Rückblick

Mein Lesejahr 2017

Vor ein paar Tagen habe ich euch mithilfe der BuchSaiten Blogparade ja schon von meinen größten negativen und positiven literarischen Überraschungen des Jahres, meinem liebsten neu entdeckten Autor und meinen beiden liebsten Buchcovern des Jahres erzählt – jetzt möchte ich euch den Rest meines Jahresrückblicks natürlich nicht vorenthalten. Viel Spaß mit meinen (vor allem, aber nicht nur literarischen) Jahreshighlights!

Dieses Jahr habe ich 61 Bücher gelesen – darunter vier Rereads, zwei Graphic Novels und eine stark gekürzte Anfängerausgabe für Schwedischlernende – die zusammen insgesamt 27.088 Seiten hatten. Das sind 15 Bücher, beziehungsweise 9.276 Seiten, weniger, als letztes Jahr. Es ist aber dennoch mehr, als ich erwartet hätte, denn 2017 war gefühlt ein ganz miserables Lesejahr – ich hatte so wahnsinnig viel zu tun, dass ich kaum zum Lesen kam und irgendwie jagte auch eine Flaute die andere. Am wenigsten gelesen habe ich im Januar und April, wo es jeweils nur drei Bücher waren – einmal mit insgesamt 1044 Seiten, einmal mit 1683. Am meisten waren im Mai, als ich acht Bücher gelesen habe, die zusammen auf 3277 Seiten kamen, und im August, als ich sieben Bücher mit mit insgesamt 4538 Seiten verschlungen habe!
Von den 61 Büchern, die ich dieses Jahr gelesen habe, waren 20 auf englisch, eines auf schwedisch, und die restlichen 40 auf deutsch – ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig englische Bücher ich inzwischen nur noch lese, das war früher ganz anders. Mein längstes Buch war, wie letztes Jahr, eines von Stephen King, nämlich „Die Arena“ mit 1.280 Seiten, das kürzeste war die bereits erwähnte Anfängerausgabe von Henning Mankells „Mannen
på stranden“ mit 74 Seiten.

Die besten Bücher 2017

Meine Top 5 des Jahres

Mein absolutes Lieblingsbuch dieses Jahr war ohne Zweifel „A Little Life“ von Hanya Yanagihara. Noch nie hat ein Buch mich so begeistert und gleichzeitig so absolut fertig gemacht – es war wirklich schmerzhaft schön und obwohl es stellenweise emotional so schwierig war, dass ich nur eine Seite am Stück lesen konnte, bevor ich wieder eine Pause gebraucht habe, so konnte ich es doch kaum noch aus der Hand legen. Definitiv eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe!
Außerdem ein echtes Highlight dieses Jahr war „Peter Darling“ von Austin Chant. Weil es nur sehr kurz ist, bin ich ohne hohe Erwartungen an dieses Peter Pan Retelling mit einem trans Protagonisten herangegangen, war dann aber von der ersten Seite an verzaubert. Ich werde definitiv nicht müde, diesen kleinen Schatz weiterzuempfehlen!
Ein weiteres meiner liebsten Bücher dieses Jahr habe ich gleich am Anfang gelesen, nämlich „Naokos Lächeln“, mein erster Roman von Haruki Murakami! Ich habe mich sofort in die ruhige, fließende und gleichzeitig so eindringliche Weise verliebt, mit der er die Geschichte um Tōru, Kizuki und Naoko erzählt – „Naokos Lächeln“ ist auf jeden Fall ein ganz wunderbares Buch, das ich so schnell nicht mehr vergessen werde.
Ebenfalls bereits zu Beginn des Jahres habe ich „Die Wand“ von Marlen Haushofer gelesen. Obwohl er im Grunde kaum Handlung noch weniger Figuren hat, geht dieser faszinierende Roman über eine Frau, die plötzlich durch eine unsichtbare Wand vom Rest der Welt abgeschnitten wird, wirklich unter die Haut. Ich war einfach nur begeistert!
Ein weiteres Lieblingsbuch dieses Jahr war für mich „The Book of Strange New Things“ von Michel Faber – ruhig und gleichzeitig spannend, sehr einzigartig und wunderschön geschrieben hat mich dieses Buch, in dem es über einen Missionar auf einem fremden Planeten, vor allem aber auch um Kommunikation und (Un-)Verständnis geht, wirklich in seinen Bann gezogen. Obwohl meine Erwartungen an das Buch wahnsinnig hoch waren, hat es sie doch noch übertroffen!

… und noch ein paar weitere Jahreshighlights

In den letzten beiden Jahren habe ich neben meinen Favoriten des Jahres immer auch noch meine Highlights aus verschiedenen Genres aufgelistet – das möchte ich dieses Jahr etwas verkürzen und zeige euch hier deshalb zehn Bücher, die es zwar nicht in meine Top 5 geschafft, mich 2017 aber trotzdem auf die ein oder andere Weise begeistert oder beeindruckt haben.

  • Mehr über diese 10 Highlights:

    Franny and Zooey“ von J.D. Salinger habe eigentlich eher zufällig in einem kostenlosen Bücherschrank gefunden – was für ein Glück, denn ich habe sowohl die Figuren als auch Salingers Art zu schreiben, die vor ein paar Jahren schon bei „The Catcher in the Rye“ kennengelernt habe, absolut geliebt!
    Lolita“ von Vladimir Nabokov ist nur deshalb nicht in meinen Top 5 gelandet, weil es ein Reread war und die Entscheidung mir ohnehin schon so schwer fiel, dass ich mich dazu entschieden habe, 2017 neu entdeckten Büchern in dieser Hinsicht den Vorzug zu geben – tatsächlich konnte es mich aber sogar noch mehr begeistern als beim ersten Lesen und ist definitiv ein absolutes Highlight meines Lesejahres!
    The Hate U Give“ von Angie Thomas ist vor allem ein sehr wichtiges Jugendbuch, in dem es um (systematischen) Rassismus und Polizeigewalt in den USA geht – von mir gibt es hierfür auf jeden Fall eine Empfehlung!
    Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch“ von Alexander Solschenizyn war ein sehr kurzes und doch wahnsinnig eindringliches Buch, das einen Tag im Leben des Lagerinsassen Iwan Denissowitsch beschreibt. Es hat mich wirklich sehr beeindruckt und wird auf jeden Fall nicht mein letztes von Solschenizyns Werken sein!
    Solaris“ war mein erstes Buch von Stanisław Lem. Es ist Science-Fiction der ganz anderen Art – das ruhige und vielschichtige Werk konnte mich wirklich begeistern und ich freue mich tatsächlich schon, meine Hausarbeit dazu zu schreiben!
    Kindred“ von Octavia E. Butler ist ein Buch, welches mir nicht mehr aus dem Kopf geht, seit ich es im Februar mit dem Zwitscherbooks-Buchclub gelesen habe. Obwohl ich als weiße Frau nicht sein Addressat bin, hat es mich doch nicht nur berührt sondern auch in vielerlei Hinsicht belehrt.
    Der Report der Magd“ von Margaret Atwood ist ein Klassiker, den ich gefühlt mal wieder als Allerletzte gelesen habe – dafür hat mir die erschreckende Zukunftsvision aber auch wirklich gut gefallen!
    Das dunkle Herz des Waldes“ von Naomi Novik ist ein Fantasy Jugendbuch, an das ich gar keine allzu großen Erwartungen hatte, weil mich Jugendbücher inzwischen nur noch selten begeistern können – mit seiner einzigartigen Stimme und der sehr eigenständigen Protagonistin hat es mich aber wirklich gut unterhalten!
    Wonder“ von R. J. Palacio ist ein echtes Herzensbuch – es bringt einem nicht nur eine wichtige Thematik näher, sondern ist außerdem auch noch einfach wunderschön. Vor allem den Protagonisten habe ich außerdem wirklich ins Herz geschlossen!
    The Secret History“ von Donna Tartt habe ich eigentlich mit nur 3,5 Sternen bewertet, weil ich es stellenweise doch ziemlich problematisch fand. Es hat mich aber vor allem aufgrund seiner düsteren, atmosphärischen Art trotzdem sehr beeindruckt und ist auf jeden Fall ein Buch, das im Gedächtnis bleibt!

Erreichte (und nicht erreichte) Leseziele

Mein Ziel von 55 gelesen Büchern habe ich nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen. Wie alle Jahre wieder wollte ich 2017 natürlich meinen SuB verkleinern – und wie immer habe ich das nicht geschafft. Zu Beginn des Jahres habe ich außerdem eine Liste von 10 Büchern erstellt, die ich im Laufe des Jahres unbedingt endlich lesen wollte – nur vier davon habe ich tatsächlich gelesen. Zwei weitere habe ich angefangen; Philip Pullmans „His Dark Materials“-Trilogie lese ich aktuell noch und „Anna and the French Kiss“ von Stephanie Perkins habe ich abgebrochen, weil es mir einfach überhaupt nicht gefallen hat.
Ich hatte mir auch wieder vorgenommen, beim Lesen ein wenig mehr auf Diversität zu achten – hier lief es besser. 12 der Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe, hatten queere Protagonist_inn_en und 15 nicht-weiße, wobei diese beiden Gruppen sich natürlich auch teilweise überschneiden. Auch von deutschsprachigen Autor_inn_en wollte ich wieder regelmäßig zumindest ein Buch pro Monat lesen. Hier waren dieses Jahr nur sechs dabei, dieser Vorsatz ist mir also nur zur Hälfte gelungen.
Ich wollte mich 2017 außerdem gerne an ein paar Buchformen und Genres herantrauen, die ich sonst eher nicht lese. Das hat leider quasi überhaupt nicht geklappt – von drei geplanten historischen Romanen habe ich einen geschafft, von drei Graphic Novels zumindest zwei, der geplante Gedichtband und die drei Non-Fiction Bücher gingen jedoch komplett unter. Das ist für mich aber auch okay so – ich hatte eben einfach keine Lust auf diese Bücher. Außerdem habe ich dieses Jahr zwei Dramen gelesen, was zwar nicht auf meiner Liste an Jahreszielen stand, dafür aber definitiv eine Buchform darstellt, mit der ich mich sonst eher weniger beschäftige!

Was gab es 2017 bei Bücherjäger so zu lesen?

Auf dem Blog war es dieses Jahr leider nicht nur relativ ruhig, sondern auch relativ langweilig. Ich hatte mir eigentlich fest vorgenommen, statt immer nur Rezensionen und Monatsrückblicken auch öfter mal richtige Blogposts zu veröffentlichen – tatsächlich hatte ich 2017 aber einfach nicht die Energie dazu, weshalb es abgesehen von meinem Bericht über die Leipziger Buchmesse, den es ja letztes Jahr auch schon gab, bei nur zwei eigenständigen Posts blieb: Einmal habe ich euch meine liebsten Bücher aus meiner Kindheit vorgestellt und einmal habe ich über meine 5 liebsten Bücher mit queeren Protagonist_inn_en geschrieben. Nächstes Jahr soll das auf jeden Fall wieder besser werden!

Eure fünf liebsten Rezensionen dieses Jahr waren übrigens – zumindest den Klickzahlen nach – neben meinem Buch-Film-Rezi-Mix von „Der dunkle Turm“ meine Rezension von Anne Freytags „Den Mund voll ungesagter Dinge“, die zu David Levithans „Two Boys Kissing“, meine Lobeshymne auf „Peter Darling“ von Austin Chant und außerdem die Rezension von Haruki Murakamis „Naokos Lächeln“.

Und sonst so? Was war dieses Jahr los in meinem Leben?

Das wohl wichtigste Ereignis in meinem Leben war dieses Jahr wohl der Abschluss meines Bachelor- und Beginn meines Masterstudiums. Ich hatte eigentlich nicht erwartet, dass mir dieser Abschluss so wahnsinnig viel bedeuten würde, so seltsam sich das anhören mag – ich habe mich einfach noch nie über akademische Erfolge identifiziert, mein Abiturzeugnis war mir damals ehrlich gesagt auch relativ egal und überhaupt führe ich mein Studium ja noch fort, es ändert sich in dieser Hinsicht also nicht viel.
Erst jetzt im Nachhinein ist mir so richtig klargeworden, dass der Bachelor für mich mehr als nur mein Ticket zum Master ist – er ist tatsächlich etwas, das mir keiner mehr wegnehmen kann. Ich habe einfach das Gefühl, dass das für mich als Person sehr wichtig war, obwohl ich nicht genau definieren kann, auf welche Weise – dieses Studium abzuschließen hat mich glaube ich nicht nur ein Stück weitergebracht sondern auch in mir selbst gefestigt. Tatsächlich habe ich zum ersten Mal in meinem Leben keine panische Angst mehr vor der Zukunft. Nicht, weil diese jetzt irgendwie gesichert wäre – ehrlich gesagt sind meine Berufsaussichten mit einem Bachelor in Slavistik wohl auch nicht besonders viel besser, als sie es ohne waren – sondern einfach, weil ich plötzlich den Mut habe, darauf zu vertrauen, dass ich meinen Platz schon finden werde.

Natürlich habe ich auch sonst dieses Jahr nicht nur gelesen, sondern noch ein paar andere Dinge gemacht. Ich habe angefangen, ein paar Videospiele zu spielen – vor allem „The Witcher III“ und „Tales of Symphonia“, welches ich als Kind sehr geliebt habe, haben mir besonders viel Spaß gemacht. Außerdem habe ich mit „Orphan Black“, „Stranger Things“ und „Black Sails“ gleich drei sehr gute neue Serien angefangen, was für mich inzwischen wirklich viel ist – ich bin längst nicht mehr der Serienjunkie, der ich früher einmal war, und habe inzwischen nur noch selten Lust, mich auf eine neue Serie einzulassen. Auch im Kino war ich ein paar Mal – gleich zwei Mal habe ich „ES“ gesehen, außerdem auch den neuen „Star Wars“-Film (anders als der Rest der Welt mochte ich ihn sogar!), sowie „Der dunkle Turm“ , um nur die drei zu nennen, die mir am stärksten im Gedächtnis geblieben sind.
Ich bin außerdem ein bisschen gereist – im März für ein paar Tage nach Prag und ein Wochenende auf die Leipziger Buchmesse, im September für eine Woche nach Portugal – alles natürlich mit meinem Liebsten im Gepäck.
Ein weiteres Highlight dieses Jahres ist außerdem ein sehr spezielles: Seit Anfang des Jahres zahlt meine Krankenkasse mir endlich die Blutzuckersensoren, auf die ich schon so lange gewartet hatte. Menschen ohne Diabetes sagt das wahrscheinlich nicht gerade viel, aber ich kann euch sagen, dass meine Lebensqualität sich damit um gefühlt 1000% verbessert hat und ich immer noch wahnsinnig dankbar für diese kleinen Geräte bin.

So, das war’s dann auch schon wieder von mir! Jedes Jahr nehme ich mir vor, meinen Jahresrückblick etwas knapper zu gestalten, und nie will es mir so recht gelingen – ich hoffe, ihr seid beim Lesen trotzdem nicht eingeschlafen. Meine Leseziele für 2018 werde ich dann – genau wie letztes Jahr – in ein paar Tagen noch einmal in einem separaten Post veröffentlichen.

Ich danke euch auf jeden Fall für das letzte Buchblog-Jahr, und hoffe, ihr seid alle gut im neuen Jahr angekommen! Was habt ihr 2017 denn so gelesen? Was waren eure literarischen Highlights? Habt ihr eines meiner Lieblingsbücher ebenfalls gelesen, und wenn ja, wie hat es euch gefallen?

Kommentare

  • Liebe Sarah,
    Da hast du aber ein tolles Jahr hinter dir. Herzlichen Glückwunsch zum Bachelor. Und auch zum Erreichen deines Leseziels. Ja, das mit dem SuB klappt bei mir auch immer nicht so. Aber ich mache jetzt wieder bei einer SuB Abbau Challenge mit. Vielleicht hilft das ja. Ich hatte dieses Jahr oft auch nicht so viel Lesezeit (habe auch meinen Bachelor gemacht), aber habe trotzdem ein paar echte Schätze entdeckt. Unter meinen absoluten Favoriten war auch „A little life“. Da kann ich dir nur zustimmen. Kein Buch hat mich so bewegt. Wirklich toll. THUG hat es bei mir auch unter die Favoriten geschafft. Ein wichtiges Thema stark umgesetzt und auch für die jüngere Zielgruppe gut geeignet.
    Report der Magd habe ich auch gelesen und fand es auch echt gut. Erschreckend, wie realistisch die Geschichte doch wirkte. Unter die Jahreshighlights hat es das Buch aber trotzdem nicht geschafft. Dafür hat es mich zu wenig persönlich erreicht. „Wunder“ habe ich gleich mal auf meine Wunschliste gesetzt. Das klingt echt gut.
    Ich wünsche dir ein ganz wundervolles 2018 mit vielen guten Büchern und viel Lesezeit.
    Liebe Grüße, Julia

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