Rezension

Star Wars: Nachspiel

von Chuck Wendig

Originaltitel: Star Wars: Aftermath

blanvalet Verlag, 478 Seiten

Preis: 9,99€

Inhalt

Der Beginn einer neuen Ära für das Star-Wars-Universum

Der zweite Todesstern ist zerstört worden. Das Galaktische Imperium befindet sich in völligem Chaos. Der Imperator und Darth Vader sind tot. Innerhalb der Galaxis wird diese Entwicklung von einigen Systemen gefeiert, während in anderen die imperialen Fraktionen brutal durchgreifen.
Die Rebellenallianz macht sich auf, die angeschlagenen Streitkräfte des feindlichen Imperiums zur Strecke zu bringen, ehe diese sich neu gruppieren und zurückschlagen können.
Doch auch das Imperium schläft nicht – und so macht ein einsamer Kundschafter der Rebellen bald eine folgenschwere Entdeckung…

Meine Meinung

Zum ersten Mal aufmerksam geworden auf “Star Wars: Nachspiel” bin ich kurz nach der englischsprachigen Veröffentlichung, als eine ganze Reihe – meist männlicher – Star Wars Fans sich darüber empörten, dass Chuck Wendig es tatsächlich gewagt hatte, seinem Buch einen homosexuellen Protagonisten zu geben. Für mich war das eher ein Argument für das Buch, als eines dagegen – gibt es denn eine bessere Kombination als Star Wars und Queerness? – und deshalb habe ich dem deutschen Erscheinungstermin schon lange entgegengefiebert. Umso mehr habe ich mich gefreut, als der blanvalet Verlag mir ein Rezensionsexemplar des Buches zuschickte!

Ich muss sagen, dass “Star Wars: Nachspiel” komplett unabhängig von der Sexualität seines Protagonisten – obwohl ein wenig Diversität in dieser Hinsicht für mich natürlich immer ein großer, großer Pluspunkt ist – einfach nur ein richtig gutes Buch ist.
Die Sache mit Star Wars Büchern – oder vermutlich generell mit Merchandise-Büchern – ist die, dass sie an sich meistens höchstens ganz okay sind und nur deshalb wirklich Spaß machen, weil sie eben im Star Wars Universum spielen. Hier ist das anders – tatsächlich ist “Star Wars: Nachspiel” das erste Star Wars Buch, das ich je gelesen habe, das auch ganz unabhängig davon ganz genauso spannend und lesenswert wäre, wie es das so ist.
Der erste Punkt, der mir in dieser Hinsicht gleich auf der ersten Seite aufgefallen ist, ist dass das Buch überraschend gut geschrieben ist. Ich habe schon eine ganze Reihe von Star Wars Büchern in unterschiedlicher Qualität gelesen, aber dieses hier ist tatsächlich das erste, bei dem ich nicht einmal über irgendwelche komischen Phrasen oder Übsersetzungsfehler gestolpert bin, die mich total aus dem Lesefluss gerissen haben – im Gegenteil, oft habe ich sogar eine Zeile oder einen Absatz noch einmal gelesen, einfach nur, weil die Formulierung mir so gut gefallen hat.
Die Geschichte selbst ist sehr geheimnisvoll, und erst zum Schluss hin beginnt man langsam zu verstehen, wo die Fäden zusammenlaufen, was das Ganze wirklich sehr spannend macht. Das, in Kombination mit den vielen actionreichen Szenen, führt dazu, dass das Buch sich quasi von selbst liest. Sobald man ein, zwei Kapitel gelesen hat kann man es einfach nicht mehr aus der Hand legen.
Dazu kommen dann noch die vielen wirklich interessanten und gut ausgearbeiteten Charaktere. Sinjin, ein Ex-Imperialer, der sich jetzt vor seinen eigenen Leuten versteckt, Jas, eine zuerst vom Imperium und später von den Rebellen angeheuerte Kopfgeldjägerin, Norra, eine Rebellenpilotin, Temmin, ihr Sohn, den sie vor Jahren auf ihrem Heimatplaneten zurückließ, um sich den Rebellen anzuschließen, sowie dessen schräger, selbstgebauter Kampfdroide Mister Bones bilden das Herzstück der Figuren in diesem Buch. Ich habe den ungleichen Haufen wahnsinnig schnell ins Herz geschlossen und könnte gar nicht sagen, wen ich denn nun am liebsten mag – jeder hat seine eigene Persönlichkeit und sein eigenes Päckchen zu tragen, und es ist spannend, zu beobachten, wie sie alle langsam zu einer Gruppe zusammenwachsen, statt wie noch zu Beginn mehr ihre eigenen Interessen zu verfolgen. Der ungleiche Haufen ist es, der das Buch erst so richtig toll macht, denn er haucht ihm eine Seele ein.

Alles in allem kann ich sagen, dass “Star Wars: Nachspiel” ohne Zweifel das beste Star Wars Buch ist, das ich jemals gelesen habe. Ich freue mich schon wahnsinnig auf die Veröffentlichung des zweiten Bandes nächstes Jahr und kann es gar nicht erwarten, zu erfahren, wie es denn nun weitergeht. Vor allem freue ich mich aber darauf, die Charaktere wieder zu sehen, an die ich mein Herz schon längst verloren habe!

Ich habe “Star Wars: Nachspiel“ als kostenloses Rezensionsexemplar erhalten – vielen Dank dafür an den blanvalet Verlag!

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