Rezension

Solaris

von Stanisław Lem

List Verlag, 283 Seiten

Preis: 9,99€

Inhalt

Der Planet Solaris ist von einem Ozean bedeckt – einem Ozean, der auf die physikalischen Verhältnisse ebenso Einfluß zu nehmen scheint wie auf die Wissenschaftler, die ihn von der Raumstation aus untersuchen sollen. Der Psychologe Kris Kelvin wird geschickt, um die seltsamen Vorkommnisse zu klären, aber was ihn erwartet, übersteigt jegliche Vorstellungskraft…

Meine Meinung

Ich belege dieses Semester ein Seminar über Stanisław Lem und habe im Zuge dessen seinen wohl bekanntesten Roman, „Solaris“, gelesen. Ich hatte diesen schon länger auf dem Schirm, bin aber irgendwie nie dazu gekommen, ihn tatsächlich zu lesen, sodass ich mich jetzt umso mehr darauf gefreut habe!

Ich hatte zuerst Bedenken, das Buch könnte vielleicht irgendwie etwas anstrengend werden, da Lem ja eher „gehobene“ Science-Fiction geschrieben hat und diesen Anspruch eben durchaus auch an sich selbst hatte, wurde dann aber glücklicherweise schnell eines Besseren belehrt. Es war auch keineswegs so umständlich geschrieben wie ich das nach der Lektüre einiger seiner Kurzgeschichten erwartet hätte, sondern wirklich einfach nur gut!
Zwar ist „Solaris“ keineswegs ein schnelles, actiongeladenes Buch, dafür umso eindringlicher und atmosphärischer, sodass es zumindest mir zu keiner Sekunde langweilig wurde. Besonders gut hat mir gefallen, wie düster und mysteriös der Roman ist – vor allem zu Beginn habe ich mich stellenweise fast gegruselt, so undurchsichtig und gefährlich schien alles auf diesem fremden Planeten zu sein.
Die handelnden Personen in „Solaris“ sind sehr begrenzt – im Grunde kommen nur die drei Forscher der Raumstation, Snaut, Sartorius und Kelvin, sowie die fremdartige Harey tatsächlich aktiv vor – was diesen Eindruck noch verstärkt. Ich habe mich allen Figuren auf ihre Weise nahe gefühlt – ganz besonders gut gefallen hat mir aber Harey, die sich von der passiven Illusion einer ehemaligen Geliebten zu einer eigenständigen und starken Person entwickelt, die schlussendlich mehr Einfluss auf das Geschehen hat als die drei Forscher zusammen. Tatsächlich habe ich die Geschichte vor allem als eine der Befreiung Hareys von ihren Schöpfern gelesen, was sehr, sehr kraftvoll war.
Besonders beeindruckend war außerdem natürlich das Alien an sich – ein riesiger gallertartiger Ozean, der die gesamte Planetenoberfläche bedeckt. Ich habe schon zahlreiche Bücher gelesen, in denen Aliens vorkamen, die schlussendlich aber alle doch mehr oder weniger humanoid waren – in ihrer Form, in ihrer Art, oder schlicht und ergreifend, weil sie für den Menschen doch irgendwie fassbar waren. Der Ozean in „Solaris“ ist das nicht, er ist einfach in jeder Hinsicht fremd, und das ist wirklich unheimlich faszinierend – auch die teilweise sehr langen Erklärungen darüber, wie Forscher bereits versucht haben, ihn zu verstehen oder zu kontaktieren, und dabei gnadenlos gescheitert sind, fand ich deshalb ziemlich spannend.

Wie ihr also sehen könnt hat „Solaris“ mich wirklich begeistert. Ich möchte auch bald unbedingt noch mehr von Stanisław Lem lesen – mal sehen, was die Bücherei so hergibt. Bis dahin gibt es von mir auf jeden Fall eine klare Empfehlung für diesen Roman – „Solaris“ ist zu Recht ein Klassiker der Science-Fiction!

Kommentare

  • Hallo Sarah,

    was für eine tolle Rezension. Ich gestehe, dass ich von Stanislav Lem nichts gehört hatte, bis ich eines seiner Werke gestern in der Buchhandlung entdeckte. Er klang nach einem Autoren, der mir gefallen würde. Ich denke, ich werde Solaris demnächst auch lesen.

    Liebe Grüße
    Elisa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.