Rezension

Boneshaker

von Cherie Priest

Heyne Verlag, 509 Seiten

Preis: 7,99€ / eBook

Inhalt

Amerika im 19. Jahrhundert: Es sollte Dr. Leviticus Blues größte Erfindung werden, stattdessen verursachte der „Boneshaker“ eine Katastrophe und verwandelte ganz Seattle in eine Geisterstadt, in der es nun vor Gangsterbossen, Luftpiraten und lebenden Toten nur so wimmelt. Sechzehn Jahre später macht sich Briar Wilkes, Dr. Blues Witwe, auf den Weg nach Seattle, um ihren verschwundenen Sohn zu suchen – und das lange gehütete Geheimnis des „Boneshaker“ zu lüften…

Meine Meinung

„Boneshaker“ war ein absoluter Zufallsfund. Letzte Woche war ich das erste Mal seit Ewigkeiten wieder in der Bücherei und habe einfach mehr oder weniger zufällig ein Buch aus dem Regal gezogen, festgestellt, dass mir sowohl das Cover als auch der Klappentext zusagt und es einfach mal eingepackt.

Ich bin dann voller Vorfreude an „Boneshaker“ herangegangen, und die ersten Seiten waren sofort wahnsinnig interessant, denn zuerst einmal wird die Welt – welche unbestreitbar die größte Stärke des Buche ist – grob umrissen, was wirklich sehr spannend ist – die Bürgerkriegs-Zeit vermischt mit einer postapokalyptischen Zombie-Katastrophe, ein verrückter Steam-Punk-Wissenschaftler und eine sterbende Stadt, das Setting schreit wirklich nur so nach Abenteuer.
Als es dann mit der tatsächlichen Geschichte los ging ließ meine Begeisterung für das Buch allerdings schnell nach. Sowohl die Protagonistin, Briar, als auch ihr Sohn, Zeke, sind mir wahnsinnig auf die Nerven gegangen mit ihrer naiven Art und keinem von beiden habe ich ihr Alter wirklich abgenommen – außerdem erschienen mir beide sehr blass und statisch. Noch dazu war die Handlung zwar nicht langweilig, aber auch nicht gerade das, was ich als „packend bezeichnen“ würde – zwar gab es immer mal wieder Wendungen, aber nie etwas, das mich wirklich mitgerissen hat.
Die erste Hälfte des Buches hat sich also ziemlich gezogen und obwohl ich es schon allein der interessanten Welt wegen gerne beenden wollte habe ich es dann erst mal ein, zwei Tage zur Seite gelegt und mich mit etwas anderem beschäftigt – nur um dann festzustellen, dass ich scheinbar direkt vor dem totalen Wendepunkt der Geschichte aufgehört hatte zu lesen und die zweite Hälfte des Buches absolut fantastisch ist. Es war mit einem Mal so spannend, dass ich „Boneshaker“ tatsächlich noch am selben Tag fertig gelesen habe, und auch Briar und Zeke sind mir währenddessen richtig ans Herz gewachsen – nicht nur haben sie endlich aufgehört, sich wie Kinder zu benehmen, sondern auch endlich etwas mehr Persönlichkeit gezeigt. Außerdem es gibt auch ein paar neue Charaktere und vor allem bei Briar zum Ende hin eine Menge von Entwicklungen und Enthüllungen, die sie in einem ganz anderen Licht dastehen lassen.
Ein, zwei Plot Holes sind mir zugegebenermaßen trotzdem beim Lesen aufgefallen, die aber eigentlich auch nicht weiter gestört haben, denn insgesamt war es einfach nur fantastisch und packend, und überzeugt – wie gesagt – vor allem durch sein fantastisches Setting, welchem dadurch wirklich nicht geschadet wird.

Alles in Allem war ich zwar von der ersten Hälfte des Buches eher weniger beeindruckt, von der zweiten aber absolut begeistert. Ich bin mit „Boneshaker“ zum ersten Mal wirklich in die Welt des Steam-Punks eingetaucht und war wirklich überzeugt davon. Ich würde wahnsinnig gerne noch mehr über Briar, Zeke und die Mauerstadt lesen und vielleicht werde ich mir die anderen Bücher von Cherie Priest, die zwar nicht wirklich Fortsetzungen sind, aber doch im selben Universun wie „Boneshaker“ spielen, auch zulegen.

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