Rezension

Rumo & Die Wunder im Dunkeln

von Walter Moers

Piper Verlag, 693 Seiten

Preis: 14,00€

Inhalt

Rumo ein kleiner, schutzbedürftiger Wolpertingerwelpe, der von Fhernhachenzwergen auf einem Bauernhof aufgezogen und verhätschelt wird. Diese Idylle hat jedoch bald ein Ende: Eine Horde bösartiger Teufelszyklopen überfällt das Anwesen und verschleppt alles, was sich bewegt. In den Speisekammern der Teufelszyklopen trifft er auf Voltozan Smeik, der ihm fantastische Heldengeschichten erzählt und gemeinsam mit dem kleinen Rumo Fluchtpläne schmiedet. Doch ihre Flucht von den Teufelsfelsen ist erst der Anfang: auf Rumo wartet ein Abenteuer voller Gefahr und Abenteuer, das ihn durch ganz Zamonien führt – und als er die schöne, mutige, kämpferische Rala trifft sogar noch darüber hinaus.

Meine Meinung

Ich bin Walter Moers‘ Zamonien-Romanen ziemlich genau vor vier Jahren verfallen, als mein Freund – damals waren wir noch ganz frisch zusammen – mir eine Ausgabe von „Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“ geschenkt hat. Ich habe Blaubärs wunderschön illustrierte Abenteuer verschlungen – und mich jetzt umso mehr gefreut, den kleinen Rumo wiederzusehen, den er in seinem fünften Leben als kleinen Welpen davor rettet, zerquetscht zu werden.

Als ich das Buch letzten Dezember angefangen habe konnte ich mich allerdings erst einmal so gar nicht darin einfinden. Ich weiß nicht, ob ich einfach nicht in der richtigen Stimmung dafür war, oder ob das Buch tatsächlich einfach ein wenig braucht, bis es sein volles Potenzial entwickelt – jedenfalls habe ich die ersten 150 Seiten des Romans innerhalb etwa eines Monats gelesen und es dann auf unbestimmte Zeit auf den Nachttisch verfrachtet und stattdessen etwas anderes gelesen. Vor zwei Wochen hatte ich dann plötzlich wieder Lust darauf, es nochmal zu versuchen, und zack – mit einem Mal hat „Rumo & Die Wunder im Dunkeln“ mich richtig mitgerissen.
Ich glaube, die Bücher von Walter Moers mag man entweder, oder man mag sie eben nicht – mich hat der Moers’sche Zauber auf jeden Fall wie immer begeistert. Unaufhaltsam stolpert Rumo – wie eigentlich alle von Moers‘ Helden – von einem spannenden, fantasievollen, teilweise fast skurrilen, immer jedoch höchst gefährlichen Abenteuer ins nächste. All das wird begleitet von einem ganzen Haufen bunter, schriller, äußerst liebenswerter Charaktere und den wirklich tollen Illustrationen, für die Walter Moers ja eigentlich bekannt ist. Mit gewohntem Witz, voller Wortspiele und -neuschöpfungen dirigiert er einen als Autor durch diese rasante Geschichte, sodass man Zamonien am liebsten überhaupt nicht mehr verlassen würde.
Als Protagonisten mochte ich Rumo sehr gerne, der – obwohl er manchmal etwas ungeschickt ist – doch das Herz am rechten Fleck hat. Nach Käpt’n Blaubär und Hildegunst von Mythenmetz war Rumo außerdem mein erster Moers-Protagonist, der nicht über alle Maßen von sich selbst überzeugt sondern, ganz im Gegenteil, stellenweise sogar recht schüchtern war. Das hat ihn auf jeden Fall sehr sympathisch gemacht. Auch Voltozan Smeik, der ja bisher – wie auch der Rest seiner Familie – eher negativ in Erscheinung getreten ist, habe ich im Laufe der Geschichte sehr liebgewonnen, ebenso wie Rala, die – in Moers‘ ja doch immer sehr männlich dominiertem Kosmos – eine wirklich wunderschön vielschichtige und sympathische weibliche Figur ist, die sich so schnell von niemandem einschüchtern lässt.

Für Fans von Walter Moers – und alle, die es werden wollen – also ein wirklich wunderbares Buch. Der Anfang war für mich wie gesagt etwas zäh, es wurde aber schnell besser und ganz besonders gut gefallen hat mir dann die zweite Hälfte des Romans, in der es Rumo nach „Untenwelt“ verschlägt. Für mich wird es auf jeden Fall nicht der letzte Besuch in Zamonien gewesen sein – dafür war ich viel zu traurig, als das Rumos Geschichte dann schlussendlich vorbei war. Mir hat das Buch wirklich, wirklich Spaß gemacht!

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