Rezension

Daughter of Smoke and Bone

von Laini Taylor

Hodder & Stoughton Verlag, 418 Seiten

Preis: 7,99€

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Inhalt

Alles in Allem hat Karou es immer geschafft, ihre beiden Leben voneinander getrennt zu halten – auf der einen Seite ist sie Kunststudentin in Prag; auf der anderen Laufmädchen einer monströsen Kreatur, Brimstone, die für sie das ist, was einer Familie am nächsten kommt.
Halb in unserer Welt, halb Anderswo aufgewachsen, hat Karou weder Brimstones dunkle Magie – er vergibt Wünsche an Menschen, im Tausch gegen Zähne – noch den Grund dafür, dass er sie großgezogen hat, je verstanden – und egal wie oft sie ihn fragt, Brimstone weigert sich, ihr zu antworten.
Jetzt schließen die Türen nach Anderswo sich – und Karou muss sich entscheiden, zwischen der Sicherheit ihres menschlichen Lebens, und ihrer Familie – in einer Welt, die nicht nur von Magie sondern auch von einem jahrtausende alten Krieg bestimmt wird, und in der sie endlich die Antworten auf all ihre Fragen finden könnte.

Meine Meinung

Ich wollte „Daugher of Smoke and Bone“ – wie so viele Bücher – eigentlich schon lange einmal lesen, bin aber irgendwie nie dazu gekommen. Da das Buch in Prag spielt habe ich den Kurzurlaub, den mein Freund und ich letzte Woche in dieser wunderschönen Stadt verbracht haben, als Grund genutzt, es endlich zu tun. Es war wirklich fantastisch, die Orte, die im Buch beschrieben werden, noch am selben Tag besucht zu haben – Prag ist eine wunderschöne Stadt, und „Daugher of Smoke and Bone“ ein wunderschönes Buch!

Ich muss allerdings zugeben, dass ich mir eine ganze Weile lang nicht sicher war, ob ich das Buch wirklich mögen würde. Die Ausgangssituation – gewöhnliches Schulmädchen führt heimlich ein magisches Doppelleben – erschien mir wahnsinnig Jugendbuch-typisch, Laini Taylors poetischer, sehr verschnörkelter Schreibstil ist zwar schön zu lesen, macht aber vor allem Gespräche zwischen den Charakteren oft unglaubwürdig, und außerdem hatte ich zwischendurch ernsthafte Bedenken, dass das Ganze sich doch nur wieder in eine bloße Love-Triangle-Geschichte verwandeln würde, von denen ich inzwischen wirklich die Nase voll habe.
Glücklicherweise ist das aber nicht passiert, und trotz des – für mich – stellenweise etwas holprigen Starts pendelt das Buch sich schnell ein und hat seine Stimme spätestens ab der Hälfte definitiv gefunden.
Besonders fasziniert hat mich an „Daughter of Smoke and Bone“ die Welt von Brimstone & Co., Chimären, von denen ein jeder unterschiedlich ist, was das Buch sehr vielfältig und interessant macht. Überhaupt hat Laini Taylor viele Dinge wirklich interessant und besonders gestaltet – so ist mir zum Beispiel auch eine Verwendung von Magie, wie sie hier praktiziert wird, in noch keinem anderen Buch begegnet. Meine Befürchtung, in „Daughter of Smoke and Bone“ nur wieder ein anderes generisches Fantasy-Jugendbuch zu finden waren absolut unbegründet.
Ich war nicht von allem, was in dem Buch passiert, begeistert – „Liebe auf den ersten Blick“-Situationen mag ich zum Beispiel einfach nicht, obwohl diese vergleichsweise gut gelöst wurde. Die Person, in die Karou sich verliebt, war mir außerdem stellenweise viel zu besitzergreifend und auch sonst nicht wirklich sympathisch. Es hat mich auch gestört, wie viele reale religiöse Symbole ihren Weg in Laini Taylors magische Welt gefunden haben, weil sich das für mich teilweise doch sehr nach cultural appropriation angefühlt hat.
Vor allem zum Ende hin hat es mich dann aber wirklich mitgerissen – für die erste Hälfte des Buches habe ich ein paar Tage gebraucht, die zweite Hälfte war dann an nur einem Abend durchgelesen, weil es urplötzlich wahnsinnig spannend wurde und auf einmal doch einfach alles gepasst hat.
Ich glaube, „Daughter of Smoke and Bone“ ist ein Buch, das einfach ein wenig Anlaufzeit braucht, bevor es sein volles Potenzial entfalten kann – das ist dann aber gewaltig. Ich habe wirklich schon lange nicht mehr so mitgefiebert bei einem Buch, und so schnell wie bei dieser Reihe ist auch schon lange kein zweiter Band mehr in meinem Einkaufswagen gelandet.

Trotz der leichten Startschwierigkeiten, die ich mit dem Buch hatte, und den Dingen, die ich teilweise etwas problematisch fand, hat „Daughter of Smoke and Bone“ mir also wirklich wahnsinnig viel Spaß gemacht. Es fällt mir sehr schwer, das Buch richtig zu bewerten, weil es für mich eben so uneinheitlich war – die erste Hälfte würde von mir wahrscheinlich nur drei Sterne bekommen, die zweite locker fünf, also habe ich mich einfach für die Mitte entschieden.
Eine Leseempfehlung gibt es von mir aber auf jeden Fall – und ich freue mich schon sehr, bald mit „Days of Blood and Starlight“ wieder in Laini Taylors faszinierende, magische Welt einzutauchen!

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