Rezension

A Darker Shade of Magic

von V.E. Schwab

Tor Verlag, 398 Seiten

Preis: 19,52€

Inhalt

Die meisten Leute kennen nur ein London – aber was, wenn es mehrere gäbe? Kell ist einer der letzten Antari, Magier, die zwischen den Welten reisen können, die alle durch eine magische Stadt verbunden sind .
Es gibt das Graue London, überfüllt und schmutzig, ohne Magie und beherrscht von dem verrückten König George III, das Rote London, in dem es Magie, Leben und Wohlstand im Überfluss gibt, das Weiße London, kalt und sterbend, in dem Menschen und Magie sich gegenseitig bekämpfen, und das beherrscht wird von demjenigen, der sich zum König mordet – und einmal, vor langer Zeit gab es das Schwarze London, doch darüber spricht niemand. Bis die Grenzen zwischen den Welten ins Wanken geraten und die kranke, gefährliche Magie der einst so mächtigen Welt in die Anderen dringt…

Meine Meinung

Ich habe mich lange Zeit nicht an „A Darker Shade of Magic“ herangetraut, weil ich so wahnsinnig viel Gutes gehört habe, dass ich irgendwie Angst hatte, dass meine Erwartungen zu hoch sein würden. Jetzt, nachdem ich es gelesen habe, kann ich diese Angst gar nicht mehr nachvollziehen, denn es war absolut fantastisch.

„A Darker Shade of Magic“ lebt vor allem von zwei Dingen: Einer unheimlich einzigartigen, fantastisch konstruierten Welt und unheimlich einzigartigen, komplexen Charakteren.
Ich habe schon lange keine so gut durchdachte und atmosphärische Welt wie in diesem Buch gelesen. Alles passt einfach perfekt ineinander, und ohne viel Info-Dumping wird ein Gefühl für das jeweilige London erzeugt, das einen – je nachdem, wo man sich gerade befindet – fröhlich und beschwingt werden, oder einem einen Schauer den Rücken runterlaufen lässt. Mit wenigen Worten erzeugt V.E. Schwab Welten, die so einzigartig und besonders sind, wie ich es sonst wirklich in noch keinem Fantasy-Buch erlebt habe.
Auch die Charaktere folgen diesen Machart – sie sind alle eigenständige, gut durchdachte, dreidimensionale Personen. Es gibt niemanden in diesem Buch, der blass oder flach erscheint, jeder hat seine eigenen Gedanken, seine eigenen Gefühle, seine eigene Persönlichkeit, und reagiert dementsprechend auf seine Umgebung. Es gab nie einen „Wer war das nochmal?“-Moment für mich, weil alle einfach so klar definiert, so sie selbst waren, dass man sie sofort wiedererkannt hat. Schwarz-Weiß-Malerei gibt es in „A Darker Shade of Magic“ absolut nicht – jede Figur hat seine Stärken und Schwächen, seine guten und seine schlechten Seiten, und jeder handelt immer nachvollziehbar und für sich selbst logisch. Ich habe sogar die Bösewichte in diesem Buch geliebt – Athos und Astrid Dane sind einfach nur faszinierend und für Holland habe ich mir während des Lesens immer gewünscht, dass ihm doch einmal etwas Gutes widerfahren soll.
Der Schreibstil und V.E. Schwab ist wundervoll  – schon nach dem ersten Absatz war mir klar, dass ich dieses Buch lieben würde, einfach nur, weil mich die Art, wie es geschrieben ist, so sehr angesprochen hat. Der Stil ist gleichzeitig verspielt und präzise, wahnsinnig fantasievoll und von unheimlich vielen treffenden Metaphern durchsetzt – ohne dabei in irgendeiner Form abschweifend oder anstrengend zu werden.
Auch die Geschichte war spannend und interessant, obwohl hier mein einziger kleiner Kritikpunkt liegt – gerade am Anfang wird dem Leser erst einmal die Welt gezeigt, was – da es sich ja um eine wirklich fantastische Welt handelt – absolut nicht langweilig ist, ich hätte mir aber gewünscht, dass die Geschichte sich ab und zu etwas schneller weiterentwickelt. Auch manchmal etwas aus dem Lesefluss geworfen hat mich, dass ab und zu sehr kurze Kapitel aus der Sicht von Nebenfiguren erzählt wurden, die danach so gut wie nie wieder vorkamen. Oft hat sich das sehr gut in die Geschichte eingefügt, manchmal war es mir aber einfach zu viel des Guten.
Trotzdem habe ich immer mit Kell und Lila mitgefiebert und obwohl ich in den letzten Tagen nicht allzu oft zum Lesen gekommen bin konnte ich das Buch – wenn ich einmal angefangen hatte zu lesen – kaum noch aus der Hand legen.
Was mir übrigens – obwohl das natürlich bei einem Buch immer der unwichtigste Gesichtspunkt ist, unter dem man es betrachten sollte – an „A Darker Shade of Magic“ auch wahnsinnig gut gefallen hat, ist die Aufmachung. Der Titel ist ebenso mysteriös uns gut durchdacht wie das Buch selbst und noch dazu wahnsinnig wohlklingend, jedes Kapitel hat ein wunderschönes Deckblatt und das Cover der gebundenen Ausgabe ist wirklich eines der schönsten Cover, die ich je gesehen habe. Es macht nicht nur Spaß, das Buch zu lesen, sondern auch, es einfach nur anzusehen und durch die Seiten zu blättern.

Kurzum: „A Darker Shade of Magic“ hat mich absolut begeistert und ist definitiv eines meiner liebsten Bücher 2015. Die Welt und auch die Charaktere werden mich bestimmt noch eine Weile begleiten, und ich freue mich schon wahnsinnig auf die Fortsetzung, die nächstes Jahr erscheinen wird!

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