Rezension

Die linke Hand der Dunkelheit

von Ursula K. Le Guin

Originaltitel: The Left Hand of Darkness

Heyne Verlag, 400 Seiten

Preis: 8,99€

Inhalt

Ich werde meinen Bericht schreiben, als wäre er eine Geschichte … denn Wahrheit ist eine Sache der Vorstellungskraft.

Die Bewohner des Planeten Gethen sind uns Menschen verblüffend ähnlich – mit einem Unterschied: Sie kennen keine zwei Geschlechter. In ihrer Kultur sind geschlechtsspezifische Machtkämpfe, wie wir sie kennen, nicht möglich.  Doch es gibt andere Formen von Macht – und diese werden einem Abgesandten von der Erde schmerzhaft bewusst, als er zum Spielball politischer Interessen wird.

Meine Meinung

Ich habe „Die linke Hand der Dunkelheit“ im Februar diesen Jahres im Laden gesehen und sofort gekauft – ich liebe Science-Fiction, ich liebe alles, was irgendwie mit Geschlechtertheorien zu tun hat und mit Ursula K. Le Guin habe ich bisher auch nur gute Erfahrungen gemacht, deshalb musste ich da gar nicht lange überlegen.
Ich habe sofort angefangen, etwas mehr als die Hälfte gelesen, dann aber wieder aufgehört und es bis Juli liegen lassen, weil ich es zwar sehr interessant aber gleichzeitig auch irgendwie anstrengend fand. Im Juli habe ich dann beschlossen, es endlich fertig zu lesen und habe das auch innerhalb eines einzigen Tages getan. Ich weiß nicht mehr, was mich daran jemals gestört hat – „Die linke Hand der Dunkelheit“ hat mich so gepackt, dass ich tatsächlich den ganzen Abend und die ganze Nacht gelesen habe, bis es draußen schon wieder hell wurde und mir die Augen vor Müdigkeit gebrannt haben. Ich konnte es einfach nicht mehr aus der Hand legen.
Jetzt würde ich es am liebsten komplett nochmal lesen, um auch die erste Hälfte des Buches richtig zu würdigen – ich glaube, dass man sich zu diesem Buch einfach nicht zwingen darf, sondern es lesen muss, wenn der richtige Zeitpunkt da ist, damit es fantastisch wird. Entweder das oder das Buch braucht einfach etwas bis es in Fahrt kommt und ich habe genau an der falschen Stelle aufgehört, es zu lesen.
Die Bewertung fällt mir deswegen auch schwer, damals, als ich die erste Hälfte gelesen habe, hatte ich eher ein 3-Sterne-Gefühl, während ich jetzt die zweite Hälfte verschlungen habe war es jedoch ein sicheres 5-Sterne-Gefühl, deshalb nehme ich mit 4 Sternen einfach mal die Mitte – im Grunde empfehle ich es aber trotzdem wie ein 5-Sterne Buch, denn es lohnt sich wirklich.

Im Grunde ist „Die linke Hand der Dunkelheit“ weniger Science-Fiction als Philosophie, denn nicht nur Geschlechts-Problematiken werden in der Beobachtung dieser in vieler Hinsicht fremdartigen Gesellschaft thematisiert, sondern auch der Begriff der Heimat und des Patriotismus‘ wird hinterfragt und ausgeleuchtet, immer wieder spielt auch das Ehrgefühl, und welch verschiedene Bedeutung es in den verschiedenen Kulturen innehat, eine große Rolle. Ich habe wirklich das Gefühl, dass ich durch dieses Buch mental gewachsen bin, und gleichzeitig war es noch wahnsinnig spannend und unterhaltsam, voller politischer Intrigen und roher Naturgewalt, voller Fremdheit und Abenteuer – eine wirklich ideale Kombination.
Das Buch hat vor allem einen sehr nachhaltigen Eindruck hinterlassen, obwohl ich es bereits vor fast einer Woche fertig gelesen habe bemerke ich, wie meine Gedanken noch immer zu der Geschichte und der Thematik zurückkehren, weswegen ich mich jetzt auch entschlossen habe, hier doch noch eine Rezension zu schreiben.

„Die linke Hand der Dunkelheit“ war einfach ein wirklich, wirklich gutes Buch und ich denke, ich werde mir auf jeden Fall noch mehr von Frau Le Guins Science-Fiction Romanen besorgen.

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