Rezension

Séance: Die Erste Synergie

von Julia Mayer

Selbstverlag, 460 Seiten

Preis: 12,99€

Inhalt

„Ich grub und grub ein Loch in mir und senkte dich hinab, dann pflanzte ich ein Veilchen drauf, beweinte unser Grab.“

Unter den Katakomben von Dresden – zu Füßen der Menschen – erstreckt sich eine Stadt, in der die Magie regiert. Hier leben die Magos, die ihre Kraft aus der Dunkelheit schöpfen. DresdenX war das Zuhause von Alexej, dem er vor langer Zeit den Rücken gekehrt hat. Doch nun muss er in die Unterstadt zurückkehren, um das Vermächtnis seiner Großmutter zu erfüllen. Weshalb hat sie ausgerechnet ihn – einen Mann – zum Nachfolger für das hohe Amt des Gamma bestimmt, das seit Jahrhunderten nur Frauen vorbehalten war? Und was hat es mit der Verbannung seines besten Freundes auf sich? Alexej steht die größte Aufgabe seines Lebens bevor: Er muss das Dunkel besiegen und den Hexen, die ihn in ihre Fänge locken wollen, widerstehen.

Meine Meinung

Inzwischen hat ja glaube ich jeder mitbekommen, dass Julia Mayer sich – seit ich vor zwei oder drei Jahren den ersten Old Souls Band gelesen und geliebt habe – für mich zu einer absoluten Automatisch-Kaufen-Autorin entwickelt hat. Zwar kann ich als vielbeschäftigte und vor allem arme Studentin nicht jedes Buch von ihr sofort beim Erscheinen lesen, aber sobald sie ein neues veröffentlicht landet es bei mir ganz oben auf der Wunschliste. Man kann also sagen, dass ich hohe Erwartungen an „Séance“ hatte – und trotzdem hat Julia Mayer es geschafft, sie zu übertreffen und mich wieder einmal zu zeigen, warum ich ihre Bücher so sehr liebe.

„Séance“ ist fantasievoll, atmosphärisch und wahnsinnig spannend. Ich habe schon lange keine so gut gemachte und gleichzeitig so einzigartige Fantasy-Welt mehr gelesen, wie diese. Es passiert selten, dass Fantasy-Elemente in einem Buch wirklich so einzigartig sind und mich so tief berühren, dass sie zu einem festen Bestandteil meiner eigenen, inneren Welt zu werden scheinen, aber ich habe das Gefühl, dass die Welt der Magos und vor allem der Weiße Tod, der es mir kalt den Rücken herunterlaufen hat lassen, genau das geschafft haben. Zum Weltenerschaffen hat Julia Mayer nämlich wirklich ein wahnsinniges Talent – sie schafft es, einem in ein, zwei Sätzen ein so umfassendes Gefühl für eine Welt zu geben, wie es andere Autoren in zwanzig Seiten nicht schaffen.
Überhaupt ist ihre Art zu Schreiben wohl das, was sie als Autorin am meisten ausmacht – und auch hier wird man in dieser Hinsicht nicht enttäuscht. Das Buch ist voll von wunderschönen Sätzen und Metaphern, die sich, ohne ein einziges Mal anstrengend werden, perfekt ineinander fügen und einen wie auf Samt durch die Geschichte tragen.
Auch ihre Charaktere, die nie perfekt und gerade deswegen immer so wahnsinnig liebenswert und verständlich sind, habe ich in „Séance“ wieder geliebt. Den zu Beginn noch sehr unsicheren, oft auch sehr unbeholfenen Alexej habe ich sofort in mein Herz geschlossen, und auch die widerspenstige, willensstarke Salomè habe ich von der ersten Sekunde an geliebt. Auch die Entwicklung der Charaktere – etwas, an dem viele sonst gute Bücher ja scheitern – kam mir zu jedem Punkt der Geschichte richtig und sinnvoll vor. Einzig und allein die Beziehung, die es in dem Buch gibt, schlug mir vielleicht einen Tick zu schnell von freundschaftlich zu romantisch um – andererseits kann ich mir die Beiden jetzt, wo ich das Buch beendet habe, gar nicht mehr „nur“ als Freunde vorstellen.
Ich war von Anfang an sofort im Sog der Geschichte gefangen, die Intrigen und Geheimnisse der Magos-Welt haben mich absolut in ihren Bann gezogen – vor allem zum Ende hin wurde es wieder richtig spannend und ich bin um ehrlich zu sein gerade etwas verzweifelt, weil ich nicht sofort den zweiten Band der Reihe lesen kann.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Eigentlich nicht mehr viel, außer, dass mir „Séance“ wirklich, wirklich, wirklich gut gefallen hat. Ich kann es kaum erwarten, zu erfahren, wie es mit Alexej und Co. weitergeht!

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