bevor er begonnen habe, sie zu schreiben, und genau so liest sie sich – mit viel Liebe und Detail erdacht und wunderbar atmosphärisch aber auch so vollgestopft und ausufernd, dass sie eigentlich für jeden verwirrend sein muss, der eben nicht 20 Jahre lang darüber nachgedacht hat. Man hat beim Lesen irgendwie das Gefühl, als wüsste King nicht so ganz, wo er eigentlich mit seiner Geschichte hin will – dabei weiß er das bestimmt ganz genau, nur der Leser eben nicht, und so geht man auf seinen Um- und Abwegen gerne mal verloren. Zumindest bisher ist die Reihe also sicher nicht sein bestes Werk – trotzdem lese ich sie inzwischen ganz gerne.

Meine Lesepläne für den Juli habe ich so gar nicht eingehalten, und auch mit meinen Lesezielen 2017 sieht es eher mau aus – zwar hat die „Der dunkle Turm“-Reihe eine schwarze, behinderte Protagonistin, was ich im Hinblick auf die Diversität, mit der King sonst eher so seine Probleme hat, sehr schön fand, ein_e deutsche_r Autor_in war im Juli aber nicht dabei und auch kein neues Genre. Mit „Anna and the French Kiss“ habe ich zwar ein Buch von meiner Leseliste angefangen, es aber nach nicht einmal 100 Seiten wieder beiseite gelegt, weil es mir einfach zu überladen mit amerikanischen High School Klischees war – vielleicht gebe ich dem Buch irgendwann nochmal eine Chance, im Moment habe ich aber einfach so gar keine Lust darauf.

Ich freue mich jetzt schon wahnsinnig auf den August, in dem ich hoffentlich endlich wieder Zeit und Energie habe, nach Lust und Laune zu lesen. Neben so vielen „Der dunkle Turm“-Büchern, wie ich es noch vor dem 10.08. schaffe – realistisch gesehen wohl maximal ein oder zwei – möchte ich jetzt unbedingt endlich auch „The Hate U Give“ von Angie Thomas und „A Little Life“ von Hanya Yanagihara lesen. Auch die Leonard Cohen Biographie, die ich letzten Winter angefangen habe, möchte ich weiterlesen und außerdem werde ich mich mit „The Assassin’s Apprentice“ im Rahmen des #PlentyOfHobb-Readalongs erstmals an ein Buch von Robin Hobb wagen – es stehen also jede Menge guter Bücher auf dem Programm.
Wie war euer Lesemonat Juli so? Habt ihr irgendwelche tollen neuen Bücher entdeckt, die ich mir unbedingt ansehen sollte? Kennt ihr eines der Bücher, die ich gelesen habe oder im August lesen möchte? Was werdet ihr diesen Monat so lesen? Lasst mir wie immer gerne einen Kommentar da – ich freue mich!

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