Rezension

Finderlohn

von Stephen King

Originaltitel: Finders Keepers

Heyne Verlag, 539 Seiten

Preis: 22,99€

Inhalt

Bill Hodges #2

John Rothstein hat in den Sechzigern drei berühmte Romane veröffentlicht, seither aber nichts mehr. Morris Bellamy, ein psychopathischer Verehrer, ermordet den Autor aus Wut über dessen »Verrat«. Seine Beute besteht aus einer großen Menge Geld und einer wahren Fundgrube an Notizbüchern, die auch unveröffentlichte Romane enthalten. Bellamy vergräbt vorerst alles – und wandert dummerweise für ein völlig anderes Verbrechen in den Knast. Jahre später stößt der Junge Peter Saubers auf den »Schatz«. Nach seiner Haftentlassung kommt Bellamy dem ahnungslosen Peter auf die Spur und macht Jagd auf ihn. Kann Bill Hodges, den wir als Detective a. D. aus Mr. Mercedes kennen, den Wahnsinnigen stoppen?

Meine Meinung

„Finderlohn“ war das letzte Buch, das ich für meinen Stephen King Lesemonat gelesen habe. Ich mochte den ersten Band, „Mr. Mercedes“, sehr gerne, und habe mich deshalb sehr gefreut, dass ich „Finderlohn“ wider Erwartungen doch noch dazwischen quetschen konnte.

Ich mochte die Geschichte sehr gerne, die Grundidee von „Finderlohn“ hat mir vielleicht sogar etwas besser gefallen, als die von „Mr. Mercedes“, vielleicht vor allem deshalb, weil Morris Bellamys Obsession mit seinem liebsten Autor, bzw. seiner liebsten Buchreihe für einen Bücherwurm wie mich natürlich nur zu gut nachvollziehbar ist. Ich fand es wahnsinnig interessant, nicht nur Bellamy sondern auch die andere zentrale Figur des Romans, Peter Saubers, dabei zu beobachten, wie sie sich in die Bücher verliebt haben. Das Ganze war für mich so überzeugend, dass ich mehr als nur einmal bedauert habe, dass es die Jimmy Gold Trilogie nicht auch in Wirklichkeit gibt.
Wie auch beim ersten Band war ich begeistert davon, wie gut King auch aus der Sicht des Täters schreiben kann – Morries war mir als Bösewicht etwas weniger nachvollziehbar als es Brady im letzten Buch war, aber trotzdem fand ich es faszinierend, wie überzeugend und klar definiert King seinen Charakter erschaffen und geschrieben hat. Überhaupt ist Kings Fähigkeit dazu, unheimlich verschiedene, eindrucksvolle und glaubwürdige Charaktere zu schreiben wohl einer der absoluten Pluspunkte dieser Trilogie.
Ich fand es zuerst etwas irritierend, dass Bill Hodges, nachdem die Trilogie ja eigentlich benannt ist, in „Finderlohn“ auf den ersten 200 Seiten absolut nicht vorkam, irgendwie war es aber auch sehr interessant, dass unser Detektiv diesmal nicht unbedingt Hauptfigur des Romans ist. Auch sehr interessant fand ich, wie „Finderlohn“ auf so vielfältige Weise – nicht nur durch die Figur von Bill Hodges – mit „Mr. Mercedes“ verknüpft war, und das übernatürliche Element, das gegen Ende des Buches erst subtil, dann sehr eindeutig eingebracht wurde, hat mir sehr gut gefallen – ich bin wirklich gespannt zu sehen, was King damit im letzten Band der Trilogie machen wird.
Warum gebe ich „Finderlohn“ also nur drei und nicht vier Sterne, wie auch „Mr. Mercedes“? Vielleicht lag es etwas daran, dass der Bösewicht mir, wie gesagt, durchgehend einfach fremder blieb als im ersten Band. Vielleicht war es auch deshalb, weil die Art wie die „Guten“ im Dunklen tappen, während der Leser schon viel mehr weiß, die mich im ersten Band so fasziniert hat, hier zwar auch gut sehr gut gemacht und interessant, mir aber teilweise einfach einen Ticken zu frustrierend war. Insgesamt hat „Finderlohn“ mich auch einfach nicht ganz so gepackt wie sein Vorgänger. Während ich „Mr. Mercedes“ wirklich gar nicht aus der Hand legen konnte, war ich von „Finderlohn“ zwar auch gefesselt, es ist aber eher meiner Motivation, das Buch noch während meines Stephen King Monats zu beenden, geschuldet, dass ich es so schnell durch hatte – beendet hätte ich es natürlich auch so recht schnell, weil es wirklich sehr spannend und absolut nicht langweilig ist, aber ich hätte mich ohne diese Motivation vielleicht noch eher von anderen Sachen ablenken lassen und ein, zwei Tage länger dafür gebraucht.

„Finderlohn“ ist – meiner Meinung nach – also nicht ganz so gut wie Mr. Mercedes, wobei man aber durchaus sagen kann, dass meine Kritikpunkte ein bisschen an Haarspalterei grenzen. Alles in allem war es aber wieder ein sehr unterhaltsames, spannendes und kurzweiliges Leseerlebnis und ich bin wirklich schon sehr, sehr gespannt auf den letzten Band der Trilogie!

Wenn ihr Interesse an dem Buch habt, könnt ihr auf der Heyne-Seite, oder natürlich auf Amazon mehr Informationen darüber erhalten!

Ich habe „Finderlohn“ als kostenloses Rezensionsexemplar über das Bloggerportal der Randomhouse-Verlagsgruppe erhalten. Vielen Dank dafür, speziell natürlich an den Verlag Heyne!

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