Rezension

The Miniaturist

von Jessie Burton

Deutscher Titel: Die Magie der kleinen Dinge

Picador Verlag, 424 Seiten

Preis: 8,30€

Inhalt

Die junge Nella wird mit dem Amsterdamer Handelsmann Johannes Brandt verheiratet. Als sie sein herrschaftliches Haus an der Herengracht zum ersten Mal betritt, schlägt ihr kalte Abneigung von Seiten ihrer neuen Familie entgegen. Nur das Hochzeitsgeschenk spendet ihr Trost: ein Puppenhaus, das eine exakte Nachbildung ihres neuen Zuhauses ist. Doch bald werden Nella mysteriöse kleine Nachbildungen ihrer neuen Familienmitglieder geschickt – und Hinweise auf das, was diese verbergen. Nella beginnt zu ahnen, dass sich hinter der perfekten Fassade der Brandts tiefe Abgründe verbergen – und Geheimnisse, die sie alle in ihren Sog ziehen werden …

Meine Meinung

„The Miniaturist“, oder zu Deutsch „Die Magie der kleinen Dinge“ war ein faszinierendes Buch. Ich bin, da das Buch unter Buchbloggern in letzter Zeit wahnsinnig gelobt wurde, mir recht hohen Erwartungen an es herangegangen und wurde trotzdem nicht enttäuscht. Ich habe mich absichtlich im Vorraus nur sehr wenig über den Inhalt informiert, um es mir noch spannender zu machen, aber ich glaube, selbst wenn ich mehr gewusst hätte, wäre das Buch immer noch ein Abenteuer gewesen.

Es war mir wirklich beinahe unmöglich, „The Miniaturist“ aus der Hand zu legen, ich habe Kapitel um Kapitel verschlungen und wollte immer noch mehr, weil sich mit jeder kleinen Enthüllung eine noch größere Frage auftut. Es ist die Art von Buch, die einen nicht nur während des Lesens ständig raten und fragen lässt, was hinter allem steckt, sondern das einen auch danach noch irgendwie begleitet – nicht zuletzt, weil schlichtweg nicht alles komplett geklärt wird.
„The Miniaturist“ war meiner Meinung nach unglaublich gut konzipiert und erdacht – keine Szene, kein Wort wirkte jemals irrelevant oder fehl am Platz, alles hat einfach wunderbar gut zusammen gepasst. Die Figuren waren alle so gut ausgearbeitet, dass man sie wirklich wertschätzen muss und das kleine, für die Charaktere selbst fast nicht greifbare Fantasy-Element, das in dem Buch vorhanden ist, macht es nur umso besser.
Ich habe bisher glaube ich noch kein Buch gelesen, das diesem auf seine spezielle Art gleicht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es irgendwann noch einmal lesen werde, weil ich denke, dass es beim zweiten Mal noch viel mehr zu „entdecken“ und verstehen gibt. Schon allein das erste Kapitel hat so viel dazugewonnen, als ich es nach Beendigung des Buches noch einmal kurz überflogen habe.

Warum wird meine Lobeshymne jetzt nicht von einer vollen 5-Sterne Bewertung gekrönt? Nicht, weil ich allzu zimperlich mit meinen 5-Sternen bin – die sind nämlich bei weitem nicht nur für meine absoluten Lieblingsbücher reserviert – sondern, weil mir das Ende einfach gegen den Strich gegangen ist. Das liegt vermutlich mehr an mir als am Buch, aber mit einem anderen Ende hätte ich das Buch mit Sicherheit in den Himmel gelobt.

  • Spoiler
    Obwohl es gut zum Buch gepasst hat, hätte ich mir einfach ein glücklicheres Ende für meine Figuren gewünscht – oder zumindest sowas wie einen Hoffnungsschimmer am Horizont, der andeutet, wie es ihnen weiterhin ergehen wird.

Aber trotz dieser winzigen Kritik ist das hier natürlich eine klare Empfehlung. „The Miniaturist“ hat beim Lesen ein ganz spezielles Gefühl in mir ausgelöst, und ich hoffe – wie bereits gesagt – wirklich, dass ich irgendwann die Zeit finde, es nochmal zu lesen.

Kommentare

  • Klingt ja fast wie etwas was eine der Bronte-Schwestern geschrieben haben könnte. Bleibt das alles rational oder kommen da noch Fantasy-Elemente hinzu? Ansonsten wäre das nämlich fast etwas was ich auch lesen würde.

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