Rezension

Rosen & Knochen

von Christian Handel

Drachenmond Verlag, 185 Seiten

Preis: Taschenbuch 12,00€

Inhalt

Fürchtest du dich, bei Mondschein das Grab einer Hexe zu betreten?

Unter den Decknamen Schneeweißchen und Rosenrot ziehen die Dämonenjägerinnen Muireann und Rose durch die Lande. Sie bekämpfen Trolle, retten Jungfrauen vor Wassermännern und vertreiben Kobolde aus Mühlen und Bauernhäusern.

Als sie von den Bewohnern eines kleinen Dorfs angeheuert werden, den spukenden Geist einer Hexe unschädlich zu machen, geraten sie allerdings in ein alptraumhaftes Abenteuer, das sie an ihre Grenzen führt. Und das ein gut gehütetes Geheimnis ans Licht bringt, das eine von ihnen vor der anderen gern für immer verborgen hätte…

Meine Meinung

Christian Handels Novelle „Rosen & Knochen“ war für mich ein absoluter Zufallsfund auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse – wie ihr wisst, hadere ich seit geraumer Zeit mit einer sehr hartnäckigen Leseflaute und habe in letzter Zeit tatsächlich so wenig gelesen, dass ich überhaupt nicht vorhatte, mir auch nur ein einziges Buch auf der Messe zu kaufen, weil es ja doch nur wieder in der Ecke landen würde. Das Programm des Drachenmond Verlags habe ich mir deshalb eigentlich nur aus Gewohnheit mitgenommen – ich habe mich also selbst ziemlich überrascht, als ich diese Märchenadaption beim Durchblättern entdeckt und mich sofort derart in den Klappentext verliebt habe, dass ich sie direkt mitnehmen musste.

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Rückblick

Meine Lesemonate Juni und Juli

Irgendwie scheint es bei mir dieses Jahr zur Norm zu werden, meine Monatsrückblicke immer erst am Ende des nächsten Monats zu schreiben – so habe ich es dieses Mal auch wieder erst jetzt geschafft, mich dazu aufzuraffen, euch von den Büchern zu berichten, die ich im Juni gelesen habe.
Obwohl der nämlich ein wirklich fantastischer Lesemonat war – ich würde tatsächlich sagen, der erste gute Lesemonat überhaupt dieses Jahr, das bisher irgendwie einfach nur stressig und anstrengend war – scheine ich mein Lese- und insgesamtes Büchertief also noch immer nicht überwunden zu haben. So fehlt mir jetzt im Juli auch einfach wieder komplett die Lust und irgendwie auch einfach der Kopf zum Lesen, Bloggen, oder sonst irgendwie mit Büchern Interagieren.
Umso mehr freut es mich aber natürlich, dass ich zumindest im letzten Monat einige Wochen lang wieder wirklich lesen konnte! Und diese Bücher habe ich dabei förmlich verschlungen:

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Rezension

Simon vs. The Homo Sapiens Agenda

von Becky Albertalli

Deutscher Titel: Nur drei Worte/Love, Simon

Penguin Books Verlag, 303 Seiten

Preis: Gebunden: ab 13,84€, TB: ab 7,99€, eBook: ab 6,99€

Inhalt

Was Simon über Blue weiß: Er ist witzig, sehr weise, aber auch ein bisschen schüchtern. Und ganz schön verwirrend. Was Simon nicht über Blue weiß: WER er ist. Die beiden gehen auf dieselbe Schule und schon seit Monaten tauschen sie E-Mails aus, in denen sie sich die intimsten Dinge gestehen. Simon spürt, dass er sich langsam, aber sicher in Blue verliebt, doch der ist noch nicht bereit, sich mit Simon zu treffen. Dann fällt eine der E-Mails in falsche Hände – und plötzlich steht Simons Leben Kopf.

Meine Meinung

„Simon vs. The Homo Sapiens Agenda“ ist wohl eines der meistgehypten Jugendbücher der letzten Jahre und ich wollte es unbedingt noch lesen, bevor der Film Ende Juni auch hier bei uns in den Kinos anläuft. Somit habe ich es mir anlässlich des diesjährigen Pride Months endlich gekauft und dann auch innerhalb kürzester Zeit verschlungen.

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Rezension

Autoboyography

von Christina Lauren

Simon & Schuster Verlag, 416 Seiten

Preis: Gebunden: ab 15,99€, TB: ab 8,99€, eBook: ab 10,75€

Inhalt

Vor drei Jahren ist Tanner Scotts Familie vom sonnigen Kalifornien ins mormonisch geprägte Utah gezogen – ein Wechsel, der den bisexuellen Teenager dazu gezwungen hat, seine Sexualität wieder zu verheimlichen. Jetzt beginnt das letzte Schuljahr, und Tanner kann es kaum erwarten, aufs College zu gehen, aus Utah zu verschwinden und endlich wieder er selbst sein zu dürfen. Doch dann trifft er auf Sebastian Brother – Mentor eines Schreibkurses, Sohn des Bischofs, Vorzeigemormone, und außerdem unheimlich gut aussehend. Was Tanner zunächst für eine kurzfristige Schwärmerei hält, wird schnell mehr, und Sebastian muss sich entscheiden, zwischen Tanner und seiner Familie, zwischen seinem wahren Selbst und den Regeln der Gemeinschaft, in denen er sein ganzes Leben verbracht hat.

Meine Meinung

Als ich „Autoboyography“ vor ein paar Wochen auf Goodreads entdeckt habe, bin ich sofort darauf aufmerksam geworden – Religion und Queerness verpackt in einem fluffigen YA-Buch, meine Neugierde war geweckt!

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Rezension

Ash

von Malinda Lo

PAN Verlag Verlag, 269 Seiten

Preis: TB: ab 9,49€, eBook: ab 3,99€

Inhalt

Nach dem Tod ihres Vaters ist Ash ihrer grausamen Stiefmutter schutzlos ausgeliefert. Ihre Tage verbringt sie mit harter Arbeit, ihre Nächte mit ihrem alten Märchenbuch – und Träumen davon, von einem Feenprinz entführt zu werden. Als sie im Wald auf den Feenprinzen Sidhean trifft, scheint ihr Wunsch in Erfüllung zu gehen. Als Ash jedoch die königliche Jägerin Kaisa trifft, erweckt die junge Frau nach und nach das Glück und die Liebe in ihrem Herzen wieder. Doch Sidhean hat Ash bereits für sich beansprucht – und nun muss sie eine Entscheidung treffen, zwischen Märchenträumereien und echter Liebe.

Meine Meinung

Ich habe „Ash“ vor ziemlich genau fünf Jahren bereits einmal gelesen und war damals nicht übermäßig beeindruckt von dem Buch – es war zwar schön, ging mir aber auch einfach etwas zu schnell, ich konnte mich in die Protagonistin nicht wirklich hineinfühlen, es kam so gut wie keine Spannung auf und überhaupt war das Buch mir damals auch zu kurz. Als ich vor eineinhalb Jahren von zuhause ausgezogen bin, habe ich es deshalb nichtmal in die neue Wohnung mitgenommen, weil ich nicht dachte, dass ich es nochmal lesen wollen würde. Gerade in den letzten ein, zwei Jahren ist mir aber immer wieder aufgefallen, wie viel besser mir inzwischen ruhige Bücher gefallen, und wie wenig ich beim Lesen eigentlich auf Action angewiesen bin, sodass ich es mir kurzerhand zurückgeholt und dem Buch noch eine Chance gegeben habe.

Ich bin froh, dass ich das getan habe, denn obwohl „Ash“ von mir immer noch keine 5-Sterne-Bewertung bekommt – dafür fehlt ihm an der ein- oder anderen Stelle eben doch noch etwas – so hat mich dieser Reread doch wirklich verzaubert.
Trotz seiner märchentypisch harten Thematik ist „Ash“ ein echtes Wohlfühlbuch, das man gerade aufgrund seiner Kürze gut mal eben an einem Abend lesen kann – genau wie ein etwas längeres Märchen eben. Auch zu kurz fand ich es deshalb nicht mehr unbedingt – ich glaube, als ich es zum ersten Mal gelesen habe, hätte ich nach dem Ende gerne noch etwas weitergelesen, dieses Mal fand ich es aber genau so, wie es ist, wunderschön und perfekt.
Damals, vor fünf Jahren, habe ich in meiner Rezension bemerkt, „Ash“ wäre ein Buch, das einem „das Herz in Seide packt und einem ein Lächeln auf die Lippen zaubert“. Inzwischen würde ich das vielleicht etwas weniger pathetisch formulieren, im Grunde stimme ich dem aber immer noch zu. Weil es so ruhig geschrieben ist und ich dieses Mal die Geschichte ja auch schon kannte, konnte ich es einfach ganz entspannt genießen.
Bei all dem Leid,  das queere Charaktere  oft aushalten müssen, und den schlimmen Enden, die sie dann trotzdem erwarten, war es auch einfach nur richtig schön, Bisexualität hier so positiv präsentiert zu bekommen. Ash muss sich vielleicht mit ihrer Stiefmutter herumschlagen, ihrem niedrigen Stand, ihren eigenen Geheimnissen – aber nicht mit den Gefühlen, die sie neben Sidhean auch für Kaisa entwickelt, denn dazu gibt es in ihrer Welt einfach keinen Grund. In vielen Rezensionen findet man gerade darüber Ärger, weil Queerness in Verbindung mit Märchen scheinbar immer provokativ sein muss – ich fand jedoch gerade diese stille Natürlichkeit, die ganz ohne viele Worte oder dramatische Gesten auskommt, ganz wunderbar. Überhaupt finde ich Ash als bisexuelle Protagonistin fantastisch – mir fällt von allen Büchern, die ich bisher in meinem Leben gelesen habe, spontan nur eines ein, bei dem die Protagonistin ebenfalls bisexuell ist, und das ist „Love in the Time of Global Warming“ von Francesca Lia Block. „Ash“ hat in dieser Hinsicht also wirklich Seltenheitswert, und allein das verdient schon eine Empfehlung.

Ich habe „Ash“ auf jeden Fall gern gelesen – jetzt mit 22 sogar noch etwas lieber als damals mit 17 – und es wird seinen Platz in meinem Bücherregal auf jeden Fall zurückerhalten. Auch wenn die Geschichte im Großen und Ganzen doch recht linear ist, und nicht mit allzu vielen Überraschungen aufwarten kann, hat das Buch mir wirklich Spaß gemacht. Ich habe sowohl Ash, als auch vor allem Kaisa unheimlich ins Herz geschlossen und war wie gesagt vor allem von ihrer gerade aufkeimenden Beziehung begeistert. Ich denke, dass „Ash“ auf keinen Fall mein letztes Buch von Malinda Lo sein wird – ihr Roman „Huntress“ ist zumindest direkt auch auf meiner Wunschliste gelandet!

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