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Meine Leseziele 2016

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Letztes Jahr hatte ich mir zu Beginn des Jahres ein Leseziel von 35 Büchern gesetzt, und sonst nichts – Mitte des Jahres habe ich mir dann plötzlich vorgenommen, mehr deutsche Bücher und vor allem vielfältiger zu lesen und speziell darauf zu achten, dass Queerness und PoC in meinen Büchern nicht zu kurz kamen. Mein erstes Leseziel habe ich um gut 30 Bücher überschritten, meine anderen jedoch mehr schlecht als recht erreicht. Deswegen wollte ich dieses Jahr einmal versuchen, am Anfang des Jahres bewusst ein paar Leseziele zu formulieren.
Und diese Dinge habe ich mir vorgenommen:

Ich möchte dieses Jahr mindestens 50 Bücher lesen.
Zwar habe ich letztes Jahr 66 Bücher „geschafft“, möchte das aber keinesfalls als Anlass nehmen, mich mit einem höheren Leseziel zu stressen – ich will einfach so viel lesen, wie es mir passt, und dabei Spaß haben. 50 scheint mir daher eine gute Zahl zu sein.
Ich habe dabei auch schon ein paar Bücher im Auge, die auch schon brav für das Fotos dieses Blogposts posieren durften, möchte mir aber keinen genau geplanten TBR vornehmen – ich habe einfach Angst, dass ich dann lese, was ich lesen „muss“ statt das, was mir Spaß macht.

Ich möchte besser lesen.
Keine Bücher mehr, von denen ich bereits erwarte, dass sie schlecht oder nur mittelmäßig sind. Keine Angst mehr davor, Bücher abzubrechen, die mir nicht gefallen. Es gibt einfach zu viele gute Bücher da draußen, um das zu rechtfertigen – außerdem ist mir meine Zeit einfach zu schade, um sie mit schlechten Büchern zu verbringen.

Ich möchte mehr Klassiker lesen.
Ich habe mir vorgenommen, gezielt jeden Monat mindestens einen Klassiker zu lesen. Ich liebe Klassiker ja eigentlich, deshalb bin ich wirklich erschrocken, als ich in meinem Jahresrückblick für 2015 festgestellt habe, dass ich letztes Jahr nur fünf Stück gelesen habe – das soll sich jetzt ändern! Speziell vorgenommen habe ich mir bereits „Anna Karenina“ und „Das Bildnis des Dorian Gray“, welche ich beide schon wirklich lange lesen will, sowie einen Reread von „Jane Eyre“ und „Moby-Dick“, zwei meiner Lieblingsbücher.
Dabei helfen soll mir der Hashtag #2016ClassicsChallenge, den ich auf tumblr gefunden habe, und bei dem es genau darum geht – jeden Monat mindestens einen Klassiker zu lesen.

Ich möchte angefangene Reihen beenden und mehr rereaden.
Wenn es darum geht, Reihen zu Ende zu lesen, bin ich wirklich der schlechteste Mensch überhaupt – in meinem Regal stapeln sich Trilogien, bei denen ich Band eins und zwei geliebt habe, Band drei aber noch nicht einmal angefasst. Je länger die Reihe wird, desto schlimmer wird es – das will ich jetzt endlich in Angriff nehmen, indem ich die ersten Bände dieser Reihen wenn nötig rereade und die weiteren dann endlich lese. Speziell im Auge habe ich hier die „Eragon“-Bücher von Christopher Paolini, bei denen ich nie weiter als bis zum zweiten Band gekommen bin, die „Nevermore“-Bücher von Kelly Creagh, bei denen letztes Jahr der letzte Band erschienen ist, sowie die „Sky Chasers“-Trilogie von Amy Kathleen Ryan, von der der dritte Band schon seit etwa zwei Jahren in meinem Regal verstaubt.
Generell will ich mehr rereaden – ich habe bereits so viele tolle Bücher gelesen, in deren Welten ich unheimlich gerne noch einmal eintauchen würde, aber irgendwie habe ich immer ein schlechtes Gewissen, weil sich mein SuB dadurch ja nicht verkleinert. Besonders gerne möchte ich dieses Jahr noch einmal „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende sowie „The Hobbit“ von J.R.R. Tolkien lesen.
Auch hierbei soll mir jetzt ein Hashtag helfen – unter #2016reread soll man jeden Monat mindestens ein Buch rereaden. Durch diese Regelmäßigkeit und die festgelegte Anzahl soll das schlechte Gewissen vermieden werden – ich hoffe, es klappt.

Ich möchte vielfältiger lesen.
Ich will einfach nicht meine ganze Zeit innerhalb des männlichen, weißen, heterosexuellen, cisgender Amerikaner-Blickes verbringen und will deshalb dieses Jahr bewusst meine Fühler etwas mehr ausstrecken. Wie schwierig das wird, und wie dominiert der Buchmarkt von diesem Mainstream-Standpunkt ist, merkt man schon daran, dass ich mich gar nicht traue, mir für diesen Punkt ein zu hohes Ziel zu stecken, weil ich Angst habe, einfach nichts zu finden. Ich will dieses Jahr gerne jeden Monat mindestens ein Buch lesen, dessen Protagonist queer und/oder eine PoC ist.
Außerdem will ich mir meine Autoren auch bewusste aussuchen und auch hier auf Vielfalt achten, sowie gezielt jeden Monat ein Buch von einem deutschen Autoren lesen.
Helfen wird mir dabei hoffentlich der Zwitscherbooks-Buchclub auf Twitter, der Bücher zum Thema Feminismus/Queer/Diversity/Fandom/Nerd liest.

Ich möchte aktiven SuB-Abbau betreiben!
Wie vermutlich jeder Viel-Leser nehme ich mir das ständig vor und irgendwie klappt es nie – inzwischen wird meine Bücherkaufsucht allerdings nicht mehr nur zum finanziellen sondern auch zum starken Platz-Problem. Ich habe hunderte von Büchern bei mir zuhause, von denen gefühlt mindestens die Hälfte ungelesen ist – dieses Jahr soll das bitte nicht noch mehr werden. Ab jetzt sind Spontankäufe für mich tabu – wenn ich in der Ramsch-Kiste oder im Sonderangebot irgendeines Online-Shops ein interessantes Buch entdecke, dann darf ich es nur dann kaufen, wenn ich es auch davor schon wollte, und bevor ich ein Buch kaufe will ich mich zwingen, mindestens ein, zwei Tage darüber nachzudenken, bis ich mir ganz sicher bin.
Außerdem werde ich meinen Umzug Mitte des Jahres zum Anlass nehmen, radikal auszumisten – ich will kein einziges unnötiges Buch mit in die neue Wohnung nehmen und deswegen kommt alles weg, was ich schlecht oder nur mittelmäßig fand oder von dem ich denke, dass ich es bestimmt nicht mehr lesen werde.
Mal sehen, wie gut das klappt – vielleicht versuche ich es auch noch einmal mit einem „strengeren“ Regelwerk à la „Nur ein Buch pro Monat“ oder „Ein neues Buch pro drei gelesene Bücher“, obwohl ich sowas dann schlussendlich doch meistens breche. Auf jeden Fall möchte ich meinen SuB aber im Auge behalten und mich dieses Jahr so gut wie es eben geht am Riemen reißen.

Das waren sie, meine guten Vorsätze fürs neue Jahr – mal schauen, wie gut ich mich daran halten werde. Ich werde es auf jeden Fall versuchen, will mir da aber auch keinen unnötigen Stress machen – Lesen soll ja immer noch Spaß machen und keine Pflicht sein, die man erfüllen soll. Ich bin jedenfalls wahnsinnig gespannt darauf, was das Jahr 2016 mir bringen wird und freue mich schon sehr auf die (hoffentlich) vielen, tollen Bücher, die ich dieses Jahr lesen werde!
Habt ihr euch auch Lesevorsätze für das neue Jahr gemacht oder lest ihr lieber aus dem Bauch heraus? Vor allem, da das mein erstes Jahr mit solch spezifischen Vorsätzen ist bin ich wirklich wahnsinnig neugierig darauf, wie ihr das so macht, und freue mich deshalb sehr über jeden Kommentar!

Kommentare

  • Merowinger

    Das mit den Klassikern kann ich auch nachvollziehbaren Gründen nur befürworten. Trotzdem finde ich das Setzen von Lesezielen nicht besonders sinnvoll, zumindest bei mir würde das kontraproduktiv wirken. Deshalb mache ich auch bei keiner Challenge mit. Ich finde dadurch schränkt man sich unnötig ein und setzt sich unter Druck. Umso spezifischer du lesen willst umso höher ist mMn die Gefahr zu Gurken zu greifen nur weil sie eben ins Schema passen. Wobei ich natürlich leicht reden habe weil ich überwiegend Klassiker lese die ja nicht umsonst als Klassiker gelten weil sie eben besonders gut oder besonders „wichtig“ sind (wobei ich hier auch schon Bücher hatte deren Klassiker-Status ich nicht ganz nachvollziehen konnte). Aber wie gesagt: das ist nur meine Ansicht, kann gut sein dass du damit besser fährst als es bei mir der Fall wäre.

    Ich wünsche dir jedenfalls viel Glück und hoffe dass du deine Leseziele für 2016 erreichen wirst! 🙂

    • sacinee | BÜCHERJÄGER

      Vielen Dank! 🙂 Ich glaube, ich fahre mit Lesezielen ganz gut – natürlich darf man sich bei sowas nie derart unter Druck setzen, dass man lieber ein schlechtes Buch liest, damit man sein Ziel erreicht, als ein gutes, welches vielleicht nicht so gut passt aber viel mehr Spaß machen würde. Aber so wahnsinnig spezifisch sind meine Ziele ja gar nicht – ich glaube, es ist machbar, 12 gute Bücher von deutschen Autoren und 12 gute Bücher mit queer/PoC-Protagonisten zu finden – vor allem, da davon eh noch eine ganze Menge auf meinem SuB liegen. Man muss bei sowas, wenn man selbst noch nicht so den Überblick hat, natürlich auch immer wissen, wo man suchen und wen man fragen muss, um gute Bücher zu finden, und auf wessen Meinung man sich halbwegs verlassen kann. 😉
      Viel Glück für deine Leseziele kann ich dir jetzt natürlich schlecht wünschen, aber ich wünsche dir trotzdem ein gutes Lesejahr 2016 mit vielen tollen Büchern! 🙂

  • Oh Sarah, du willst so viele Bücher lesen/rereaden, die ich auch gerne lesen würde – vielleicht schaffen wir es ja sogar, uns dann darüber auszutauschen – gerade bei Klassikern finde ich das immer richtig gut!
    Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen, dass du all deine Leseziele verwirklichen kannst – gerade das mit den Rereads sollte ich mir auch mal vornehmen – das kommt viel zu kurz. Da denke ich insbesondere an „Eragon“ – ich habe bis heute den 4. Teil nicht gelesen – vielleicht auch so ein Projekt für 2016, die Reihe nochmal zu lesen und dann auch zu beenden…

    • sacinee | BÜCHERJÄGER

      Total gerne! Ich liebe es, mich beim Lesen auch mit Anderen darüber auszutauschen! Und vor allem bei den Klassikern habe ich bei dir auch schon einige gesehen, die ich dieses Jahr auch unbedingt lesen möchte – ich kann es zum Beispiel selbst gar nicht glauben, dass ich noch nie etwas von Jane Austen gelesen habe, das ist inzwischen wirklich überfällig.
      Ich habe von „Eragon“ die ersten zwei Bände mit etwa 12 gelesen, die Reihe dann liegen lassen und vor zwei Jahren noch einmal den ersten Band gelesen. Eigentlich wollte ich sie da schon endlich fertig lesen, bin dann aber doch nicht dazu gekommen und inzwischen müsste ich den ersten Band wahrscheinlich schon wieder noch mal lesen. :’D Ich hoffe wirklich, dass ich die Reihe dieses Jahr endlich beenden kann, vor allem, weil ich sie eigentlich doch als gar nicht so schlecht in Erinnerung habe.
      Dir auch ganz viel Glück und Erfolg für deine Leseziele! 🙂

  • […] mein Leseverhalten stark geprägt haben 2016 natürlich die Vorsätze, die ich mir zu Beginn des Jahres gemacht hatte. Da wäre zum einen mein bereits erwähntes Ziel, […]

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