Rückblick

Mein Lesemonat November

Ich kann gar nicht so richtig glauben, dass der vorletzte Monat des Jahres 2017 bereits um sein soll. Zwar freue ich mich schon sehr auf die Weihnachtszeit, aber irgendwie hat das Jahr doch gefühlt eben erst angefangen – ich glaube, 2017 ist irgendwie zwischen meiner Bachelorarbeit, dem Studiumsabschluss und -beginn und auch sonst jede Menge größerer oder kleinerer Stressquellen einfach untergegangen. Auch blog- und lesetechnisch macht sich das bemerkbar – irgendwie warte ich seit Januar darauf, dass das Jahr endlich mal ruhiger wird und ich wieder etwas Zeit zum Lesen und vielleicht auch für ein paar kreative Blogposts habe, aber es kommt einfach nicht dazu. Auch diesen Monat habe ich deshalb – abgesehen von „Die Arena“, welches ich schon letzten Monat begonnen und fast fertig gelesen habe – nur vier wirklich sehr kurze Bücher beenden können, von denen ich hier auch nur zwei rezensiert habe. Trotzdem habe ich ein dabei ein paar Schätze entdecken dürfen, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte!

Die Arena – Stephen King
(1277 Seiten)

Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch – Alexander Solschenizyn
(158 Seiten)

Ali und Ramazan – Perihan Mağden
(192 Seiten)

Boris Godunow – Alexander Puschkin
(210 Seiten)

Demetrius – Friedrich Schiller
(143 Seiten)

Insgesamt sind das 1980 Seiten – tatsächlich gelesen habe ich wie gesagt aber deutlich weniger, denn den Großteil von „Die Arena“ habe ich noch in den Oktober gepackt und vor allem die beiden Reclams, „Boris Godunow“ und „Demetrius“, schummeln in dieser Hinsicht mit ihren unheimlich umfangreichen Anhängen ein bisschen.

Highlights und Enttäuschungen

Ein absolutes Highlight diesen Monat war für mich ganz ohne ZweifelEin Tag im Leben des Iwan Denissowitsch“ von Alexander Solschenizyn. Meine Mama hatte mir das Buch schon vor Jahren ans Herz gelegt, aber irgendwie habe ich es dann doch nie gelesen – bis jetzt. Trotz seiner Kürze war es unheimlich eindringlich, spannend und erschreckend – ich bin wirklich begeistert von dem, was Solschenizyn da in nur etwas über 150 Seiten geschaffen hat und ich kann es gar nicht erwarten, noch mehr von ihm zu lesen.

Außerdem wirklich begeistern konnte mich überraschenderweise „Boris Godunow“ von Alexander Puschkin. Ich bin normalerweise kein großer Fan davon, Dramen zu lesen – vielleicht mangelt es mir einfach an Fantasie, aber ohne passende Inszenierung bin ich einfach nicht in der Lage, mich zu hundert Prozent in den Text einzufühlen, irgenwie fehlt einfach immer was. Ich glaube, „Boris Godunow“ ist tatsächlich das erste Drama seit Goethes „Faust“, das mir beim Lesen richtig Spaß gemacht hat – es war spannend, komisch, tragisch, unterhaltsam, hatte kurz gesagt einfach wirklich alles, was dazugehört!

Auch sehr viel Spaß gemacht hat mir natürlich mein Reread von „Die Arena„, welchen ich sehr genossen habe! Wirklich schlimme Enttäuschungen waren diesen Monat glücklicherweise nicht dabei – allerdings konnte Schillers „Demetrius„, der den gleichen historischen Stoff verarbeitet wie „Boris Godunow“, mich, wie ich das von Dramen eben gewohnt bin, nicht ganz so begeistern. Auch mit Ali und Ramazan“ von Perihan Mağden  hatte ich ein paar Probleme – zwar fand ich sowohl Charaktere als auch Schreibstil sehr interessant und gut, aber vor allem der Umgang mit Homosexualität im Roman, sowie die penetrante Verwendung von homofeindlichen Schimpfwörtern, haben mich doch sehr gestört. Auch jetzt, zwei Wochen nachdem ich das Buch beendet habe, weiß ich deshalb noch nicht so recht, was ich darüber denken soll.

Erreichte Leseziele

So wenig wie ich diesen Monat gelesen habe, bin ich eigentlich überrascht, wie gut ich mich an meine Leseziele gehalten habe! Ein Buch von meiner Leseliste war zwar nicht dabei, dafür hatte ich mit Schiller einen deutschen Autor, „Ali und Ramazan“ war ein Buch mit gleich zwei nicht-weißen nicht-heterosexuellen Protagonisten und mit „Demetrius“ und „Boris Godunow“ waren zwei Klassiker dabei. Zwar standen Dramen nicht auf meiner Liste von Buchformen, denen ich mehr Aufmerksamkeit widmen will – hierhin haben es nur Gedichtbände, Graphic Novels und Sachbücher geschafft – aber eigentlich gehören sie für mich doch irgendwie dazu. Der Grund, warum ich mir nicht vorgenommen habe, dieses Jahr ein Drama zu lesen, war nämlich, dass ich das einfach nur für absolut unrealistisch gehalten habe – tja, jetzt habe ich mich wohl selbst eines Besseren belehrt! Zudem habe ich diesen Monat ganze drei Bücher gelesen die zur #RussianReadingChallenge passen – zwei von russischen Autoren und mit „Demetrius“ noch eines, das zumindest von russischen Themen handelt.

Was ich nächsten Monat lesen möchte

Ich glaube, nächsten Monat sind vor allem Bücher dran, die diesen Monat liegen geblieben sind – ich habe mir Anfang November einen ganzen Haufen an Büchern zusammengesucht, auf die ich Lust hatte, unter anderem auch eine Menge Bibliotheksbücher und im Endeffekt kaum welche davon gelesen. Ich möchte mir für den Dezember aber buchtechnisch auch gar keinen Stress mehr machen und einfach ein bisschen lesen, was mir so in die Hände fällt – ich denke, ich werde „Kernstaub“ in den nächsten Tagen beenden und hoffe auf jeden Fall, auch dieses Jahr wieder „Dash and Lily’s Book of Dares“ unterzukriegen, welches ich schon seit ein paar Jahren immer zu Weihnachten lese, aber sonst habe ich mir noch nichts fest vorgenommen.

Was habt ihr denn im November so gelesen, und was habt ihr für den Dezember geplant? Habt ihr auch ein Weihnachtsbuch, das ihr jedes Jahr wieder lest, oder lest ihr zu dieser Jahreszeit generell gerne thematisch zum Fest passende Bücher? Freut ihr euch auch schon so auf Weihnachten und seid ihr schon in Stimmung? Oder feiert ihr Weihnachten vielleicht gar nicht und seid eher genervt von dem ganzen Rummel? Lasst es mich wie immer gerne in den Kommentaren wissen!

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