Rezension

Stargirl

von Jerry Spinelli

dtv junior Verlag, 207 Seiten

Preis: 7,99€

Inhalt

Stargirl heißt die neue Schülerin an der Mica Highschool in Arizona. Natürlich ist das nicht ihr richtiger Name, aber er passt zu ihr wie kein zweiter. Vom ersten Tag an ist sie Schulgespräch, ein exotisches Wesen zwischen ihren angepassten Mitschülern – und wie ein leuchtender Stern in Leos eintönigem Alltag.

Doch nach einer ersten Phase des Staunens und der Bewunderung wenden sich ihre Mitschüler von ihr ab. Leo, der sich in Stargirl verliebt, bleibt ihr einziger Freund, leidet aber zunehmend unter der Ausgrenzung durch die anderen.Und so begeht er einen kapitalen Fehler…

Meine Meinung

„Stargirl“ ist eines dieser Bücher, das ich zwar immer irgendwie auf dem Schirm hatte, weil ich schon wirklich viel gutes darüber gehört habe, das ich mir aber vermutlich nie gekauft hätte, weil es mich trotz allem vom Inhalt her einfach nicht angesprochen hat. Nun, das Schicksal wollte es wohl anders, und so habe ich es vor ein paar Wochen in einem Stapel kostenloser Bücher entdeckt und mitgenommen.

Ich bin also mit eher gemischten Gefühlen an das Buch herangegangen, habe aber schnell verstanden, warum es für so viele Menschen ein so besonderes Buch ist. Trotz seiner auf den ersten Blick schon tausend Mal dagewesenen Geschichte hat „Stargirl“ einen ganz einzigartigen Sog, fast so etwas wie eine Seele, wie man es bei Büchern wirklich nur selten erlebt. Es hat eine ganz eigene Energie, die einen mitreißt, und die einem sofort ans Herz geht.
Gnadenlos überzeichnet und wahrscheinlich gerade deshalb so fantastisch ist „Stargirl“ mehr Gedankenexperiment als ein Versuch der tatsächlichen Realitätsnachahmung, mehr ein Aufruf als „nur“ eine Geschichte. Stargirl ist kein Mädchen, in dem man sich wirklich wiederfinden soll, sondern ein Konzept, das jedoch wunderbar genau so in die Geschichte passt, wie es ist. Als Figur ist sie einfach nur magisch – ein Sternenmädchen, im wahrsten Sinne des Wortes.
In nur etwas mehr als 200 Seiten zeichnet „Stargirl“ nicht nur fast ein ganzes Jahr in der kleinen Stadt Mica nach, es öffnet einem als Leser auch die Augen – für die kleine Dinge der Welt, die, die oft übersehen werden, für Möglichkeiten, die man zuvor eigentlich noch nie in Betracht gezogen hat. Für das Leben und die Schwierigkeiten Fremder, für Blumen am Wegesrand und verlorenes Kleingeld. Es lehrt einen freundlich zu sein und selbstlos, sich in den Sternen zu verlieren, oder in der Wüste, und sich dabei selbst zu finden. Es zeigt einem, wie man all seine Energie darauf aufbringen kann, Fremden zu helfen, weil man komplett im Einklang mit sich selbst ist – oder vielleicht auch, wie man lernt, komplett im Einklang mit sich selbst zu sein, weil man freundlich zu Fremden ist.
Ich kann im Grunde gar nicht so genau sagen, was dieses Buch besonders macht, weil es sich einfach nicht in Worte fassen lässt. Wie ein Wirbelsturm schlägt Stargirl in der Highschool von Mica ein und bringt dort alle gewohnten Abläufe durcheinander, und wie ein Wirbelsturm erobert und verändert das Buch auch gleichzeitig seinen Leser. Es hat mich auf eine Art und Weise begeistert, die ich zuvor einfach nicht für möglich gehalten hätte.

Kurz – „Stargirl“ ist einfach eines dieser Bücher. Man kann es nicht wirklich beschreiben, man kann es nur wärmstenst empfehlen. Obwohl es so kurz und vermeintlich so einfach ist wächst man an ihm mit jeder gelesenen Seite. Es ist ein Buch, das einem irgendwie im Gedächtnis bleibt, und das mich wohl noch eine ganze Weile begleiten wird.
Ich sage das wirklich nicht oft, weil ich von solchen Aussagen eigentlich nichts halte, aber wenn ich eine Liste von 100 Büchern schreiben würde, die jeder Mensch zumindest einmal in seinem Leben gelesen haben sollte, dann wäre „Stargirl“ ganz bestimmt darauf.

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