Rezension

Das geheime Spiel

von Kate Morton

Originaltitel: The House at Riverton

Diana Verlag, 688 Seiten

Preis: 9,99€

Inhalt

Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs kommt Grace Bradley als Dienstbotin nach Riverton Manor. Selbst noch nicht erwachsen, bewundert sie die Hartford-Mädchen Hannah und Emmeline, die mit ihrer unbeschwerten Fröhlichkeit für Leben auf dem Anwesen sorgen. Doch die Begegnung mit dem jungen Dichter Lord Robert Hunter wird Hannah und Emmeline für immer verändern. Als einzige Vertraute versucht Grace die beiden Schwestern vor Unheil zu bewahren – vergeblich…

Meine Meinung

„Das geheime Spiel“ ist ein Buch, welches ich wahrscheinlich nie gelesen hätte, wenn ich Kate Morton nicht vor zwei Jahren bei einer Lesung gesehen hätte – es ist rein von der Thematik her eigentlich so gar nicht meins. Weil Kate Morton damals aber so sympathisch war wollte ich das Buch aber nicht länger verstauben lassen sondern ihm doch eine Chance geben!

Die Charaktere von „Das geheime Spiel“, vor allem Grace und die willensstarke Hannah, aber auch die etwas eigenwilligeren Hausangestellten wie Nancy oder Mrs. Townsend, haben mir allesamt wirklich sehr gut gefallen. Schon allein für sie habe ich das Buch gerne gelesen – ein so bunter und doch ganz natürlicher Haufen an verschiedenen Figuren ist mir schon lange nicht mehr begegnet.
Die Geschichte verläuft bis zu den letzten 50 Seiten relativ ruhig, ist aber trotzdem durchgehend spannend. Was mir an dem Buch am besten gefallen hat war wohl das Gatsby-Feeling, das wahrscheinlich einfach davon kommt, dass es in den 20ern spielt. Eigentlich lese ich historische Romane nicht so gerne, hier hat es mir aber wirklich gut gefallen, wie stark ich mich in diese Zeit hineinversetzt gefühlt habe. Die Atmosphäre war ganz wundervoll und ich fand es besonders spanennd, den gesellschaftlichen Wandel mitzuverfolgen, der sich vor und nach dem ersten Weltkrieg vollzogen hat. Sehr gerne mochte ich es auch, dass die Geschichte abwechselnd von Grace als jungem Dienstmädchen und alter Frau erzählt wurde, die auf ihr Leben zurückblickt. Ich mochte ihre klugen Gedanken und ihre Sichtweise auf das Leben und die Welt sehr.
Wie zu erwarten war das Ende sehr dramatisch, und obwohl es glücklicherweise absolut nicht kitschig oder zu überzogen geworden ist – wie es zum Beispiel bei Romanen von Jodi Picoult oft passiert – war es mir doch fast ein bisschen zu viel. Wie gesagt liegt mir diese Art von Büchern aber eigentlich auch überhaupt nicht – wenn man das bedenkt konnte „Das geheime Spiel“ eigentlich auf voller Linie überzeugen. Trotzdem ist es aber eben einfach nicht mein Genre.

Alles in allem habe ich das Buch also wirklich gerne gelesen – ob ich mir noch ein weiteres Buch von Kate Morton zulegen werde weiß ich aber noch nicht. Wer gerne historische Romane über englische Adelshäuser oder aber auch über die goldenen 20er Jahre mit interessanten Charakteren liest, die gerne auch etwas mysteriös oder ein bisschen dramatisch sein können, der ist mit „Das geheime Spiel“ aber gut beraten!

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