Rückblick

Mein Lesemonat September

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Hallo, Leute! Es war sehr still hier auf dem Blog im letzten Monat, aber zumindest den Monatsrückblick kann ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Dass es hier im September kaum Posts gab lag vor allem daran, dass ich einen sehr stressigen Monat hatte, der bis oben hin mit Klausurvorbereitungen, BAföG-Anträgen und anderem ähnlich unangenehmem Kram gefüllt war und ich deshalb kaum zum Lesen gekommen bin. Eigentlich wollte ich statt Rezensionen dann zumindest ein, zwei Tags machen, aber auch dazu bin ich einfach nicht gekommen.
Um ehrlich zu sein hatte ich fast schon erwartet, auch keinen richtigen Monatsrückblick-Post schreiben zu können, weil ich eben kaum etwas gelesen und daher zwar massenhaft angefangen aber nichts beendet hatte. Nun habe ich es aber doch noch auf stolze zwei Bücher geschafft – die ich übrigens beide größtenteils während der letzten drei Tage gelesen habe, als meine Klausur endlich vorbei war – und kann euch doch zumindest noch ein bisschen was erzählen.Und das sind die Beiden:

Alles Licht, das wir nicht sehen – Anthony Doerr
(517 Seiten)

Buch der Sehnsüchte – Leonard Cohen
(233 Seiten)

Insgesamt habe ich mit 750 Seiten damit meinen absolut schwächsten Lesemonat seit Erstellung dieses Blogs – und vermutlich auch schon seit langer Zeit davor – abgeliefert, aber das ist schon okay so. Dafür hoffe ich, nächsten Monat beim Stephen King Lesemonat wieder richtig dabei zu sein!
Mein Monatshighlight war dieses Mal eindeutig „Alles Licht, das wir nicht sehen“ von Anthony Doerr – ein Buch, das sich am Ende des Jahres sicher auch auf meiner Liste von Lieblingsbüchern 2016 wiederfinden wird. Es hat zum Nachdenken angeregt, war wunderschön geschrieben, gefühlvoll und doch spannend erzählt, mit tollen Charakteren und einfach allem, was ein gutes Buch so braucht. Ich bin wirklich sehr, sehr froh, dieses tolle Buch diesen Monat gelesen zu haben, denn wenn ich schon nicht viel lese, dann freue ich mich umso mehr, wenn das, was ich gelesen habe, wirklich gut war.
Alle Sterne, die ich bei meinem zweiten Buch, „Buch der Sehnsüchte“ von Leonard Cohen abgezogen habe, sind im Grunde der deutschen Übersetzung geschuldet, die zwar an manchen Stellen recht gelungen, an den meisten aber einfach nur ungelenk und lieblos war. Klar, Gedichte zu übersetzen ist immer schwierig, aber hier hatte ich wirklich das Gefühl, dass es den Übersetzern teilweise absolut egal war, ob überhaupt noch irendwie eine Bedeutung in einer Zeile übrig bleibt, solange es sich noch halbwegs reimt.
Das war wirklich sehr schade, denn das „Buch der Sehnsüchte“ ist sonst ein wirklich schönes, liebevoll gestaltetes Buch – kein reiner Gedichtband sondern mehr eine Ansammlung von Ideen, Gedanken, Notizen, Songtexten, Skizzen, Gedichten und dem ein oder anderen kurzen Text, in der man immer mal wieder gerne blättert und das einem Leonard Cohen nicht nur als Poeten sondern vor allem als Mensch näher bringt. Trotz der teilweise verstümmelten Texte habe ich sehr viel markiert und mir fast mehr Seiten mit Eselsohren eingemerkt als nicht – eigentlich mache ich sowas bei Büchern ja nicht, aber hier hat es einfach gepasst. Ich werde es mir also auf jeden Fall irgendwann nochmal auf englisch zulegen und dann hoffentlich noch etwas mehr genießen können.

Von meinen mir zu Beginn des Jahres selbstgesetzten Lesezielen habe ich diesen Monat keines erreicht – zwar habe ich mit „Der Glöckner von Notre Dame“ von Victor Hugo und „Traitor’s Moon“ von Lynn Flewelling sowohl einen Klassiker als auch ein Buch mit einem queeren Protagonisten angefangen, beendet habe ich allerdings keines davon. Und auch ein deutscher Autor war diesen Monat leider überhaupt nicht dabei.
Bei nur zwei gelesenen Büchern ist das natürlich auch nicht verwunderlich, trotzdem finde ich es schade, vor allem, weil ich während des Stephen King Lesemonats vermutlich auch nicht dazu kommen werde.  Naja, das muss ich dann eben in den November verschieben.
Zumindest kann ich mich freuen, dass beide Bücher, die ich diesen Monat gelesen habe, Rezensionsexemplare waren (vielen Dank dafür noch einmal an den btb-Verlag!), und mir mein Stapel unrezensierter Bücher deshalb nicht mehr ganz so über den Kopf wächst wie noch zu Beginn des Monats – ich muss meinen Anfrage-Wahn wirklich endlich unter Kontrolle bringen.

Und das war er dann auch schon wieder, mein – dieses Mal doch eher kurzer – Rückblick auf meinen Lesemonat September. Wie sah der letzte Monat bei euch denn lesetechnisch so aus? Habt ihr viel gelesen oder war bei euch – wie auch bei mir – eher der Wurm drin? Habt ihr einen neuen Schatz entdeckt, den ich mir unbedingt einmal genauer ansehen sollte, oder irgendetwas besonders schlechtes gelesen, um das ich lieber einen weiten Bogen machen sollte?
Lasst mir wie immer gerne einen Kommentar oder auch einen Link zu euren eigenen Monatsrückblicks-Posts da, wenn ihr so etwas habt, denn wie ihr wisst interessieren mich diese Dinge immer brennend!

Kommentare

  • Cohen kenne ich eigentlich nur als Musiker, ich wusste nicht dass er auch etwas anderes schreibt. Und deine Meinung zu „Alles Licht…“ hat mich nun vollends davon überzeugt dass Buch endlich mal zu kaufen. Die ganze Zeit hatte ich die Ausrede dass mir das Hardcover zu teuer war aber da nun das Taschenbuch da ist kann ich mich nicht mehr rausreden.

    • sacinee | BÜCHERJÄGER

      Ich habe hier auch noch einen Roman von ihm rumliegen, an den ich mich aber noch nicht rangetraut habe. Ich hoffe, dass ich das bald mal schaffe, damit ich sehen kann, ob er mir als Autor genauso gut gefällt wie als Musiker. :’D
      Ich mochte „Alles Licht“ wirklich super, super gerne! Ich war erst etwas skeptisch, ob das thematisch wirklich was für mich ist, bin aber total froh, es dann doch probiert zu haben. Ich hoffe, es gefällt dir dann auch! 🙂

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