Rezension

Brennen muss Salem

von Stephen King

Originaltitel: Salem's Lot

Heyne Verlag, 735 Seiten

Preis: 16,00€

Inhalt

Der Schriftsteller Ben Mears kehrt nach Jahren in die beschauliche Kleinstadt Jerusalem’s Lot zurück. Er interessiert sich dort für das Marsten-Haus, von dem eine unheimliche Kraft ausgeht. Bald zeigt sich, was in Salem’s Lot sein Unwesen treibt: ein Vampir. Ben Mears nimmt den Kampf gegen das Böse auf…

Meine Meinung

Ich habe „Brennen muss Salem“ für den diesjährigen Stephen King Lesemonat gelesen, wo wir es als Readalong-Buch ausgewählt hatten! Ich war schon lange sehr gespannt auf das Buch – spätestens, seitdem ich die „Der dunkle Turm“ Reihe gelesen habe, in der eine der Figuren aus „Brenenn muss Salem“ vorkommt, wollte ich es unbedingt lesen – und habe mich deshalb schon sehr darauf gefreut!

Das Buch braucht ein wenig, um richtig in Fahrt zu kommen, ist dann aber sehr spannend, was für Stephen King ja nicht unbedingt etwas ungewöhnliches ist – normalerweise ist auch der eher langsamere Anfangsteil allerdings keineswegs langweilig, weil hier seine für gewöhnlich sehr interessanten Figuren vorgestellt werden. Das ist es jedoch schon das, was mich an „Brennen muss Salem“ am meisten enttäuscht hat – im Grunde sind alle Figuren ziemlich farblos geraten, was es wirklich schwer macht, sich für sie zu interessieren. Auch die Liebesgeschichte bleibt durchgehend sehr schwach. Bis auf Donald Callahan, den ich schon aus der „Der dunkle Turm“ Reihe kannte, und den kleinen Mark Petrie sind mir tatsächlich alle relativ gleichgültig geblieben – das ist mir bei einem Stephen King Buch erst ein einziges Mal passiert, nämlich bei „Stark – The Dark Half“ . Wirklich schade, denn gerade seine grandiosen Figuren sind es, die mich bei Kings Büchern normalerweise am meisten begeistern!
Ich mochte die Geschichte rund um den Vampir Barlow sehr gerne, obwohl sie stellenweise doch ziemlich vorhersehbar war. Die Vampire in diesem Roman sind sehr traditionell – sie sind nicht nur von Grund auf böse sondern verbrennen auch in der Sonne, können Knoblauch und religiöse Symbole nicht berühren, Häuser nicht betreten, wenn sie nicht hereingebeten werden, und so weiter und so fort. Das volle Programm eben. Mir hat das ganz gut gefallen, da ich mit Ausnahme von „Dracula“ noch nie ein Vampirbuch gelesen hatte, in dem die Vampire tatsächlich so klassische Bösewichte waren, die von den Helden des Romans gejagt werden.
Es hat mir außerdem wirklich gut gefallen, wie King die Ausbreitung des Bösen durch die gesamte Stadt darstellt, und auch die Atmosphäre des Romans war wirklich gelungen – obwohl gerade hier auch immer wieder deutlich wurde, wie viel Mühe King sich genau bei diesem Punkt gegeben hat, sodass es an manchen Stellen sogar leicht überzeichnet wirkte. Man merkt einfach, dass „Brennen muss Salem“ eines seiner absoluten Frühwerke ist, was ich persönlich eigentlich recht liebenswert fand.

Alles in Allem ist „Brennen muss Salem“ zwar kein schlechtes Buch, zu meinen Lieblingsbüchern von Stephen King wird es aber wohl auch nie gehören, denn dafür hat mir einfach zu viel gefehlt. Es hatte einige Stärken, aber vor allem der etwas schleppende Anfang, die eigentlich schon anstrengende Liebesgeschichte und die durchwegs ziemlich blassen Figuren sind eben doch auch deutliche Schwächen. Trotzdem hat es mir Spaß gemacht, das Buch zusammen mit ein paar anderen Leuten im Rahmen des Stephen King Lesemonats zu lesen! Besonders gefreut habe ich mich außerdem, Pere Callahan wiederzusehen – an dem alkoholabhängigen Pfarrer, der sich in Kings späteren Werken zum queeren Vampirjäger mausert, merkt man vielleicht auch besonders gut, wie Stephen King sich nach „Brennen muss Salem“ als Autor noch entwickelt hat.

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