Rezension

About a Boy

von Nick Hornby

Penguin Verlag, 307 Seiten

Preis: Gebunden: ab 13,99€, TB: ab 6,99€, eBook: ab 6,49€

Inhalt

Kinder sind so ungefähr das letzte, was sich Will wünscht. Er ist 36 Jahre alt, sehr cool und außerdem überzeugter Single. Seine Tage verbringt er mit Nichtstun, und für die Abende bemüht er sich um hübsche Frauen – seit Neuestem stehen da dankbare, junge, alleinerziehende Mütter ganz hoch im Kurs. Marcus mit seinen zwölf Jahren hat ganz andere Probleme. Seine Eltern haben sich getrennt, und seine Mutter hat die beängstigende Neigung, beim Frühstück zu weinen. Ausserdem hasst sie Turnschuhe, moderne Musik und sowieso alles, was cool ist. Die falsche Kleidung, der falsche Haarschnitt und seine von der Mutter geerbte Seltsamkeit machen Marcus in der Schule zum Aussenseiter. Zum Glück bringt ihn das Schicksal mit Will zusammen, der Experte in Mode und Popmusik und Fussball ist. Wenn Will Marcus beibringen kann, ein Kind zu sein, dann kann Marcus Will im Gegenzug vielleicht dabei helfen, endlich erwachsen zu werden…

Meine Meinung

Ich hatte „About a Boy“ schon öfter in verschiedenen Buchläden in der Hand. Der Klappentext alleine hätte mich zwar normalerweise nicht wirklich angesprochen, aber das Buch ist ja doch ziemlich bekannt und so war ich trotzdem irgendwie neugierig. Letztes Jahr habe ich es dann zufällig in einem kostenlosen Bücherschrank entdeckt und natürlich sofort mitgenommen!

Aufgrund des Klappentextes hatte ich ein unterhaltsames, eher leichtes Buch erwartet, weswegen ich es auch zum zwischendurch lesen ausgesucht hatte – eben eine etwas ungewöhnliche Liebesgeschichte, verbunden mit einer besonderen Freundschaft zwischen einem erwachsenen Kindskopf und einem etwas seltsamen Jungen. Unterhaltsam und humorvoll ist „About a Boy“ zwar auf jeden Fall – ich hatte aber absolut nicht erwartet, wie ernst die Thematik des Buches eigentlich ist. Was im Klappentext nicht drin steht, ist nämlich, wie Will und Marcus sich eigentlich kennenlernen: am selben Tag, an dem Marcus Mutter versucht, sich selbst das Leben zu nehmen.

„About a Boy“ hat mich nicht nur gepackt, sondern auch wirklich tief berührt. Ich habe das Buch innerhalb kürzester Zeit gelesen, weil ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Hinter dem trockenen, britischen Humor, der sich auf jeder Seite dieses Romans findet, verbirgt sich so viel mehr –  viel Angst, viel Frustration und viel Hilflosigkeit, vor allem im zwölfjährigen Marcus. Immer wieder blitzt diese Ernsthaftigkeit durch, und ist vielleicht gerade deswegen so prägnant. Ich habe in Marcus sehr viel aus meiner eigenen Kindheit und Jugend wiedergefunden – vielleicht hat „About a Boy“ mit auch deshalb derart mitgenommen.
Ich mochte es auch, wie wenig Hornby seine Figuren beschönigt – sei es nun Marcus‘ komplett überforderte Mutter, oder Will, der irgendwie in seiner eigenen Jugend steckengeblieben und schon allein deshalb eigentlich mehr anstrengend als sympathisch ist. Ich war außerdem fasziniert davon, wie ehrlich das Buch ist – es kommt komplett ohne irgendwelche großen, prätentiösen oder klischeehaften Erkenntnisse darüber, was wirklich wichtig und richtig ist, aus, es verklärt weder die Depressionen von Marcus‘ Mutter, noch den Effekt, den diese auf ihren Sohn haben. Auch die Entwicklung der Figuren ist absolut nachvollziehbar und an keiner Stelle überzogen oder stereotyp – auch, wenn einem diese Variante vielleicht manchmal besser gefallen würde. Gerade diese Ehrlichkeit macht Hornbys Figuren wahnsinnig lebensecht.

Kurzum – „About a Boy“ hat mich nicht nur überrascht sondern vor allem wirklich beeindruckt. Hätte ich das gewusst hätte ich es vielleicht doch schonmal irgendwo gekauft – so bin ich jetzt froh, es endlich gelesen zu haben, denn dieses Buch ist wirklich etwas ganz Besonderes. Ehrlich, humorvoll und doch sehr ernst – Nick Hornby jongliert das alles so meisterhaft, dass am Ende ein wirklich unterhaltsamer Roman rauskommt, der viel Spaß macht, ohne dabei jedoch die Wichtigkeit seiner Thematik aus den Augen zu verlieren. Ich hoffe auf jeden Fall, bald noch mehr aus Hornbys Feder lesen zu können!

Kommentare

  • Hallo!

    Ich mag die Bücher von Nick Hornby vor allem wegen seiner schonungslosen Direktheit. Vom Filmen war ich damals sehr enttäuscht. Marcus ist zwar zum Kutschen, der Film lässt allerdings alles weg was dem Buch Tiefgang beschert.
    „A long way down“ von Hornby kann ich dir sehr empfehlen.

    Liebe Grüße
    Sabrina
    #litnetzwerk

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