Rezension

The Final Empire

von Brandon Sanderson

Deutscher Titel: Kinder des Nebels

Orion Publishing Group Verlag, 647 Seiten

Preis: 9,99€

Inhalt

Seit über eintausend Jahren ist die Welt von Asche bedeckt. Seit über eintausend Jahren herrscht der unsterbliche Lord Ruler und versklavt das Volk der Skaa. Die Hoffnung scheint längst verloren, bis eines Tages ein junger Mann mächtige Fähigkeiten entwickelt und eine Schar von Rebellen um sich versammelt, die ähnliche Fähigkeiten besitzen. Zusammen wollen sie den allmächtigen Lord Ruler stürzen – doch wie besiegt man einen Gott?

Meine Meinung

Brandon Sanderson ist einer der wirklich großen Fantasy-Autoren, und ich wollte schon seit Ewigkeiten einmal eines seiner Bücher lesen. Als ich dann erfahren habe, dass er auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse sein würde, habe ich das zum Anlass genommen, es auch endlich zu tun. Weil ich schon viel Gutes über die Bücher gehört hatte habe ich mir den ersten Band der „Mistborn“-Reihe, „The Final Empire“ ausgesucht.

Brandon Sanderson ist vor allem für seine ausgefallenen magischen Systeme bekannt, was definitiv auch der stärkste Aspekt von „The Final Empire“ ist. Sogenannte Allomanten verfügen über die Fähigkeit, verschiedenen Metallen Energie zu entziehen, und damit die Welt um sie herum zu beeinflussen – zum Beispiel, indem sie Emotionen abschwächen oder aufstacheln, Metallgegenstände bewegen, oder einige wenige Sekunden in die Zukunft sehen.
Besonders gefallen daran hat mir, dass Sandersons magisches System eindeutige Grenzen hat – jedes Metall hat einen ganz spezifischen Zweck, nicht jeder kann jedes Metall verwenden, und ein Allomant kann seine Fähigkeit(en) auch nur dann nutzen, wenn er einen ausreichenden Vorrat des entsprechenden Metalls mit sich trägt. So entstehen keine übermächtigen Superhelden, sondern im Grunde nur ganz gewöhnliche Menschen, die über ein paar besondere Fähigkeiten verfügen – dieser Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass Allomanten in der Welt von „The Final Empire“ nicht wirklich selten sind, und sich so oft ebenbürtig gegenüber stehen.
Ein weiterer großer Pluspunkt des Buches sind die Charaktere. Vor allem Vin und Kelsier, die beiden Protagonisten des Romans, sind mir sehr ans Herz gewachsen. Beide haben auch ihre Ecken und Kanten, was sie nicht nur sehr lebensecht sondern auch – nicht immer, aber meistens – sehr sympathisch macht.
Die Geschiche an sich ist vor allem deshalb spannend, weil man einfach mitten hinein geworfen wird – zu Beginn des Buches weiß man im Grunde noch überhaupt nichts, und wird dann auch nur nach und nach mit Informationen gefüttert. Leider führt das aber manchmal auch dazu, dass man der Antwort auf eine Frage schon seit ein paar hundert Seiten entgegenfiebert und dann, wenn die große Enthüllung endlich kommt, eher enttäuscht ist, weil sie so groß und spektakulär eben doch gar nicht ist.
Überhaupt hätten diesem Buch meiner Meinung nach ein- oder zweihundert Seiten weniger ganz gut getan – und das, obwohl ich lange Bücher wirklich von Herzen liebe. Vor allem im Mittelteil kommt es so aber oft zu Längen – man hat stellenweise das Gefühl, ewig lang zu lesen, ohne dass die Handlung sich tatsächlich weiterbewegt. Es gab eine ganze Menge Szenen, die problemlos hätten gestrichen werden können – so war das Ganze leider viel langatmiger, als es bei der eigentlich spannenden Geschichte hätte sein müssen.
Ich hätte mich außerdem gefreut, wenn Brandon Sanderson die Energie, die er in diese Szenen gesteckt hat, stattdessen darauf verwendet hätte, das Ende noch etwas mehr auszufeilen. Es war zwar nicht schlecht, mir persönlich schien es dann irgendwie aber doch zu einfach und stellenweise sogar etwas weit hergeholt, was sehr schade war.

Alles in Allem ist „The Final Empire“ also ein gutes Buch, das aber durchaus Potenzial gehabt hätte, noch besser zu sein – vor allem, wenn man zwischendurch die ein- oder andere Szene weggelassen hätte. Ob ich die Reihe weiterlesen will weiß ich – da „The Final Empire“ eigentlich in sich schon so gut wie abgeschlossen ist – noch nicht. Brandon Sanderson werde ich als Autor aber definitiv weiter auf dem Schirm behalten – er hat eindeutig ein Talent dazu, spannende, ausgefallene Welten mit realistischen, liebenswerten Charakteren zu schaffen, beides Dinge, die mir an Büchern immer besonders gut gefallen.

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