Rezension

The Mysterious Affair at Styles

von Agatha Christie

Deutscher Titel: Das fehlende Glied der Kette

Harper Collins Verlag, 297 Seiten

Preis: 7,60€

Inhalt

Wer hat die wohlhabende Mrs Emily Inglethorp auf ihrem Landgut Syles Court vergiftet? Ihr Ehemann Alfred, der es scheinbar auf das Erbe abgesehen hat? Doch auch ihre Stiefsöhne oder die launische Haushälterin könnten die Mörder sein. In seinem ersten Fall nimmt Hercule Poirot alle Bewohner von Styles unter die Lupe, um den Täter zu entlarven.

Meine Meinung

Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, doch mal etwas von Agatha Christie zu lesen – ihre Bücher nicht zu kenne ist wohl sowas wie ein literarisches Verbrechen – und als ich dann vor ein paar Tagen den ersten Band ihrer Buchreihe um den Ermittler Hercule Poirot in der Bücherei entdeckt habe, habe ich ihn kurzerhand mitgenommen.

Mit hohen Erwartungen an die Königin des Kriminalromans bin ich dann auch voller Vorfreude an „The Mysterious Affair at Styles“ herangegangen – und wurde erste einmal bitter enttäuscht. Der Anfang zieht sich wirklich gewaltig, man ist gefühlt zehn Jahre mit Beschreibungen von Personen oder Orten beschäftigt, die ersten hundert Seiten erscheinen einem wirklich viel länger, als sie eigentlich sind. Ich habe wirklich schon mit dem Gedanken gespielt, das Buch einfach abzubrechen, weil es so zäh war.
Als der Mord dann endlich passiert ist und die Geschichte – beziehungsweise die Ermittlungsarbeiten – losgehen, kommt dann glücklicherweise etwas Fahrt in das Ganze und es wird richtig spannend. Zwar habe ich eine ganze Weile gebraucht, um wirklich mit Poirot klarzukommen – er erschien mir wie ein etwas lustiger wirkender Sherlock Holmes und ich habe fast das ganze Buch gebraucht, um ihn tatsächlich als eigenständige Figur wahrzunehmen – und auch der Erzähler des Buches, Poirots Freund, ist mir mit seinen ständigen so offensichtlich falschen Schlüssen ab und zu wirklich auf die Nerven gegangen, aber trotzdem habe ich stets mitgefiebert. Ich hatte eine Reihe von Vermutung, die sich schlussendlich alle als falsch erwiesen – und doch kam der tatsächliche Schuldige nicht einfach so aus dem Nichts sondern war tatsächlich mit Recht schuldig, wie es sich für einen guten Kriminalroman gehört. Vor allem das Ende wurde dann noch einmal richtig spannend und ich konnte das Buch keine Sekunde mehr aus der Hand legen.

Kurz: Zu Beginn hätte ich „The Mysterious Affair at Styles“ am liebsten in die nächste Ecke gepfeffert, jetzt habe ich aber wirklich Lust, noch mehr von Poirots Fällen zu lesen. Da wir uns nun schon ein bisschen „kennengelernt“ haben ist der Anfang beim nächsten Buch vielleicht auch nicht mehr ganz so schwierig. Vier oder gar fünf Sterne kann ich ob des wirklich, wirklich zähen Einstiegs nicht geben, aber gerade zum Ende hin konnte mich das Buch doch noch fesseln. Ich bin gespannt auf den nächsten Band von Agatha Christies Krimi-Reihe – oder den übernächsten, oder welchen auch immer ich bei meinem nächsten Besuch in der Bibliothek vorfinden werde.

Kommentare

  • Merowinger

    Geständnis: Ich bin ein literarischer Schwerverbrecher. Nie habe ich etwas von Agatha Christie gelesen und ich habe es eigentlich auch nicht vor. Krimis sind einfach nicht mein Fall. Früher habe ich sowas gelesen (einiges von James Patterson, den kennst du bestimmt?) aber heute fesselt mich so etwas nicht mehr. Einzig an Sherlock Holmes habe ich literarisches Interesse, das rührt aber auch eher daher dass ich die Fernsehserie gern habe.

    • sacinee | BÜCHERJÄGER

      James Patterson musste ich tatsächlich gerade googeln, ich bin nämlich selbst auch absolut kein Krimi-/Thriller-Leser und kenne da auch wirklich kaum Autoren. Die einzigen zeitgenössischen Bücher dieser Art, die mir wirklich gut gefallen haben, waren die „Millennium“-Bücher von Stieg Larsson. :’D
      Sonst habe ich auch nur vor ein paar Jahren mal Sherlock Holmes gelesen. Das ist eigentlich eine ganz witzige Geschichte – ich habe damals die erste Staffel „Sherlock“ aufgrund einer Empfehlung geschaut und fand’s einfach nur dämlich – daraufhin wollte ich es dann mit den Büchern versuchen, auch um ein bisschen zu vergleichen, habe sie geliebt und fand dann auch die Serie plötzlich klasse. 😀

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