Rezension

Feuer im Black Opal

von Barbra Annino

Originaltitel: Black Opal Fire

AmazonCrossing Verlag, 260 Seiten

Preis: 9,99€

Inhalt

Stacy Justice ist eigentlich ein durchschnittlicher Rotschopf in ihren Zwanzigern und würde sich lieber auf ihren Job als Reporterin konzentrieren, als sich mit der verrückten Zauberkunst ihrer Großmutter und Großtanten zu befassen. Sie verbringt ihre Freizeit mit ihrem Freund, einem Polizisten, oder mit ihrer Deutschen Dogge. Gerne hilft sie auch in der Bar «Black Opal» ihrer Cousine Cinnamon mit aus. Aber als das «Black Opal» in Flammen aufgeht, kann Stacy ihre Zauberkünste vielleicht doch gebrauchen.
Denn es handelte sich um Brandstiftung – und Cinnamon ist die Hauptverdächtige. Entschlossen, die Unschuld ihrer Cousine zu beweisen, taucht Stacy tief in das Verbrechen ein und macht unter den Trümmern eine schockierende Entdeckung. Es ist klar, dass jemand sie beseitigen möchte, und sie muss allen möglichen Attacken aus dem Weg gehen – von wütenden Autofahrern bis zu explodierenden Hühnern. Es wird Zeit, dass sie ihre eingestaubten Zauberkünste aktiviert. Aber werden sie ihr rechtzeitig zur Verfügung stehen?

Meine Meinung

Ich habe „Feuer im Black Opal“ dieses Jahr in einem Giveaway auf Goodreads gewonnen. Es stand dann eine ganze Weile bei mir im Regal, bis ich vor ein paar Tagen ein Buch für die Badewanne gesucht habe und mir dachte, dass so ein bisschen leichte Hexen-Lektüre dafür doch vielleicht ganz geeignet wäre. Dass ich mit dem Buch dann doch einige Probleme hatte, merkt man wohl schon daran, dass ich ganze acht Tage für etwas 250 Seiten gebraucht habe – und das, obwohl ich in den letzten Tagen wirklich viel Zeit zum Lesen hatte.

Es ist sehr ungewöhnlich für mich, ein Buch einfach nicht zu mögen, ohne es gleich zu hassen, aber bei diesem hier war es der Fall. Ich gebe mir bei sowas immer große Mühe, doch noch etwas Gutes an dem Buch zu finden, und schlechte Bewertungen sind bei mir eigentlich nur dann fällig, wenn mir wirklich etwas gehörig gegen den Strich ging. Klar, wenn ich wollte könnte ich mir auch hier ein paar Gründe überlegen, warum „Feuer im Black Opal“ diese Bewertung „verdient“ hat – es gab da zum Beispiel durchaus ein, zwei Dinge zwischen Stacy und ihrem Freund die mich wahnsinnig gestört haben, fairerweise muss man aber sagen, dass sie auch oft gut und richtig auf sowas reagiert hat – aber im Grunde war es einfach so, dass das Buch mir absolut nichts gegeben hat.
Mit seinen ca. 250 Seiten ist es wirklich nicht besonders lang, dafür aber irgendwie wahnsinnig langatmig und nichtssagend. Jede Seite, die ich gelesen hat, hat sich wie eine Ewigkeit angefühlt – da hat das furchtbare Format des Buches auch nicht unbedingt geholfen, hätte man den Text noch kleiner, noch enger zusammen und noch näher an den Rand gedruckt, hätte man wahrscheinlich gar nichts mehr entziffern können – und ich hatte wirklich oft nach ein, zwei Seiten schon keine Lust mehr, weiterzulesen, und hab lieber nach einem anderen Buch gegriffen. Wäre es kein Giveaway-Buch gewesen, das ich ja gerne auch rezensieren möchte, dann hätte ich es wahrscheinlich sehr schnell wieder abgebrochen.
Die Charaktere haben mir auch absolut nicht zugesagt – alle waren irgendwie komplett überzeichnet und wahnsinnig klischeehaft. Wir haben Stacy, die „starke Frau“, die genau so wie jede andere 0815-Protagonistin ist, wenn jemand sich vornimmt, jetzt doch mal einen „starken weiblichen Charakter“ zu schreiben: Frech, leichtfertig, in irgendeiner wahnsinnig komplizierten Beziehung, immer auf Stöckelschuhen anzutreffen, und natürlich von Beruf Journalistin. Dann gibt es da ihren Freund Leo, den Polizisten, der groß und stark und besitzergreifend ist, außerdem noch einen Haufen Klischee-Italiener, die ihre Familie sein sollen und nichts tun außer Spaghetti essen und zwielichtige, schmierige Geschäfte abzuschließen, ein unheimlich stereotypes Schwulenpärchen, eine Barbesitzerin, die ganz, ganz böse ist, weil sie mit vielen verschiedenen Männern Sex hat –  ich denke, ihr versteht was ich meine.
Es handelt sich außerdem um ein Erwachsenenbuch mit Charakteren, die alle schon mindestens Mitte 20 sein sollen, sich aber durch die Bank wie 12-Jährige verhalten. Stacy ist mir als Protagonistin immer relativ fremd geblieben, was bestimmt auch daran liegt, dass Emotionen für sie quasi ein Fremdwort sind – das ganze Buch hindurch passieren um sie herum die schrecklichsten Sachen, die sie für ungefähr einen Nebensatz beschäftigen, bis sie sich wieder irgendetwas anderem zuwendet. Sie war einfach kein runder Charakter, ebenso wenig wie sonst jemand in „Feuer im Black Opal“ – und dazu waren auch noch alle Figuren wahnsinnig statisch.
Auch die Handlung ist eigentlich relativ austauschbar, wahnsinnig interessiert daran, wer denn jetzt der Täter war, war ich eigentlich zu keinem Zeitpunkt des Buches. Auch der Schreibstil war wirklich nichts Besonderes, teilweise war er sogar etwas nervig – wenn er zum Beispiel mitten in der Erzählung plötzlich komplett aus dem Muster gefallen ist, um absolut sinnlos den Leser direkt anzusprechen.
Trotz meines ganzen Rumgemäkels war es aber auch kein furchtbar schlechtes Buch – es war durchaus manchmal unterhaltsam und die zweite Hälfte hat sich deutlich besser gelesen als die erste – aber eben auch kein gutes – es war einfach nur okay. Vielleicht etwas, das ich mir für wenig Geld aus der Kruschkiste mitnehmen würde, oder etwas, das ich mir kaufen würde, um es am Strand zu lesen, wo ich ohne viel nachdenken zu müssen ein wenig unterhalten werden will, aber nichts, was ich mir – trotz des hübschen Covers – für 10€ unbedingt ins Regal stellen würde.

„Feuer im Black Opal“ war also ganz nett für zwischendurch, teilweise hat es sogar Spaß gemacht – obwohl ich auch immer froh war, noch etwas anderes zum Lesen dazuhaben – mehr aber leider auch nicht. Ich würde gerne sagen, dass man aus der Geschichte mehr hätte machen sollen, aber es war einfach alles so austauschbar und stereotyp, dass ich ehrlich nicht weiß, was. Schade!

Ich habe „Feuer im Black Opal“ in einem Goodreads Giveaway gewonnen. Vielen Dank dafür and Goodreads und die Autorin, Barbra Annino!

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