Rezension

Skargat – Der Pfad des schwarzen Lichts

von Daniel Illger

Klett-Cotta Verlag, 568 Seiten

Preis: 17,95€

Inhalt

Schatten über Ahekrien. Die Gespensterhorde des Schwarzen Jägers reitet durch die Nacht. Das Böse erwacht, und in dem skrupellosen Rudrick hat es einen Handlanger gefunden. Es bedroht nicht nur das Dorf, in dem die Freunde Mykar und Cay aufwachsen, sondern das ganze Land.

In einem abgelegenen Dorf lebt der Außenseiter Mykar. Vom eigenen Vater und allen Bewohnern verachtet, hat er nur einen Freund: Cay, den Sohn des Dorfpriesters. Als eine Reihe grauenvoller Verbrechen geschieht, machen die verzweifelten Bauern Mykar zum Sündenbock. Sie knüppeln ihn nieder und verscharren ihn im Wald – alle halten ihn für tot. Als Jahre später Cay des Mordes an einem Adligen beschuldigt wird, ist für Mykar die Zeit gekommen zurückzukehren. Doch es steht viel mehr auf dem Spiel als nur Cays Leben…

Meine Meinung

„Skargat – Der Pfad des schwarzen Lichts“ ist ein Buch, an dem ich wohl ohne einen weiteren Gedanken vorbei gegangen wäre, hätte ich es im Buchladen gesehen. Sowohl das Cover als auch der Titel wirken – wenn man das Buch noch nicht gelesen hat – sehr generisch, und gerade im Fantasy-Genre findet man da eben auch oft Bücher mit ziemlich generischem Inhalt, um die ich dann lieber einen Bogen mache.
Ich habe den ersten Band von Daniel Illgers „Skargat“-Reihe aber nicht im Buchladen entdeckt, sondern letztes Jahr auf der Leipziger Buchmesse, wo der Autor anlässlich des Seraph-Preises, den er dafür gewonnen hat, ein Stück aus seinem Buch vorgelesen hat. Von Anfang an war ich gefesselt von dem einzigartigen Schreibstil und der interessanten Welt, in der „Skargat – Der Pfad des schwarzen Lichtes“ spielt – und so habe ich mir das Buch damals direkt gekauft. Über ein Jahr später bin ich nun auch endlich dazu gekommen, es zu lesen!

„Skargat – Der Pfad des schwarzen Lichts“ ist zu Beginn sehr mysteriös, als Leser_in wird man mehr oder weniger einfach in die Handlung hineingeworfen und erfährt erst nach und nach, was eigentlich los ist. Tatsächlich wird erst im letzten Drittel des Buches klar, wie alle Fäden zusammenlaufen und worum es denn nun in der gesamten Reihe wirklich gehen wird. Das macht alles zwar sehr spannend und interessant, führt aber zwischendurch auch dazu, dass man mal den Faden verliert, was sehr schade ist.
Mykar mochte ich als Protagonisten sehr gerne. Er hat das Pech, in einem Jahr geboren zu sein, indem die gesamte Ernte seiner Region verdorben ist, und dann hat er auch noch mit den Füßen zuerst das Licht der Welt erblickt – fortan sehen die Bewohner seines Dorfes ihn als „Skargatkind“, das nur Böses und Unheil bringt, und deshalb möglichst gemieden werden sollte. Mykar ist der Sündenbock für alles, und gerade weil er das nichtmal als besonders ungerecht erachtet tat er mir noch viel mehr leid. Mit seiner direkten, etwas verschrobenen Art ist er mir jedenfalls sofort ans Herz gewachsen.
Auch die anderen Charaktere habe ich im Laufe des Buches lieb gewonnen, obwohl sie leider oft etwas zweidimensional rüberkamen. Vor allem der versoffene Adelige Justinius, der teilweise mehr wie eine Parodie seiner selbst wirkte, ist mir deshalb schnell auf die Nerven gegangen, weshalb ich immer froh war, wenn das die Handlung wieder aus Mykars Sicht erzählt wurde. Justinius‘ Magd Scara oder die geheimnisvolle Vanice waren mir da schon wieder etwas lieber – die Hintergrundgeschichte von Vanice fand ich sogar richtig interessant, und auch über Scara hätte ich gerne mehr erfahren, glaube aber, dass das Geheimnis um sie in diesem ersten Band der Reihe nicht ohne Grund noch ungelüftet geblieben ist.
Die Handlung ist – wie gesagt – zunächst noch sehr geheimnisvoll und es bleibt lange Zeit im Dunklen, worauf das Buch tatsächlich hinauswill. Trotzdem ist das Buch durchgehend fesselnd und wird vor allem zum Schluss hin, als nach und nach noch mehr Figuren auf den Plan treten, die alle ihre eigenen Ziele verfolgen, richtig spannend.
Zudem gefällt mir Daniel Illgers interessanter, irgendwie bodenständiger und direkter, aber doch sehr kunstfertiger Schreibstil sehr gut!

„Skargat – Der Pfad des schwarzen Lichts“ ist also – trotz der ein oder anderen kleinen Schwäche – ein  sehr vielversprechender Auftakt der „Skargat“-Reihe. Das wichtigste Wort hierbei ist jedoch „Auftakt“ – es wird wirklich erst zum Schluss richtig klar, worauf das Ganze nun hinauslaufen wird, wer also bereits im ersten Band auf viel Action hofft, der wird wohl eher enttäuscht werden. Trotzdem – oder vielleicht gerade weil das Buch sich so viel Zeit mit seinem Aufbau lässt – hat „Skargat – Der Pfad des schwarzen Lichtes“ mir sehr viel Spaß gemacht, und ich freue mich bereits darauf, den zweiten Band zu lesen!

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